Ausritt Brad Binder (KTM): «Das soll mir Lehre sein»

Von Isabella Wiesinger
MotoGP
Brad Binder: Erstmals am MotoGP-Grid

Brad Binder: Erstmals am MotoGP-Grid

Brad Binder ist ein Versprechen für die MotoGP-Zukunft. Der ehemalige Moto3-Weltmeister zeigte bei seinem Debüt in der «premier class» keinen Respekt vor den Stars. «Platz 5 war möglich», seufzte Brad.

Der starke Red Bull-KTM-MotoGP-Rookie Brad Binder fuhr am Sonntag auf dem Circuito de Jerez - Ángel Nieto sein erstes Rennen in der Königsklasse der Motorradweltmeisterschaft. Er verpasste das Quakfyng 2 knapp, qualifizierte sich als 13, lag in der Anfangsphase unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Pol Espargaró, der Sechster wurde. Doch durch einem Verbremser, einem Vorderradslide und einem Ausritt ins Kiesbett verlor Binder 26 Sekunden, deshalb reichte es am Ende nur zu Platz 13.

«Ich habe mich das ganze Wochenende über super gefühlt», erzählte der 24-jährige Südafrikaner. «Als ich hinter den Jungs hergefahren bin, habe ich gemerkt, dass ich die richtige Pace habe. Es ist sehr aufregend, gegen all die Rennfahrer anzutreten, die ich mein ganzes Leben lang bewundert habe.»

Trotz der konkurrenzfähigen Pace schaffte Binder nur den 13. Platz, weil der Fehler in Kurve 5 das Rennen vermasselte: «In der sechsten oder siebten Runde habe ich einen Fehler gemacht. Ich hab‘ auf die Vorderbremse gedrückt und den Reifen blockiert. Ich wäre fast gestürzt, konnte das Bike aber retten und musste dafür in den Kies ausweichen. Dabei habe ich 26 Sekunden verloren.“

«Das Motorrad funktioniert super, das habe ich auch meinem Team gesagt. Wir hätten heute wirklich weit vorne liegen können. Ich habe einen Fehler gemacht und daraus gelernt. Nächstes Mal werde ich es besser machen.»

«Besonders überrascht hat mich, dass ich überhaupt nicht nervös war und mich in der Gruppe und auf dem Motorrad so wohl gefühlt habe», meinte der Moto3-Weltmeister von 2016. «Ich war selbstsicher, weil ich gut vorbereitet war. Es stellt sich heraus, dass die MotoGP-Maschine nicht so viel anders zu fahren ist als alle anderen Motorräder. Das habe ich nicht erwartet. Ich wollte mein Bestes geben, aber es ist ein Fehler passiert. Es soll mir eine Lehre sein.»

Ob Binder nächste Woche beim zweiten Rennen in Jerez (GP von Andalusien) wieder mit der Spitze mithalten kann, kann er noch nicht einschätzen. «Ich habe eine gute Pace, aber heute bin ich nach dem Fehler größtenteils allein gefahren. Wenn man im Pulk unterwegs ist, ist das wieder etwas anderes. Wenn du an der Spitze fährst, bist du natürlich unter viel mehr Druck. Ich glaube, dass ich heute eine gute Chance auf die Top-Fünf gehabt hätte, aber es hat nicht sein sollen.»

Unglaublich: Gegen Ende des Rennens war der KTM-Werkspilot während einiger Runden der schnellste Mann auf der Strecke. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Motorrad», freute er sich. «Vor allem als der Grip der Reifen ein wenig nachgelassen hat, ist es mir leichter gefallen. Ich bin zum ersten Mal 25 Runden am Stück auf einem MotoGP-Bike gesessen. Unser Paket funktioniert extrem gut; ich möchte mich bei KTM für die tolle Arbeit bedanken. Ich freue mich auf die nächsten Rennen.»

Die Umstände auf und rund um die Rennstrecke sind wegen Corona ganz anders als üblich. Es gab keine Zuschauer und keine Journalisten vor Ort. «Ich muss zugeben, dass ich nie in die Menge schaue, sondern immer versuche, mich auf mich selbst zu konzentrieren», sagte Binder. «Ich fokussiere mich auf das Team und mich selbst. Vor allem, weil am Sonntag wohl eines der wichtigsten Rennen in meiner Karriere war. Auf mein erstes MotoGP-Rennen habe ich mein Leben lang hingearbeitet. Es war eine krasse Erfahrung.»

KTM brachte mit Pol Espargaró und Miguel Oliveira zwei Fahrer in die Top-8, dadurch sicherten sich die Österreich beim Auftakt Platz 3 in der Konstrukteurs-WM. Während mit Brad Binder ein dritter KTM-Fahrer punktete, musste Rookie Lecuona aus dem Red Bull KTM-Tech3-Team wegen der Hitze im letzten Rennvertel erschöpft aufgeben – er lag an elfter Position, 

Stand Marken-WM: 1. Yamaha 25 Punkte. 2. Ducati 16, 3. KTM 10. 4. Honda 6. 5. Aprilia 1.

Übrigens: Mit Petronas-Yamaha führt erstmals ein Kunden-Team in der Team-Weltmeisterschaft.

Ergebnisse MotoGP Jerez/E:

1. Fabio Quartararo (F), Yamaha, 25 Runden in 41:23,796 min
2. Maverick Viñales (E), Yamaha, +4,603 sec
3. Andrea Dovizioso (I), Ducati, +5,946
4. Jack Miller (AUS), Ducati, +6,668
5. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +6,844
6. Pol Espargaro (E), KTM, +6,938
7. Franco Bagnaia (I), Ducati, +13,027
8. Miguel Oliveira (P), KTM, +13,441
9. Danilo Petrucci (I), Ducati, +19,651
10. Takaaki Nakagami (J), Honda, +21,553
11. Johann Zarco (F), Ducati, +25,100
12. Alex Márquez (E), Honda, +27,350
13. Brad Binder (ZA), KTM, +29,640
14. Tito Rabat (E), Ducati, +32,898
15. Bradley Smith (GB), Aprilia, +39,682

WM-Stand entspricht dem Ergebnis

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