Johnny Herbert: «Froh, dass Kubica eine Chance hatte»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1

Nur ein Jahr nach seiner Rückkehr in die Formel-1-Startaufstellung muss Robert Kubica zurück auf die Ersatzbank. Dennoch ist es gut, dass der Pole sein GP-Comeback geben konnte, erklärt GP-Veteran Johnny Herbert.

Der eine WM-Punkt, den Robert Kubica nach dem Deutschland-GP und der Rückversetzung der Alfa Romeo-Piloten bejubeln durfte, rettete nicht nur den GP-Rückkehrer vor der Schmach, keine WM-Zähler gesammelt zu haben. Auch für sein Williams-Team blieb es der einzige Top-10-Platz in der Saison 2019. Denn Rookie George Russell ging leer aus.

Dennoch war der 21-Jährige im Normalfall schneller als der 35-Jährige, der nach einer langjährigen Verletzungspause bei Williams eine zweite Chance bekam. Allerdings musste er dort mit den zahlreichen Tücken des unterlegenen FW42 zurechtkommen, was die Arbeit des Kanada-GP-Siegers von 2008 zusätzlich erschwerte. Gegen Ende des Jahres war klar: Kubica würde 2020 nicht mehr für die Briten in der Startaufstellung stehen. Stattdessen wurde Youngster Nicholas Latifi für 2020 engagiert.

Trotzdem betont GP-Veteran und F1-TV-Experte Johnny Herbert bei seinem Auftritt an der Autosport International Show: «Ich bin froh, dass er eine Chance hatte, denn in Roberts Körper steckt immer noch jener Fahrer, von dem Lewis Hamilton so treffend sagt, dass er einer der härtesten Gegner war, die er in seiner Karriere getroffen hat.»

«Das Timing war einfach unglücklich, denn heutzutage müssen die Fahrer schon 15 Einstellungen am Lenkrad vornehmen, bevor sie überhaupt auf die Startaufstellung kommen. Und weil Robert seine rechte Hand nicht nutzen kann, muss er alles mit Links machen. Er muss alle Knöpfe drücken und gleichzeitig auch die Gänge wechseln, es gibt am Steuer unglaublich viel zu tun», schildert der Brite, dessen Rennfahrer-Karriere auch durch einen harten Crash verändert wurde.

«Es ist schade, dass er sein Cockpit verliert, denn er wurde von George nicht vernichtend geschlagen. Aber es reichte nicht, um sich gegen den Junior durchzusetzen. Trotzdem bin ich froh, dass es passiert ist und angesichts der Umstände hat er einen super Job gemacht», fügt der 55-Jährige an.
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Johnny Herbert

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