Alex Wurz: «Malaysia war gut für den Sport»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1

Anders als viele Beobachter und Fans findet Alexander Wurz, dass die Teamorder bei Red Bull Racing und Mercedes in Malaysia der Formel 1 gut getan hätten.

«Diese Aktionen bringen Interesse, erhöhen die Einschaltquoten. Unter dem Strich ist die Formel 1 der Sieger - vom Geschäftsmodell. Da liegen Emotionen in der Luft» sagt der ehemalige Formel-1-Pilot Alexander Wurz und widerspricht allen, die bisher meinten, die Teamorder-Befehle bei Red Bull Racing und Mercedes hätten dem Sport geschadet. Und Recht hat er im gewissen Sinne auch. Selten wurde über ein Rennen so lange diskutiert wie über den Grand Prix von Malaysia 2013. «Von der sportlichen Ideologie lässt sich darüber diskutieren, ob die Maßnahmen einiger Teams korrekt waren», gibt Wurz allerdings auch zu bedenken.

Über die Tatsache, dass sich Sebastian Vettel über die Anordnung seines Teams hinweggesetzt und Webber trotzdem überholt hat, meint Alex Wurz, da hätten sich schon vorher Emotionen aufgebaut.
«Alles begann in Runde 28, mit dem nicht sonderlich fein gewählten Funkspruch von Sebastian: ‹Räumt Mark aus meinem Weg, er ist zu langsam.› Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Webber die Reifen gut eingeteilt, konnte als passende Antwort seine Führung auf fünf Sekunden ausbauen. Sebastian war nicht in der Lage, zu kontern. Schon da spürte man die Spannung», erinnert sich der Österreicher.

«Hätte Red Bull nicht diese Stallorder ausgesprochen, hätte Webber mit 99,9-prozentiger Sicherheit den Erfolg nach Hause gefahren. An diesem Tag war er vom Reifen-Management besser. Er akzeptierte den Funkspruch, schraubte die Leistung zurück. So kam Vettel ran und konnte der Versuchung nicht widerstehen, vorbei zu fahren.» Nach dem Vorfall in Malaysia sei nun ganz klar, dass Vettel bei Red Bull Racing am längeren Hebel sitze, betont Wurz bei Spox.

«Das Team hat keinen Versuch unternommen, ihn zurück zu pfeifen. Ob er darauf reagiert hätte, ist eine andere Frage. Wenn du etwa dem kleinen Kind sagst, du darfst die Schokolade nicht essen, aber es isst sie trotzdem, musst du darauf reagieren und eine erzieherische Maßnahme tätigen. So ist die Situation klar. Webber muss sich dessen bewusst sein und jeder andere, der in Zukunft mit Sebastian fährt, auch.»

Dieses Los teilten bereits die Teamkollegen von Michael Schumacher, der ebenfalls häufig von der Stallorder profitierte. Und eine gewisse Parallele sieht Alexander Wurz bei den beiden Champions auch.
«Überschlagen wir es in Prozenten: Schumacher wurde sieben Mal, Vettel drei Mal Weltmeister - da kommt man auf knapp unter 50 Prozent. Das würde fast passen», rechnet der 39-Jährige aus. Man könne die beiden aber trotzdem schwer vergleichen fährt er fort. «Sie sind unterschiedliche Charaktere. Die einzige Eigenschaft, welche beide auszeichnet, ist, mit extrem viel Talent gesegnet zu sein. Und die kompromisslose Art jenes auszuschöpfen, Grands Prix und Titel zu gewinnen.»

Mercedes dürfe sich dagegen glücklich schätzen, sagt Wurz, nachdem Nico Rosberg brav die Anweisung seines Teamchefs Ross Brawn befolgte und hinter Lewis Hamilton blieb. «Wenn dir per Funk mitgeteilt wird, nicht anzugreifen, liegen die Nerven blank. Du bist am Limit, unter Adrenalin - das ist eine brutale Geschichte, die man nicht einfach verdaut», weiß er aus eigener Erfahrung und drückt seine Hochachtung für die Mercedes-Piloten aus.

«Beide respektieren einander, kommen bestens aus. Sie waren nicht happy damit. Trotzdem holten sie nicht zum verbalen und medialen Rundumschlag aus, das ist ein riesen Vorteil. Was ich eher kritisch finde, da ich mich selbst in dieser Situation befand, ist die Tatsache, dass Principal Brawn, die Positionen einfriert. Und das im Vorfeld nicht besprochen wurde.»

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