Iker Lecuona: «Die MotoGP war nicht fair zu mir»

Von Manuel Pecino
Ein Opfer der Umstände: ?Iker Lecuona

Ein Opfer der Umstände: ?Iker Lecuona

Mit dem MotoGP-Saisonfinale in Valencia verabschiedete sich nicht nur Valentino Rossi von der WM-Königsklasse. Auch Iker Lecuona verlässt die GP-Bühne. Und er geht mit einer gewissen Verbitterung, wie er erzählt.

Die Schlagzeilen beherrschte beim Saisonfinale in Valencia das MotoGP-Karriereende von Valentino Rossi, aber der neunfache Weltmeister war nicht der Einzige, der sich aus dem Feld der WM-Königsklasse verabschiedete. Auch Iker Lecuona bestritt seinen vorerst letzten GP für das Tech3 KTM Factory Racing Team.

Der 21-Jährige aus Valencia wird im nächsten Jahr für das Honda-Werksteam in der Superbike-WM antreten. Er ist sich sicher: Dass seine MotoGP-Karriere nach nur zwei Jahren ein vorläufiges Ende nahm, hat nichts mit seinem Alter zu tun. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com sinniert der WM-Zwanzigste über die Gründe für den Wechsel und erklärt offen: «Die MotoGP war nicht fair zu mir.»

Auf die Frage, ob er mit einer gewissen Verbitterung geht, antwortet Lecuona nach einer langen Denkpause: «Einerseits ja, andererseits aber auch nicht.» Denn er weiss, was zu den enttäuschenden Ergebnissen geführt hat. «Mein Fehler war nicht, zu jung in die MotoGP aufgestiegen zu sein, vielmehr waren es die Umstände, die vorherrschten, als ich in der Königsklasse ankam», stellt er klar.

«Ich erlebte zwei Covid-19-Jahre, in denen wir keine normale WM absolvieren konnten. Ich habe durch die Corona-Krise sehr viel weniger Rennen als gewohnt absolviert und folglich auf einem Motorrad, das schwer zu fahren und zu verstehen war, weniger Kilometer abgespult», sagt der Spanier, der in seiner Debüt-Saison 2020 gleich drei Rennen wegen der Seuche verpasste.

Das erste Heimspiel konnte er nicht bestreiten, weil er sich in Quarantäne begeben musste, nachdem sein Bruder und sein persönlicher Assistent positiv auf das SARS-Cov2-Virus getestet worden waren. Die damaligen Bestimmungen in seiner Wahlheimat Andorra sahen eine 10-tägige Quarantäne für alle vor, die in engem Kontakt mit einem Infizierten standen. Weil er vor dem zweiten Heimrennen in Valencia dann selbst positiv getestet wurde, verpasste er auch das zweite Rennwochenende auf heimischem Boden und den darauffolgenden GP in Portugal, der in der darauffolgenden Woche stattfand.

«Die Corona-Krise hat auch dazu geführt, dass wir 2020 einige Rennen nicht fahren konnten, die in diesem Jahr auf dem Programm standen. Sie waren deshalb neu für mich und das wirkte sich natürlich auch auf die Performance aus», seufzt Lecuona rückblickend.

«Deshalb denke ich auch, dass es unfair war. Ich denke, das hatte nichts mit meinem Alter zu tun. Vielleicht war ich nicht zu 100 Prozent bereit, als ich aufstieg. Aber ich hatte das Zeug, um in der MotoGP mitzukämpfen, ich denke, das hat sich auch gezeigt, als ich schon im ersten Jahr und auch wieder in dieser Saison um Top-10-Plätze kämpfen konnte», fügte der künftige Superbike-WM-Pilot an.

MotoGP Endstand Fahrer-WM (nach 18 Rennen):

1.Quartararo, 278 Punkte. 2. Bagnaia 252. 3. Mir 208. 4. Miller 181. 5. Zarco 173. 6. Binder 151. 7. Marc Márquez 142. 8. Aleix Espargaró 120. 9. Martin 111. 10. Viñales 106. 11.Bastianini 102. 12. Pol Espargaró 100. 13. Rins 99. 14. Oliveira 94. 15. Nakagami 76. 16. Alex Márquez 70. 17. Morbidelli 47. 18. Rossi 44. 19. Marini 41. 20. Lecuona 39. 21. Petrucci 37. 22. Bradl 14. 23. Pirro 12. 24. Dovizioso 12. 25. Pedrosa 6. 26. Savadori 4. 27. Rabat 1.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 357 Punkte. 2. Yamaha 309. 3. Suzuki 240. 4. Honda 214. 5. KTM 205. 6. Aprilia 121.

Team-WM:

1. Ducati Lenovo 433 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 380. 3. Suzuki Ecstar 307. 4. Pramac Racing 288. 5. Repsol Honda 250. 6. Red Bull KTM Factory Racing 245. 7. LCR Honda 146. 8. Esponsorama Racing 143. 9. Aprilia Racing Team Gresini 135. 10. Petronas Yamaha SRT 96. 11. Tech3 KTM Factory Racing 76.

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