Alain Prost (Renault): Sebastian Vettel war Kandidat

Von Mathias Brunner
Formel 1
Alain Prost und Sebastian Vettel in Monaco 2019

Alain Prost und Sebastian Vettel in Monaco 2019

​Sebastian Vettel sagt: Mit Renault gab es Gespräche, aber keine richtigen Verhandlungen, bevor Fernando Alonso verpflichtet wurde. Renault-Sonderberater Alain Prost bestätigt, dass Vettel ein Thema war.

Sebastian Vettel gehen für 2021 die Cockpits aus. Seit 8. Juli ist klar: Renault tritt ab 2021 mit Superstar Fernando Alonso an und mit dem jungen Esteban Ocon. Damit ist für den vierfachen Weltmeister Vettel eine weitere Tür zugefallen. Der Heppenheimer hat betätigt, dass es mit Renault Gespräche gab, «aber nie konkrete Verhandlungen».

Alain Prost, viermaliger Formel-1-Weltmeister und 51facher GP-Sieger, arbeitet heute als Sonderberater von Renault. Gegenüber Radio Monte Carlo Sport bestätigt die französische Rennlegende: «Wir hatten drei Optionen – Fernando Alonso, Sebsatian Vettel und Valtteri Bottas. Bei Sebastian war die Situation weniger offensichtlich, weil seine Absicht etwas unklar war. Das war kompliziert für uns.»

«Bei Bottas wussten wir: Er sitzt im derzeit besten Auto. Wir suchten nicht einfach nach einem Ersatz für Daniel Ricciardo, wir suchten nach einem Piloten, der von unserem Projekt beseelt ist, im Idealfall einen Fahrer, der das Team bereits kennt und dem auch klar ist, dass 2021 als Übergangsjahr eine schwierige Saison werden kann.»

Letztlich war auch Prost klar: Die Erfahrung von Fernando Alonso ist für die weitere Entwicklung von Renault Gold wert. Der 65jährige Prost weiter: «Natürlich spielte auch eine Rolle, dass wir gemeinsam Geschichte geschrieben haben, mit diesen beiden WM-Titeln für Renault 2005 und 2006. Für uns ist es ganz wichtig, einen Fahrer dieses Kalibers zu haben. Eigentlich war es eine logische Wahl, und das sahen alle Vertreter der Renault-Gruppe so, natürlich auch die Marketing-Spezialisten.»

«Gleichzeitig ist es eine kühne Wahl. Die Erfahrung von Fernando ist gewaltig, er ist für die besten Teams gefahren, er kennt Sieg und Niederlage. Er ist ein Kämpfer. Wenn ich einen Fahrer im Mittelfeld sehe, der Rennen und Titel gewonnen hatte, wenn ich sehe, wie er sich ins Zeug legt, um einen oder zwei Punkte zusammenzukratzen, dann zeigt das eine Charakterstärke, die für uns unwiderstehlich ist.»

«Diese Qualitäten brauchen wir, gerade vor dem Hintergrund, wie hoch die Leistungsdichte im Mittelfeld ist. Da entscheiden Zehntelsekunden. Fernando Alonso ist ein Fahrer, der in solchen Situationen die entscheidenden zusätzlichen Punkte erobert. Und er wird dem Team bei unserer weiteren Entwicklung helfen.»

Jeder weiss: Fernando Alonso ist nicht der Pflegeleichteste. Alain Prost weiter: «Das ist ein Thema, das ich mit ihm besprochen habe, da besteht schon ein gewisses Risiko. Aber wir reden sehr offen darüber. Er sagt, er habe sich geändert, die Auszeit habe ihn reifer gemacht. Er hat viel Neues kennengelernt, wie den Langstreckensport oder die Rallye Dakar. Er hat sich für ein Projekt verpflichtet mit Menschen, die er gut kennt. Er weiss, dass er uns auf diesem Gebiet nicht enttäuschen darf.»

Das Alter spielt für Prost keine Rolle: «Er sass mit 37 Jahren im McLaren, und angesichts seiner Leistungen hat keiner vom Alter gesprochen, er hat nichts von seinem Schwung verloren. Er lag ständig vor Stoffel Vandoorne, den alle als Star der Zukunft eingeschätzt hatten, zwei Jahre lang, bei jedem Rennen.»

«Fernando bietet einen grossen Vorteil: Er stellt Hunderte von Fragen, er steckt die ganze Zeit mit den Ingenieuren zusammen, das ist ein wenig alte Schule, aber es funktioniert.»

Natürlich ist die Rückkehr von Fernando Alonso ein Marketing-Coup, aber Alain Prost sagt: «Einen Fahrer nur aus Marketing-Gründen zu verpflichten, das wäre der falsche Weg. Wir haben eine Entscheidung getroffen, die in sportlichen Gründen wurzelt, die aber in Sachen Marketing gewiss nicht schadet. Das ist wichtig für eine Marke. Wir sind mit der Formel 1 in einer Phase, in welcher die Kosten runter müssen und die Königsklasse Mehrwert bieten muss, um ein Engagement zu rechtfertigen. Alonso bietet einen solchen Mehrwert. Aber das war nicht der Hauptgrund, ihn zu holen.»

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