Matra oder Renault: Welches ist der lauteste GP-Motor

Von Mathias Brunner
Formel 1

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Welcher Motor ist eigentlich lauter – ein V12 von Matra aus den 60er und 70er Jahren oder ein V10-Aggregat von Renault 30 Jahre später?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Kevin Sattler aus Klagenfurt wissen: «Ich möchte gerne wissen – welcher Formel-1-Motor aus Frankreich war lauter, der V12 von Matra aus den 60er und 70er Jahren oder ein V10-Aggregat von Renault gut dreissig Jahre danach?»

Das ist nicht einfach zu beantworten. Die letzte Generation von V10-Saugmotoren in der Formel 1 bis 2005, die an der 20.000/min-Marke kitzelte, war gut 140 Dezibel laut. Wie sich das anhört, sehen und vor allem hören Sie in einem Video, das damals Renault selber veröffentlicht hat.



Es gibt keine zuverlässigen Sound-Messwerte vom Matra-Motor. Auch Nachschlagewerke über die französische Marke gehen nicht auf das Thema Lautstärke ein (und ich habe einige davon).

Matra (eine Abkürzung von «Mécanique Aviation TRAction») stieg in den Autosport ein, um seinen Mischkonzern (Luft- und Raumfahrt, Waffensysteme) bekannter zu machen. Angestrebt wurde der Sieg in Le Mans und der Gewinn der Formel-1-WM.

Tatsächlich wurde Jackie Stewart 1969 mit einem Matra-Chassis Weltmeister – allerding angetrieben vom zuverlässigen Cosworth-V8. Der V12 war kraftvoll, aber zu einem Sieg hat es nie gereicht. Vor allem Matra-Werksfahrer Chris Amon brachte sein schon legendäres Pech zu Matra. Und auch die beiden Franzosen Jean-Pierre Beltoise und Henri Pescarolo kamen über Podestränge nicht hinaus.

Der Matra-V12 wurde mit Shadow und Ligier bis zur Saison 1982 eingesetzt, und der Sound des französischen V12 ist bis heute einzigartig, einige Zeitgenossen bezeichneten das Triebwerk sogar als Kreissäge. Aber ob das mehr als 140 Dezibel waren, ist schwer zu sagen. Hören Sie selber:



Um die Vormacht der italienischen Rennställe zu brechen, wagte BRM mit einem 1,5-Liter-V16-Motor das scheinbar Unmögliche. Das Triebwerk war unvergleichlich kraftvoll, mit rund 600 PS. Leider war es auch sehr schwer, sehr kompliziert und sehr unzuverlässig. Bei einigen Rennen liessen sich die Motoren nicht in Gang setzen oder die Wagen rollten nach wenigen Metern aus, mit gebratener Kupplung. Einige Fans warfen spöttisch Münzen auf die Rennstrecke. Das Tragische an der ganzen Geschichte: Als der Motor endlich standfest lief, war das Chassis längst überholt.

Wie fabelhaft der BRM V16 klingt, können die Fans bei Veranstaltungen historischer Renner feststellen. Viele Motorsportfans beteuern: Das ist der lauteste aller Motoren. Aber auch hier gibt es keine zuverlässigen Messungen. Dennoch – Lautsprecher aufdrehen und geniessen!

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