Chaz Davies reagiert allergisch: «Kein neues Bike»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Seit 1988 trat Ducati in der Superbike-WM mit Zweizylinder-Maschinen an, 2019 kommt erstmals ein 1000-ccm-V4 zum Einsatz. Werksfahrer Chaz Davies weiß, dass es schwierig wird, zu Kawasaki aufzuschließen.

Ducati ist der erfolgreichste Hersteller der Superbike-WM, jedes Motorrad setzte Maßstäbe. Eine unrühmliche Ausnahme bildet die 1199 Panigale, welche als erste Maschine aus Bologna über keinen traditionellen Rahmen verfügt. Der Motor ist das tragende Element zwischen Vorder- und Hinterteil, das revolutionäre Konzept setzte sich nie durch und wurde deshalb auch von niemandem abgekupfert.

Die ab 2013 eingesetzte 1199 Panigale R fuhr den ersten Laufsieg erst im dritten Jahr beim Meeting in Aragón 2015 ein. Nach insgesamt sechs Jahren stehen zwar 28 Laufsiege auf der Habenseite, jedoch kein WM-Titel – ein Novum in der Geschichte von Ducati in der seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaft.

Bei Ducati ist man der Meinung, mit dem V2-Motor den Entwicklungszenit erreicht zu haben, deshalb wurde umgeschwenkt auf einen in der MotoGP-WM entwickelten V4-Motor.

Vizeweltmeister Chaz Davies macht viele Vorteile aus, obwohl die Panigale V4 noch in den Kinderschuhen steckt und das Werksteam erst vier Testtage damit hinter sich hat: Zwei in Aragon und die zwei diese Woche in Jerez.

Jedem bei Ducati ist bewusst: Sie haben eine Mammutaufgabe vor sich, wollen sie zu Klassenprimus Kawasaki aufschließen – und ihn dann von der Spitze verdrängen.

Allergisch reagiert Davies, wenn er Geschichten über das «neue Motorrad» von Kawasaki liest oder hört. «Ist den Leuten nicht klar, dass es neue Bikes und neue Bikes gibt», ereiferte sich der Waliser gegenüber SPEEDWEEK.com. «Aragon war nicht der erste Tag von Rea auf seinem Motorrad. Die Ducati ist ein neues Motorrad, es ist mit nichts vergleichbar, was wir zuvor hatten. Kawasaki hat ein paar Prozent hier und dort geändert und sie haben ein paar Hundert Umdrehungen mehr. Aber die Basis ist nach wie vor die Basis. An deren Basis hat sich die letzten fünf Jahre nichts verändert. Letztlich ist das aber alles irrelevant, wir müssen die Lücke zu Kawasaki schließen.»

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