Jacques Villeneuve: Mieses Ferrari-Klima wegen Vettel

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve sieht Ferrari zum Saisonstart in der Krise, sportlich und auch innenpolitisch. «Der Abgang von Sebastian Vettel könnte ein mieses Klima erzeugen.»

Viele Formel-1-Insider, wie der dreifache GP-Sieger Johnny Herbert, sind davon überzeugt – beim verspäteten Saisonbeginn der Königsklasse auf dem Red Bull Ring ist Mercedes Favorit. Der Engländer hielt fest: «Das grosse Bild täuschte bei den Wintertests nicht, was die Hackordnung angeht. Mercedes ist vorne, gefolgt von Red Bull Racing-Honda, Ferrari schien dritte Kraft zu sein.»

Dieser Ansicht ist auch Jacques Villeneuve, Indy-500-Sieger und IndyCar-Champion von 1995 und Formel-1-Weltmeister 1997 mit Williams. Der 49jährige Kanadier sagt bei den Kollegen der Gazzetta dello Sport: «Ich sehe Mercedes vorne, dahinter liegt Red Bull Racing und erst dann Ferrari, die ein wenig in der Krise stecken. Der Abgang von Sebastian Vettel könnte ein mieses Klima erzeugen. Der Druck hilft niemandem, auch nicht Charles Leclerc.»

Für den elffachen GP-Sieger Villeneuve ist die Situation vergleichbar mit jener bei Red Bull Racing 2014, als der junge Daniel Ricciardo ins Team kam und klar war, dass Vettel zu Ferrari ziehen würde. Jacques weiter: «Ich habe schon vor zwei Jahren gedacht, dass bei Ferrari solch eine Situation entstehen würde. Aber ich sehe in Leclerc jedes Potenzial, um damit umgehen zu können.»

Leclerc ist für Villeneuve eine Lichtgestalt im GP-Sport. «Heute ist das Image alles. Leclerc ist ein adretter Junge, sehr sympathisch. Die Tifosi mögen ihn so sehr wie die Journalisten. So ein Fahrer hilft dabei, Autos zu verkaufen und Sponsoren anzuziehen. Früher haben wir die Rennfahrer als Gladiatoren empfunden, aber das Image heute ist eben ein anderes.»

Wie sieht Jacques Villeneuve das 2021er Ferrari-Fahrerduo aus Leclerc und Carlos Sainz? «Carlos hat weiter Entwicklungspotenzial, und er hat bei McLaren mit Lando Norris gezeigt, dass er mit einem Stallgefährten gut umgehen kann. Das ist für Ferrari ganz wichtig. Ich erkenne in Sainz keinen Verstappen, aber einen sehr starken Piloten. Und einen, der seinem Teamkollegen nicht lästig werden wird.»

Zur Frage, auf wen Jacques Villeneuve Geld setzen würde, meint der 163fache GP-Teilnehmer: «Auf Mercedes. Da ist das Geld so sicher angelegt wie bei der Bank.»

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