Raúl Fernández: «Gehe es ruhig und ohne Druck an»

Von Vanessa Georgoulas
Moto3
Raúl Fernández

Raúl Fernández

Im Europa-GP durfte Red Bull-KTM-Ajo-Pilot Raúl Fernández seinen ersten Moto3-Sieg bejubeln. Der 20-jährige Spanier erwartet auch beim zweiten Kräftemessen auf dem Ricardo Tormo Circuit ein starkes Wochenende.

Raúl Fernández gelang im Gran Premio de Europa der langersehnte Debütsieg in der Moto3-Klasse, nachdem er vom Chaos in der Führungsgruppe profitiert hatte. Die Freude über den Triumph war gross, wie der Red Bull-KTM-Ajo-Pilot rückblickend festhält: «Ich kann gar nicht in Worte fassen, was das für mich bedeutet. Seit ich mit dem Motorradfahren begonnen habe, träumte ich von einem GP-Sieg. Es ist unglaublich, den ersten Sieg einzufahren, speziell mit diesem Team.»

«Das Erste, was mir nach dem Rennen durch den Kopf ging, war: Wir haben es endlich geschafft. Der langersehnte Sieg, auf den wir so lange hingearbeitet haben, ist endlich passiert. Ich erinnerte mich auch an alle Leute, die mich während der schwierigsten Phasen unterstützt haben. Es war ein harter Grand Prix, auch wenn es eine Hilfe für mich war, dass wir nur wenig Trainingszeit im Trockenen hatten», schildert der 20-Jährige.

«Ich gehöre zu jenen Fahrern, die sich schnell an unterschiedliche Situationen anpassen können, und mit diesem starken Team im Rücken, den grossartigen Technikern und Mechanikern, dauert auch die Suche nach einem starken Set-up nicht lange. Das war der Schlüssel zum Erfolg», ist sich Fernández sicher.

Mit der Rennstrecke von Valencia verbinde ihn eine «Hassliebe», wie der Spanier erklärt: «Auf dem Ricardo Tormo Circuit habe 2014 ich meinen sportlichen Tiefpunkt erlebt, nach einem Unfall musste ich an der Milz operiert werden, als ich erst 14 Jahre alt war. Später habe ich auf diese Rundkurs mein erstes Rennen in der FIM-CEV-Meisterschaft gewonnen. Ich habe meinen ersten grossen Titel in der Moto3-Junioren-WM in Valencia gefeiert und am Sonntag kam mein erster GP-Sieg dazu. Deshalb habe ich gemischte Gefühle, wenn es um diese Strecke geht.»

Die Saison 2020, in der er vor seinem Sieg fünf Mal die Pole und in Aragón als Dritter seinen ersten GP-Podestplatz hatte feiern dürfen, bezeichnet der aktuelle WM-Siebte als Traum-Jahr. «Ich geniesse es sehr, mit dem Team zu arbeiten und im Training haben wir gezeigt, dass wir auf einer Runde die Schnellsten sind.» Am Anfang der Saison habe er noch mühe gehabt, mit dem Druck umzugehen, den er sich selbst auferlegte, gesteht er. «Deshalb konnte ich es nicht ganz geniessen, auf dem Bike auszurücken. Ich wollte beweisen, dass ich in der Lage bin, Rennsiege einzufahren, und das alles, was 2019 passiert ist, einfach Pech war. Sobald ich gelernt habe, richtig damit umzugehen, klappte es auch mit den guten Ergebnissen. Aki Ajo half mir am Besten dabei, als Fahrer und Mensch damit umzugehen.»

Entsprechend zuversichtlich blickt Fernández auf die letzten beiden Saisonläufe: «Wir haben die Chance, an diesem Wochenende wieder Grosses zu leisten, denn uns bleibt mehr Zeit, um ein gutes Set-up zu finden und jene Dinge zu verstehen, die uns im Rennen noch nicht klar waren. Ich habe die richtige mentale Ruhe gefunden, die ich brauche. Nun, da wir unseren ersten Sieg erricht haben, ist es natürlich super, dass wir ein zweites Rennen auf der gleichen Strecke bestreiten werden. Ich gehe die letzten beiden Grands Prix mit Ruhe und ohne Druck an. Ich will es wie schon in den vergangenen vier Rennen einfach geniessen. Und natürlich werde ich versuchen, wieder um den Sieg oder zumindest um einen Podestplatz zu kämpfen. Das Team und ich sind mental und physisch sehr gut aufgestellt für den Schlussspurt.»

Moto3-Ergebnis Europa-GP, Valencia (8.11.):

1. Fernández, KTM
2. Garcia, Honda, + 0,703 sec
3. Ogura, Honda, + 1,005
4. Arbolino, Honda, + 1,037
5. Binder, KTM, + 13,392
6. Tatay, KTM, + 13,424
7. Nepa, KTM, + 16,719
8. Alcoba, Honda, + 16,824
9. Salac, Honda, + 16,964
10. Sasaki, KTM, + 17,088

Ferner:
18. Dupasquier, KTM, + 19,583
21. Kofler, KTM, + 31,328

Moto3-Fahrer-WM-Stand nach 13 von 15 Rennen: 

1. Arenas, 157 Punkte. 2. Ogura 151. 3. Arbolino 141. 4. Vietti 137. 5. Masia 133. 6. McPhee 119. 7. Fernández 118. 8. Binder 101. 9. Suzuki 83. 10. Rodrigo 80. 

Konstrukteurs-WM: 

1. Honda 281. 2. KTM 277. 3. Husqvarna 82.

Team-WM:

1. Leopard Racing 202. 2. Aspar Team 192. 3. Sky Racing VR46 188. 4. Rivacold Snipers 164. 5. Red Bull KTM Ajo 158. 6. Honda Team Asia 154.

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