Leon Camier: Seine Meinung über die Red Bull Honda

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Die Startnummer 2 von Leon Camier klebt nun auf der Red Bull Honda

Die Startnummer 2 von Leon Camier klebt nun auf der Red Bull Honda

Beim Jerez-Test stieg Leon Camier zum ersten Mal auf die neue Honda CBR1000RR SP2, die mehrere Piloten in der Superbike-WM 2017 zum Verzweifeln brachte. Was der Brite über die Red Bull Honda sagt.

Auf den ersten Blick absolvierte Leon Camier am Mittwoch einen soliden ersten Testtag im Red Bull Honda Team. Nach 60 Runden wurde für den Briten eine Zeit von 1:40,856 min notiert, nur 0,2 sec langsamer als Ducati-Ass Chaz Davies. Der Waliser blieb somit 1,806 Sekunden über der Zeit von Johnny Rea (Kawasaki).

Mit der MV Agusta fuhr der Waliser Camier am Rennwochenende vor vier Wochen nur in der Superpole eine schnellere Zeit als am ersten Tag mit der Honda CBR 1000RR SP2.

SPEEDWEEK.com traf sich mit dem 30-Jährigen, um sich nach seiner Meinung über sein neues Arbeitsgerät zu erkundigen.

Leon, dein erster Tag auf der Fireblade SP2 – wir sind gespannt auf deine Meinung!

Positiv an der Honda ist definitiv das Fahrwerk. Mit jeder Runde habe ich gelernt, wie man es fahren muss und dann klappte es immer besser. Meine Rundenzeit ist nicht Lichtjahre von Davies oder van der Mark entfernt. So gesehen war das in Ordnung.

Negativ ist... also ich muss noch herausfinden, wie die Verbindung zwischen Motor und Elektronik funktioniert. Dafür brauche ich einfach noch mehr Zeit, um das richtig verstehen zu können. Sie wissen aber, dass sie für 2018 in dieser Richtung weiter arbeiten müssen. So wie es jetzt ist, ist das Bike sehr eigenartig zu fahren. Aber im Verlauf des Tages wurden ein paar Anpassungen gemacht, womit ich mich besser gefühlt habe. Trotzdem kann man sich auf dem Gebiet der Elektronik ganz sicher massiv verbessern – da fehlt uns definitiv etwas. Wenn man ans Gas geht, scheint es in Ordnung zu sein. In der Beschleunigungsphase ist es aber seltsam – als Fahrer braucht man da etwas anderes, um mehr herauszuholen. 

Es war ein interessanter Start. Das Chassis muss man verstehen, um damit schnell fahren zu können. Insgesamt sehe ich einige positive Aspekte.

Wie schätzt du das Bike im Vergleich zur Konkurrenz ein?

Momentan ist das Bike nicht konkurrenzfähig, es müssen sich ganz klar ein paar Dinge ändern. Hoffentlich lassen sich die Probleme an Motor und Elektronik schnell aussortieren, damit der Fahrer eine bessere Kontrolle über das Bike hat. Auch am Chassis müssen wir weiter arbeiten. Ich habe am Mittwoch einen anderen Vorderreifen ausprobiert und das Bike verhielt sich komplett anders. Auch für mich gibt es noch viel zu lernen über die Honda. Aber es ist alles nur eine Frage der Zeit.

Auf der Bremse und am Kurveneingang verhält sich die Honda besser als die MV Agusta. Mir ist ein paar Mal das Vorderrad weggerutscht, ich konnte das Bike aber wieder mit dem Knie aufrichten.

Wie sieht der weitere Test-Plan aus?

Beim nächsten Test soll die Elektronik von Magneti Marelli eingesetzt werden. Hoffentlich können wir dann auch eine neue Motoren-Spezifikation ausprobieren. Hier beim Test haben wir aber schon ein paar Dinge testen können, damit es in die richtige Richtung geht. Wir müssen abwarten.

Du hast auch eines Team und neue Techniker an deiner Seite. Wie ist die Stimmung bei Red Bull Honda?

Mein erster Eindruck vom Team ist sehr, sehr professionell. Es herrscht eine sehr nette und ruhige Atmosphäre, alles ist gut strukturiert und organisiert. Was ich am ersten Tag gesehen habe ist wirklich sehr gut.

Zeiten Jerez-Test, Mittwoch:

 

Pos Serie Fahrer Motorrad Zeit Anz. Rd.
1 MGP Andrea Iannone Suzuki 1:38,280 min 68
2 MGP Cal Crutchlow Honda 1:38,337 73
3 MGP Andrea Dovizioso Ducati 1:38,398 47
4 MGP Jorge Lorenzo Ducati 1:38,418 55
5 MGP Pol Espargaro KTM 1:38,642 54
6 SBK Tom Sykes Kawasaki 1:38,735 69
7 MGP Tito Rabat Ducati 1:38,854 81
8 SBK Jonathan Rea Kawasaki 1:39,050 71
9 MGP Bradley Smith KTM 1:39,353 46
10 MGP Scott Redding Aprilia 1:39,372 66
11 MGP Takaaki Nakagami Honda 1:39,584 84
12 SBK Marco Melandri Ducati 1:39,715 65
13 SBK Alex Lowes Yamaha 1:39,715 70
14 MGP Franco Morbidelli Honda 1:39,740 81
15 MGP Sylvain Guintoli Suzuki 1:39,763 93
16 MGP Eugene Laverty Aprilia 1:39,995 64
17 SBK Xavi Fores Ducati 1:40,542 63
18 SBK Michael van der Mark Yamaha 1:40,573 84
19 SBK Chaz Davies Ducati 1:40,630 64
20 SBK Leon Camier Honda 1:40,856 60
21 MGP Xavier Simeon Ducati 1:40,891 35
22 MGP Takumi Takahashi Honda 1:41,089 62
23 SBK Niccolo Canepa Yamaha 1:41,294 68
24 SBK Michael Rinaldi Ducati 1:41,374 67
25 MGP Alex Marquez Honda 1:41,750 34
26 SBK Dan Linfoot Honda 1:41,955 75
27 SBK Jason O'Halloran Honda 1:42,816 58

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