Formel 1: Erster Alpine-Fahrer steht fest

Pierre Gasly (AlphaTauri): «Das war einfach peinlich»

Von Mathias Brunner
Pierre Gasly in der Türkei

Pierre Gasly in der Türkei

​Der Franzose Pierre Gasly, Sensationssieger von Monza, will in der WM weiter vorrücken. Der Zehnte im Zwischenklassement liegt nur zwölf Punkte hinter dem gegenwärtig siebtplatzierten Carlos Sainz.

Pierre Gasly brennt aufs erste GP-Wochenende von Sakhir. «Diese Bahn liegt mir», sagt der Franzose, «hier sind mir immer wieder gute Rennen gelungen, so wurde ich 2018 Vierter, damals im Toro Rosso. Ich komme immer wieder gerne an diesen Ort zurück, ich mag diese Strecke. Es ist immer warm, die Piste ist interessant, und der vierte Platz heisst, dass ich immer mit einem Lächeln auf den Lippen anreise.»

Der Sensationssieger des Italien-GP von Monza weiss: Sein 2020er AlphaTauri-Renner ist konkurrenzfähig. Gasly liegt derzeit auf dem zehnten WM-Rang, und der siebtplatzierte Carlos Sainz ist durchaus in Reichweite – zwölf Punkte Rückstand, das ist in drei Rennen aufzuholen.

Gasly hofft, dass ein enttäuschendes Wochenende in der Türkei eine Ausnahme bleibt. «Die Reifen aufzuwärmen, wird hier in Arabien kein Problem sein, und die Pistenoberfläche ist nicht so rutschig wie auf dem Istanbul Park Circuit.»

Dennoch muss etwas schiefgelaufen sein: Denn klamm war es auch auf dem Nürburgring, dennoch konnte Gasly mit einer ganz starken Darbietung Rang 6 erobern; rutschig war ein neuer Belag auch in Portugal, aber Pierre wurde in der Algarve bärenstarker Fünfter. Was also ist in der Türkei schiefgelaufen? Hat dem AlphaTauri vielleicht die Kombination aus Kälte und rutschiger Bahn nicht geschmeckt?

Der 61fache GP-Teilnehmer Gasly holt ein wenig aus: «Was wir in der Türkei gezeigt haben, das war einfach peinlich. Inzwischen haben wir uns das im Detail angeschaut, und wir haben alle Antworten. Wir verstehen, wieso wir unter Wert geschlagen worden sind und trauen uns zu sagen – das war ein Ausreisser.»

«Portugal war nicht so schlimm wie Istanbul, wenn du die Reifen mal auf Temperatur hattest. Aber die Türkei, so etwas habe ich noch nie erlebt! Und ja, auf dem Nürburgring war es ebenfalls nicht warm, aber auch da war es möglich, die Reifen auf Temperatur zu bringen und gute Zeiten zu fahren. Ich schätze, die Türkei war ein einmaliges Szenario aus Wetter, Pistenoberfläche, Reifen.»

«Ich fand das alles sehr frustrierend, weil solch tückische Verhältnisse in der Regel Gelegenheiten eröffnen. Hier werden wir wieder auf dem normalen Niveau fahren und beweisen, was wir wirklich können.»

Türkei-GP, Istanbul

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:42:19,313 h
2. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +31,633 sec
3. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +31,960
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +33,858
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +34,363
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +44,873
7. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +46,484
8. Lando Norris (GB), McLaren, +1:01,259 min
9. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1:12,353
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1:35,460
11. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Kevin Magnussen (DK), Haas, Aufgabe
Romain Grosjean (F), Haas, Schäden nach Kollision mit Latifi
Nicholas Latifi (CDN), Williams, Schäden nach Kollision mit Grosjean
Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, Getriebedefekt

WM-Stand nach 14 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 307 Punkte
2. Bottas 197
3. Verstappen 170
4. Pérez 100
5. Leclerc 97
6. Ricciardo 96
7. Sainz 75
8. Norris 74
9. Albon 70
10. Gasly 63
11. Stroll 59
12. Ocon 40
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 504
2. Red Bull Racing 240
3. Racing Point 154
4. McLaren 149
5. Renault 136
6. Ferrari 130
7. AlphaTauri 89
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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