Wirbel um Lewis Hamilton: Wie es zum Fehler kam

Von Adam Cooper
Formel 1
Peter Bonnington und Lewis Hamilton 2019 in Interlagos

Peter Bonnington und Lewis Hamilton 2019 in Interlagos

​Weltmeister Lewis Hamilton hat in Sotschi eine Strafe wegen Probestarts an der falschen Stelle der Pisteneinfahrt erhalten. Aber wie konnte es eigentlich zu diesem für Mercedes ungewöhnlichen Fehler kommen?

Viele Grand-Prix-Fans fragen sich auch Tage nach dem Russland-GP: Wie kann ein Fahrer vom Kaliber Lewis Hamiltons nicht wissen, wo Probestarts erlaubt und wo sie verboten sind? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, müssen wir verstehen, wie der Dialog zwischen dem sechsfachen Champion und seinem Renningenieur Peter Bonnington verlaufen ist.

Hamilton fragte «Bonno» über Funk, ob er seinen Probestart über den normalen Ort hinaus positionieren könne. Im Anschluss ans Rennen sagte Hamilton dazu: «Dort liegt normalerweise immer sehr viel Gummi. Aber das ist nicht repräsentativ für die Verhältnisse auf deinem Startplatz. Also wollte ich eine Stelle auswählen, die abseits liegt.»

Von Bonnington kam die Antwort zurück, das könne Hamilton machen. Aber zu jener Zeit war der Wagen von Lewis nicht im Bild, also wussten Bonnington und Chefingenieure Andrew Shovlin nicht, wo genau der Engländer losfuhr.

Hamilton absolvierte danach seinen Probestart, fuhr eine Runde, rollte anschliessend durch die Boxengasse, erneut zu jener Stelle bei der Pisteneinfahrt, um einen zweiten Probestart zu machen. Dieses Mal wurde sein Mercedes im Fernsehen gezeigt, und die FIA kündigte sogleich eine Untersuchung an.

In der Folge erhielt Hamilton zwei Strafen – je fünf Sekunden für Probestarts an der falschen Stelle. Er wurde Dritter im Russland-GP.

Andrew Shovlin vertieft: «Es gibt Strecken, da befindet sich bei der Einfahrt auf die Bahn ein aufgemaltes, umgekehrtes U, um die exakte Position für Probestarts festzuhalten. Auf anderen Strecken ist das eher ein nicht näher definierter Raum. Die Absicht von Lewis war aus Sicht des Technikers verständlich – die Startplätze auf der Aufstellung bieten weniger Haftung als der übliche Ort für Probestarts. Daher war es für uns klar und auch in Ordnung, dass sich Lewis ein eigenes Stück Asphalt sucht.»

«Den ersten Probestart konnten wir nicht sehen. Als wir den zweiten auf dem Bildschirm erblickten, war uns klar – das wird die Rennleitung wohl nicht gut finden. Aber wir rechneten zu diesem Zeitpunkt nicht mit einer Zeitstrafe. In den Notizen zum WM-Lauf von Sotschi stand, dass man sich bei der Einfahrt zur Piste rechts aufstellen solle, um Probestarts zu machen. Aus unserer Sicht war zu wenig genau umrissen, wo genau dieser Platz sein sollte. Um ehrlich zu sein, rechneten wir mit einer Ermahnung, nicht mit einer Strafe.»

Russland-GP, Sotschi

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 1:34:07,868 h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +7,729 sec
3. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +22,729
4. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +30,558
5. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +47,065
6. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1:02,186 min
7. Esteban Ocon (F), Renault, +1:08,006
8. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1:08,740
9. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1:29,669
10. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1:32,995
11. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
12. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
13. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
15. Lando Norris (GB), McLaren, +1 Runde
16. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
17. Romain Grosjean (F), Haas, +1 Runde
18. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Crash
Carlos Sainz (E), McLaren, Crash

WM-Stand Fahrer nach 10 von 17 Rennen

1. Hamilton 205 Punkte
2. Bottas 161
3. Verstappen 128
4. Norris 65
5. Albon 64
6. Ricciardo 63
7. Leclerc 57
8. Stroll 57
9. Pérez 56
10. Gasly 45
11. Sainz 41
12. Ocon 36
13. Vettel 17
14. Kvyat 14
15. Nico Hülkenberg (D) 6
16. Räikkönen 2
17. Giovinazzi 2
18. Magnussen 1
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken

1. Mercedes 366
2. Red Bull Racing 192
3. McLaren 106
4. Racing Point 104
5. Renault 99
6. Ferrari 74
7. AlphaTauri 59
8. Alfa Romeo 4
9. Haas 1
10. Williams 0

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