Stinkefinger für Gardner: Petrucci war außer sich
Seltsame Szenen spielten sich im FP2 der Superbike-WM in Cremona ab, die darin gipfelten, dass Danilo Petrucci Remy Gardner derart behinderte, dass der Australier nur noch ins Kiesbett ausweichen konnte.
In der Fernsehübertragung war nur der Schluss des Dramas zu sehen: Sieben Minuten vor Ende des zweiten freien Trainings wartete Danilo Petrucci in Kurve 2 auf Remy Gardner, bummelte auf der Ideallinie und zeigte dem Australier den ausgestreckten Mittelfinger, als dieser Vollgas angeprescht kam. Um einer Kollision zu entgehen, wich Gardner ins Kiesbett aus.
SPEEDWEEK.com erkundigte sich nach der Vorgeschichte. Petrucci genießt den Ruf eines tadellosen Sportlers, ein solches Verhalten ist für ihn völlig untypisch und sorgte entsprechend für große Verwunderung.
"Wann immer Gardner mich sieht, entscheidet er sich dazu, ein Durcheinander zu verursachen", warf Petrucci dem ehemaligen Moto2-Weltmeister vor. "Ich hatte gerade einen neuen Hinterreifen montieren lassen, pushte und verbesserte meine Rundenzeit. Er sah mich in den letzten drei Kurven kommen und entschied sich, die Strecke zu kreuzen. Ich weiß nicht, ob er nach Schmetterlingen Ausschau hielt oder was er tat. Warum fährt er in Kurve 11 von hier nach dort, das war wirklich dumm."
"Er verhält sich seit Donington so", kritisierte Danilo. "Ich weiß nicht, warum er böse auf mich ist. Ich habe kein Interesse an solchen Psychospielchen, ich kreuze nicht die Strecke, wenn einer ankommt. Er kümmert mich nicht, aber die Sicherheit kümmert mich. Er sah mich und entschied sich, die Strecke zu kreuzen – wenn ich im sechsten Gang ankomme. Wenn ich ein gefährlicher Fahrer bin, dann ist er noch gefährlicher. Hätte ich nicht das Gas zugedreht, wäre ich in ihn gekracht."
Petrucci und Gardner wurden vor das FIM Stewards Panel zitiert und erhielten eine Rückversetzung um drei Startplätze im ersten Hauptrennen am Samstag als Strafe. Gardners Team GRT Yamaha ging in Berufung gegen die Strafe, die Entscheidung ist ausständig.
"Ich weiß nicht, weshalb man einem anderen Fahrer die Arbeit ruiniert", sagte Petrucci, der es Gardner mit gleicher Münze zurückzahlte. "Das war kein Rennen, kein Qualifying, nur freies Training. Wir kämpfen nicht um den WM-Titel, deshalb verstehe ich seinen Vorsatz nicht. Es ist nicht sehr schlau, wenn man vorsätzlich die Strecke kreuzt, wie er es getan hat. Das war nichts außer gefährlich, was er getan hat."
Alles, was Petrucci Gardner vorwirft, lässt sich auch über seine Revancheaktion sagen – so bewerten es auch die Offiziellen.
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