Red Bull Ring: Wirbel um Test von Renault

Von Gino Bosisio
Formel 1
Dr. Helmut Marko mit Max Verstappen

Dr. Helmut Marko mit Max Verstappen

​Der geplante Test des Werksrennstalls von Renault auf dem Red Bull-Ring in Spielberg erzeugt Wirbel. Red Bull-Chefberater Dr. Helmut Marko zynisch: «Das war eine sehr grosszügige Geste.»

Das Formel-1-Werksteam von Renault testet am 16./17. Juni auf dem Red Bull Ring in Spielberg – es ist der erste Testauftritt der Franzosen nach dem Corona-Lockdown. Die Truppe mit dem australischen Team-Leader Daniel Ricciardo und dem Franzosen Esteban Ocon will den Rost aus den vergangenen Monaten abstreifen. Renault fährt wegen des aktuellen Testverbots mit 2018er-Fahrzeugen, was Weltmeister Mercedes-Benz in Silverstone schon getan hat.

Für das Renault-Werksteam ist die Probefahrt in der Steiermark ein Glücksgriff, da ein derartiger Test für die Gelben im Moment weder in England noch in Frankreich zu realisieren wäre – wegen der Einreisevorschriften mit 14tägiger Isolation für Franzosen (Motortechniker) in England oder für Briten (Chassis-Ingenieure) in Frankreich.

Zudem können die Renault-Teammitglieder gleich die Arbeit im originalen Umfeld unter Corona-Beschränkungen vor Ort üben, für den Formel-1-Start Anfang Juli. 

Jetzt gibt es aus den Reihen der Hausherren massiven Gegenwind. Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko (77) schmeckt es überhaupt nicht, dass Renault in Spielberg fahren darf. «Das war eine tolle Leistung vom Projekt Spielberg, dass sie einem Konkurrenten-Team die Piste vermietet haben», sagt der Grazer zynisch. «Sagen wir so – das war eine grosszügige Geste.»

Dazu muss man wissen: Die Erlaubnis für den Renault-F1-Test und die Buchung der Rennstrecke für zwei Tage wurden vom Management des Projekt Spielberg erteilt. Die dort handelnden Personen haben nicht direkt mit der GP-Truppe von Red Bull Racing zu tun.

Der Ärger ist verständlich, da Red Bull Racing mit Aushängeschild Max Verstappen und dem Thai-Briten Alex Albon die Strecke in Spielberg nach Corona nicht nutzen kann. Gemäss Reglement müsste auch Red Bull Racing ein zwei Jahre altes Auto einsetzen, doch 2018 war RBR noch mit Renault-Triebwerken unterwegs, seit 2019 arbeiten die vierfachen Weltmeister mit Honda. Und auch das weniger grosse Red Bull-Team von AlphaTauri rückt nicht in Spielberg aus, sondern hat sich für den so genannten Filmtag in Imola eingemietet, am 24. Juni.

Bei einem Filmtag dürfen mit einem Rennwagen des laufenden Jahres nicht mehr als 100 Kilometer zurückgelegt werden. Der Wagen rollt auf Demo-Reifen von einer sehr harten Mischung, welche mit dem aktuellen Pirelli-Gummi wenig zu tun haben. Hintergrund all dieser Vorschriften: Es soll verhindert werden, dass ein Team einen Filmtag als veritablen Testtag missbraucht – so wie das früher passiert ist.

Jeder Rennstall hat zwei solcher Tage zugute. Ansonsten gibt es ausserhalb der GP-Wochenenden nur zwei Möglichkeiten, mit aktuellen Autos zu fahren – bei den beiden Wintertests auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya im Februar sowie beim Nachsaisontest auf dem Yas Marina Circuit von Abu Dhabi, im Anschluss ans WM-Finale vom Dezember.

Formel-1-WM 2020

5. Juli: Grand Prix von Österreich (Red Bull Ring)
12. Juli: Grand Prix der Steiermark (Red Bull Ring)
19. Juli: Grand Prix von Ungarn (Hungaroring)
2. August: Britischer Grand Prix (Silverstone)
9. August: 70th Anniversary Grand Prix (Silverstone)
16. August: Grand Prix von Spanien (Circuit de Barcelona-Catalunya)
30. August: Grand Prix von Belgien (Circuit Spa-Francorchamps)
6. September: Grand Prix von Italien (Autodromo Nazionale di Monza)

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