Carmelo Ezpeleta: «Wollen das Fahrerlager isolieren»

Von Otto Zuber
MotoGP
Dorna-Sports-CEO Carmelo Ezpeleta

Dorna-Sports-CEO Carmelo Ezpeleta

Dorna-Sports-CEO Carmelo Ezpeleta spricht über die ersten KTM-Tests und das Prozedere beim Saison-Restart, der am Wochenenden des 19. Juli auf dem Circuit de Jerez über die Bühne gehen soll.

Die Pläne der MotoGP-Entscheidungsträger für den Restart der Saison 2020 nehmen immer konkretere Züge an, und mit dem Rückgang der Covid-19-Infektionen ist auch für die MotoGP-Piloten wieder etwas Normalität in den Alltag zurückgekehrt. Zahlreiche Fahrer nutzten die gelockerten Bestimmungen in ihren Ländern, um wieder auf einem Bike Gas zu geben – ob auf Asphalt oder auf einer Motocross-Piste.

Das Red Bull KTM Factory Racing Team absolvierte auf dem Red Bull Ring sogar schon den ersten Test nach der Corona-Zwangspause – sehr zur Freude aller Beteiligten und auch der MotoGP-Fans, die sich monatelang mit Online-Rennen begnügen mussten. «Dass wieder trainiert wird, ist ein sehr gutes Zeichen», freut sich auch Carmelo Ezpeleta. Der Dorna-Chef beteuert: «Als wir erfahren haben, dass einige Strecken Profis wieder fahren lassen wollten, haben wir das als grossartige Idee begrüsst.»

Viele Fahrer haben sich danach gesehnt, wieder auf ein Bike zu steigen, weiss der Spanier. «Ich weiss, dass sie glücklich sind, denn die MotoGP-Piloten waren seit dem Test in Katar und die Moto2- und Moto3-Fahrer seit dem Saisonauftakt in der Wüste nicht mehr auf einem Bike unterwegs. Sie alle konnten es kaum erwarten, wieder loszulegen.»

Richtig los geht es dann im Juli, der Saisonauftakt auf dem Circuito de Jerez soll am 19. Juli über die Bühne gehen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und das wird nicht der einzige Unterschied zu den gewohnten Rennen bleiben, denn das «closed door protocol», auf das sich die MotoGP-Entscheidungsträger geeinigt haben, sieht auch strenge Regeln für die Arbeit im Fahrerlager vor.

Ezpeleta beschreibt: «Wir haben in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Sportministern in den verschiedenen Ländern, die wir besuchen werden, ein sehr genau definiertes Protokoll erstellt, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was wir an den jeweiligen Gaststätten tun können.» Die Fahrerlagerbesucher werden demnach intensiv getestet.

«Im Prinzip wird jeder Fahrer, der zum Rennen kommt, vorher ärztlich untersucht, und wenn der Arzt entscheidet, dass ein Test notwendig ist, wird er ihn vor dem ersten Rennen in Spanien durchführen», schildert der 73-Jährige. «Bevor man zum Fahrerlager kommt, wird es einen weiteren Test geben und im Anschluss werden tägliche Checks durchgeführt. Im Fahrerlager wird es auch einige Vorsichtsmassnahmen geben, wie etwa die Isolierung der einzelnen Teams.»

Auch für die Verpflegung und den Transport zwischen Rennstrecke und Hotel habe man klare Prozeduren festgelegt. «Das gilt natürlich für die aktuelle Lage, sollte sich die Situation verbessern, dann wird das natürlich berücksichtigt», bestätigt Ezpeleta, und betont: «Im Prinzip wollen wir das Fahrerlager isolieren, es wird auch keine Berührungspunkte zwischen den ständigen Mitarbeitern an den Rennstrecken und der MotoGP-Familie geben.»

Und Ezpeleta bestätigt auch, dass rund 1300 Personen im Paddock unterwegs sein werden. «Wir haben den Herstellern der MotoGP jeweils fünf Mitarbeiter mehr erlaubt, die Zahlen für die Moto2 und Moto3 bleiben wie ursprünglich geplant», offenbart er. Will heissen: Ein MotoGP-Werksteam darf zu den Geisterrennen 45 Teammitglieder ins Fahrerlager mitbringen, ein Kundenteam deren 25. In der Moto2 sind pro Team 20 Mitarbeiter und in der Einsteigerklasse Moto3 jeweils 15 Teammitglieder erlaubt.

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