Timo Glock: Ferrari-Misere? Am besten alle entlassen!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Timo Glock in Hockenheim 2019

Timo Glock in Hockenheim 2019

​Timo Glock – 91facher GP-Teilnehmer und heute DTM-Pilot – macht sich im Instagram-live-Interview Gedanken über ein erschreckend schwaches Ferrari: «Im Grunde müsste man dort alle entlassen.»

Timo Glock (38) hat sich die ersten beiden Formel-1-WM-Läufe auf den Red Bull Ring aufmerksam angeschaut. Bei Ferrari brennt es lichterloh: Motor zu schwach, Aerodynamik faul, Kollision der beiden Piloten im zweiten Rennen. Dabei wäre ein starkes Ferrari ganz wichtig für die Formel 1, und – seien wir mal ehrlich – jeder von uns hat doch eine Schwäche für Ferrari. Was um alles in der Welt ist da los?

Timo Glock sagt im Instagram-live-Interview mit SPEEDWEEK.com über Alarmstufe Rot: «Ferrari ist für mich der kraftvollste Eindruck aus den ersten beiden Wochenenden, leider in negativer Weise. Es tut schon weh zuzuschauen, wie schwer die sich gegenwärtig tun und was da alles schiefgeht; dass man de facto neun Zehntel langsamer unterwegs ist, gemessen am Vorjahresfahrzeug.»

«Rein theoretisch müsste man dort alle entlassen, angefangen bei den Ingenieuren, die wohl alles falsch gemacht haben. Aber wir könnten auch sagen: Es wird offensichtlich, dass 2019 ein Weg gefunden worden war, mehr Leistung aus dem Wagen zu holen. Denn heute sind die Autos 12 bis 15 km/h langsamer auf den Geraden, und das lässt sich nicht mit einer missglückten Aerodynamik erklären. Sondern da ist einfach kein Dampf mehr auf der Kette.»

Kann man es sich denn so einfach machen und sagen: Der Fisch stinkt eben vom Kopfe – Mattia Binotto ist einfach der falsche Mann für diesen Posten?

Timo Glock überlegt kurz und sagt dann: «Also momentan ist er natürlich in der Situation, dass jeder auf ihn schiesst. Aber man muss das vielleicht von hinten aufrollen und fragen – wer war der federführende Mann, der damals die Grauzone des Reglements wohl etwas ausgeweitet hat? Und nun musste Ferrari beim Motor offenbar zurückrudern. Doch letztlich ist Mattia Binotto in der Führungsposition, und meistens, wenn etwas schiefgeht, steht in der Pflicht, wer den Laden eben lenkt.»

«Wer immer nun davon spricht, dass Binotto gehen sollte, der muss eine Antwort auf die Frage haben: Wer könnte ihn ersetzen? Aber irgendwann wird es bei Ferrari Konsequenzen geben müssen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass dort das Ruder innerhalb weniger Wochen herumgerissen wird.»

«Das alles ergibt für Sebastian Vettel eine ganz schwierige Situation, um gute Leistungen zeigen zu können – das ist dieses Jahr fast nicht mehr möglich.»

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