Miami-GP ab 2019: Stadt verschiebt Entscheidung!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Bein ChampCar-Rennen von Miami 2003

Bein ChampCar-Rennen von Miami 2003

​Eigentlich sollte ein Ausschuss der Stadt Miami am 26. Juli darüber verhandeln, ob es ab 2019 einen Formel-1-WM-Lauf in der US-Metropole geben wird. Diese Entscheidung ist erst mal verschoben.

Eigentlich schaute alles ganz gut aus: Obwohl sich einiger Widerstand gegen die Idee eines Strassen-GP in Miami formiert hatte, sprachen sich der Stadtrat und die Kommission für Wirtschaftsentwicklung und Tourismus einstimmig dafür aus, die Verhandlungen über ein neues Formel-1-Rennen offiziell aufzunehmen. Die Stadt hatte sich dabei eine Frist bis zum 1. Juli gesetzt, doch dieser Termin kam und verstrich – ohne Vertrag. Dann hiess es: Am 26. Juli werde über den inzwischen ausformulierten Zehnjahresvertrag (mit Option auf weitere zehn Rennen) beraten. Doch nun ist alles wieder anders, wie der «Miami Herald» berichtet.

Bürgermeister Francis Suarez, ein glühender Verfechter des F1-Rennens in seiner Stadt, hat bestätigt – die Entscheidung pro oder kontra Grand Prix fällt erst nach der Sommerpause des Ausschusses, die den ganzen August dauert. Gemäss Homepage der Stadt tagt die Kommission erstmals nach den Sommerferien am 12. September. Grund für die Verschiebung des Geschäfts namens Formel 1: Die Stadt will mehr Meinungen der Anwohner hören. Emilio Gonzalez von der Stadtregierung: «Das ist ein Grossanlass, wir wollen das schon richtig machen.»

Es ist überhaupt nicht garantiert, dass der Vorschlag zum Formel-1-Rennen von den fünf Ausschussmitgliedern einfach abgenickt wird. Die Anwohner leisten erheblichen Widerstand. Die Anwohner haben Bedenken in Sachen Verkehrsbehinderung und Lärm, Ladenbesitzer fürchten, dass Auf- und Abbau sowie das Rennwochenende die Umsätze beschneidet, statt fördert – weil ihre Lokale durch Strassensperren vom Zuschauerfluss abgeschnitten sein werden.

Anwohner Ken Schwart: «Die Stadt beteuert immer, keine Sorge, man werde auf den früheren Stand zurückbauen. Aber wieso sollen wir uns monatelange Umstände antun, nur um wieder auf dem gleichen Stand zu sein?»

Der Anwalt Sam Dubbin hat sich für fast ein Dutzend Anwohner gegen die Veranstaltungen «Ultra» und «Rolling Loud» gewehrt, und das tut er nun auch beim Autorennen. Er droht mit Sammelklagen. Dubbin findet: «Die Stadt steht davor, gewaltige finanzielle und logistische Ressourcen zu opfern für eine Veranstaltung, welche das Leben unserer Bürger verändert.» Die Stadt hält dagegen, dass die Rennbesucher Geld nach Südflorida bringen und dass ein Formel-1-WM-Lauf von unschätzbarem Wert für den Tourismus sei – Miami in der globalen Auslage.

Seit Jahren versuchen Besitzer teurer Eigentumswohnungen an der wunderschön gelegenen Küste, lauten Nachtklubs und Strassenfesten den Riegel zu schieben. Miami gibt sich weltoffen, aber alles hat seine Grenzen. In Miami spriessen Eigentumswohnungen schneller als Pilze. Die wohlhabenden Besitzer machen ihren ganzen politischen Druck spürbar, eine saubere, friedliche und ruhige Wohngegend zu kultivieren. Ende März 2018 musste der Musikklub Heart schliessen. Ein HipHop-Festival wurde auf Druck der Anwohner aus dem Bayfront Park verbannt.

Einen Grand Prix von Miami gab es seit den 80er Jahren bis ins neue Millennium, als Sportwagenrennen, später als Lauf zur IndyCar-Serie (CART, ChampCar). Damals waren die Auflagen zur Austragung eines Autorennens weitaus lascher, und die ganzen neuen Stadtteile existierten noch gar nicht.

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