Aston Martin Letzter, Sebastian Vettel: «Keine Panik»

Von Mathias Brunner
Aston Martin-Star Sebastian Vettel hatte vor kurzem festgehalten: «Wir müssen in der Lage sein, um Rang 3 unter den Konstrukteuren mitzureden.» Davon war in Bahrain wenig zu sehen: Grosse Probleme beim Test.

Zu den Gewinnern der dreitägigen Bahrain-Wintertestfahrten gehören Red Bull Racing-Honda und AlphaTauri-Honda (schnell und standfest), McLaren (kluger Technik-Kniff am Heck), Alpine (solide Zeiten von Alonso) und Alfa Romeo (auf Augenhöhe mit Ferrari). Zu den Verlierern gehört Mercedes (Probleme mit Standfestigkeit und Handling) und – Aston Martin.

Das Team aus Silverstone hatte 2020 als Racing Point einige Podestplätze herausgefahren, Sergio Pérez gewann im Dezember sensationell den Sakhir-GP. Sebastian Vettel sagte bei der Präsentation des neuen Aston Martin: «In vergangenen Jahren hat der Rennstall den vierten Schlussrang errungen, es hat nicht viel gefehlt zum dritten Platz. Also müssen wir den dritten Rang in der Konstrukteurs-Meisterschaft anstreben.»

Basierend auf den Eindrücken aus drei Tagen Bahrain-Tests befindet sich Aston Martin derzeit nicht auf diesem Niveau: Es mangelt an Speed, es mangelt an Standfestigkeit. Wie im Werkswagen spukte auch im Aston Martin das Getriebe, am Sonntagnachmittag mussten zunächste die Bremsen gewechselt werden, dann verschwand der grüne Renner von Vettel hinter Stellwänden – Problem mit dem Ladedruck seines Mercedes-Motors.

Der vierfache Formel-1-Champion Sebastian Vettel ist zu lange in der Vollgasbranche, um jemandem etwas vormachen zu wollen. Zum Schluss der Testfahrten tauchten die beiden grünen Aston Martin auf den letzten Rängen auf, 17 und 18, Letzter! Aber aus einem der besten Autos 2020 kann bei stabilem Reglement unmöglich das langsamste geworden sein.

Der 53fache GP-Sieger konnte insgesamt nur 117 Runden fahren. Zum Vergleich: Sein früherer Ferrari-Stallgefährte Kimi Räikkönen legte mehr als hundert Runden mehr in die Bahn.

Vettel über seinen Test: «Wir hätten natürlich gerne mehr Runden gefahren, nicht alles ist nach Plan gegangen. Also ist es sehr schwer zu sagen, wo wir genau stehen. Aber das finden wir in zwei Wochen ohnehin aus – also haben die Medien nun zwei Wochen lang Zeit zum Spekulieren!»

«Die Bahn war heute besser, von daher konnte ich viel dazulernen, wie sich der Wagen anfühlt. Von mir selber kommt noch mehr, vom Wagen kommt auch mehr, also mache ich mir noch keine grossen Sorgen. Was mir aber klar ist: Ich stehe in einer steilen Lernkurve während der ersten GP-Wochenenden.»

«Wir sind nie auf Zeitenjagd gegangen, es ging für mich mehr darum, so viel als möglich übers Auto zu lernen. Ich bleibe entspannt. Keiner kann schönreden, dass wir keinen reibungslosen Test hatten. Wir müssen es halt am ersten GP-Wochenende besser machen.»

Wie sehr liegt Aston Martin hinter der Konkurrenz? Seb schmunzelt: «Um ungefähr hundert Runden! Nein, ich wollte mehr fahren, aber daran lässt sich nichts ändern. Ich hatte am Ende auch noch jede Menge Reifen übrig, die wir gar nicht nutzen konnten.»

«Panik spüre ich keine, dazu bin zu erfahren. Es ist ja auch nicht so, dass wir gar nicht zum Fahren gekommen sind.»

«Anderes Auto, anderer Motor, neue Mitarbeiter, andere Abläufe, die Lenkung fühlt sich anders an, weil sich jede Servolenkung in der Formel 1 ein wenig anders anfühlt, es gibt so viel zu lernen. Und da stecke ich mitten drin. Gleichzeitig macht die Arbeit aber auch Freude. Wir haben viel Arbeit, aber dafür bin ich ja da. Und die WM wird auch nicht am ersten Wochenende entschieden, es kommen ja noch 22 weitere.»

Einmal Getriebeproblem, einmal Turboproblem: Ist es fair zu sagen, wir sprechen hier eher von Mercedes-Problemen als von Aston Martin-Problemen? Vettel meint: «Da bin ich nicht ganz einverstanden. Motor und Getriebe stammen von Mercedes, das ist wahr, aber wir fahren ja gemeinsam. Zudem weiss ich noch nicht genau, was heute mit dem Motor passiert ist. Für mich ändert das nicht, wir müssen solche Probleme einfach lösen – gemeinsam.»

Wen sieht Sebastian Vettel derzeit vorne? Seb lacht: «Aston Martin – denn wir haben 2021 auch ein Safety-Car, also werden wir früher oder später unweigerlich an der Spitze auftauchen!»

«Mercedes scheint nicht so dominant zu sein wie früher und hatte wohl Probleme. Aber ich bin sicher, die werden am GP-Wochenende auf Speed sein. Und Red Bull Racing-Honda ist so schnell, wie es sich als Herausforderer ziemt.»

Bahrain-Test, Tag 3

1. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:28,960 min (64 Runden) Reifenmischung C4
2. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, 1:29,053 (91) C5
3. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 1:29,611 (79) C4
4. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:29,766 (166) C5
5. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:30,025 (54) C5
6. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, 1:30,117 (158) C5
7. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:30,144 (76) C4
8. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda,1:30,187 (49) C4
9. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, 1:30,318 (78) C4
10. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:30,486 (80) C3
11. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:30,661 (56) C3
12. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:30,828 (76) C4
13. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:31,310 (61) C3
14. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 1:31,531 (67) C4
15. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 1:32,053 (78) C3
16. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 1:32,406 (86) C2
17. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:35,041 (56) C3
18. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:36,100 (80) C3

Bahrain-Test, Tag 2

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 1:30,289 (58 Runden) Reifenmischung C5
2. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:30,413 (87) C5
3. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:30,693 (71) C5
4. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:30,586 (52) C4
5. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:30,760 (125) C5
6. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:30,903 (73) C5
7. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, 1:32,672 (132) C4
8. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:31,682 (117) C2
9. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:32,215 (52) C3
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, 1:32,339 (128) C2
11. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, 1:32,684 (57) C4
12. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 1:32,883 (88) C3
13. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 1:33,072 (56) C3
14. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 1:33,101 (76) C4
15. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:33,399 (58) C2
16. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:38,849 (10) Prototyp

Bahrain-Test, Tag 1

1. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:30,674 (139 Runden) Reifenmischung C3
2. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:30,889 (46) C3
3. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:31,146 (129) C4
4. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:31,782 (46) Prototyp
5. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 1:31,919 (57) C3
6. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:31,945 (68) C3
7. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:32,203 (45) C2
8. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:32,231 (74) C3
9. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, 1:32,727 (37) C2
10. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:32,912 (42) C2
11. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:33,242 (59) C3
12. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:33,320 (63) C3
13. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:33,742 (51) Prototyp
14. Roy Nissany (IL), Williams FW43B-Mercedes, 1:34,789 (83) C2
15. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 1:34,798 (70) C3
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 1:36,127 (15) C2
17. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 1:36,850 (6) C2



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