AlphaTauri-Honda: In Australien fünfte Kraft?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Von links: Daniil Kvyat, Franz Tost und Pierre Gasly

Von links: Daniil Kvyat, Franz Tost und Pierre Gasly

​AlphaTauri-Teamchef Franz Tost hat als WM-Ziel 2020 den fünften Schlussrang genannt. Die Wintertests haben gezeigt: nicht einfach, aber nicht unmöglich. Die Einschätzung von Pierre Gasly und Daniil Kvyat.

GP-Sieger Johnny Herbert ist überzeugt: «2020 wird der Kampf im Mittelfeld noch gnadenloser. Aufgrund des Wintertestverlaufs würde ich sagen – Racing Point hat mit der Mercedes-Kopie derzeit die Nase vorn, dann kommen McLaren und Renault, mit AlphaTauri dicht im Windschatten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Reihenfolge je nach Rennstreckentyp anders lautet.»

AlphaTauri-Teamchef Franz Tost ist guten Mutes, dass sein Rennstall in der Formel-1-WM 2020 den fünften Schlussrang an Land ziehen kann. Abwegig ist dieses Ziel nicht: Mit Toro Rosso ist Tost im vergangenen Jahr WM-Sechster geworden, von Renault erst im WM-Finale von Abu Dhabi geschlagen.

Tost glaubt fest an den nächsten Schritt: «Die Zahlen aus dem Windkanal waren sehr ermutigend und haben sich auf der Testbahn bestätigt. Honda hat nachgelegt. Wir haben zwei tolle Fahrer und einen grossartigen Partner, AlphaTauri. Daher trauen wir uns zu sagen: Wir wollen unter die ersten Fünf in der Weltmeisterschaft kommen!»

«Was den Speed angeht, so sind wir bei der Musik, aber beim Kampf im Mittelfeld wird es um wenige Hundertstel gehen. Wir werden sehr hart arbeiten müssen, um uns da zu behaupten. Die Gegner liegen dicht beisammen, aber die Formel 1 ist Unterhaltung, und je besser unsere Show durch gute Rennen sind, umso besser.»

Wie will sich Tost gegen diese Konkurrenz durchsetzen? «Ich traue uns zu, dass wir Fünfter werden können, weil wir alle Zutaten haben. Wir haben ein Auto, das gut funktioniert. Wir haben mit Honda einen fantastischen Partner, der im Winter sehr hart gearbeitet und sich in allen Belangen verbessert hat.»

«Ich bin entzückt, dass wir Pierre und Daniil für die kommende Saison behalten haben. Beide haben wirklich gute Leistungen gezeigt und ihre Konkurrenzfähigkeit bewiesen. Ihre Aussagen übers Auto sind fundiert, und sie holen alles aus dem Wagen. Wir sind in der glücklichen Lage, ein junges, dennoch erfahrenes Fahrer-Duo auf die Rennstrecke zu bringen. Das macht Mumm für die Saison 2020. Wir hatten noch nie die Situation, dass wir mit zwei Fahrern ins Jahr gehen, die beide volle GP-Saisons betritten haben. Das ist ein grosser Vorteil.»

«Um genau zu sein, halte ich Gasly und Kvyat für das stärkste Fahrerduo, das wir je hatten. Daniil hat einen grandiosen Grund-Speed, beide Fahrer haben Rennen und Titel gewonnen. Beide haben 2019 grossartige Grands Prix gezeigt, so wie Kvyat in Hockenheim oder Gasly in Brasilien, wo er Hamilton hinter sich hielt.»

«Ich sehe AlphaTauri auch als ein Team mit erfahrenen, guten Leuten, die nun länger zusammenarbeiten können, diese Stabilität ist ebenfalls ein Vorteil.»

Wieso scheut sich Tost nicht davor, WM-Rang 5 als Ziel auszugeben? Wo doch andere Rennställe eher ungern bestimmte Schlussränge nennen. Franz schmunzelt: «Ich kann ja schlecht sagen, wir wollen WM-Siebter werden! Die Leute sollen ruhig das Ziel kennen, wir waren im vergangenen Jahr Sechster, wir wollen uns verbessern. Gemessen an dem, wozu wir fähig sind, ist Rang 5 ein realistisches Ziel. Ich sehe keine Gründe, ein ehrgeiziges Ziel zu verstecken.»

«Wir konnten in diesem Winter einen grossen Fortschritt machen, genauso wie unser Motorenpartner Honda. Dass wir nun schon im dritten Jahr der Zusammenarbeit sind, ist sehr hilfreich, so konnten wir etwa bei der Unterbringung des Motors und aller Komponenten im Chassis optimieren. Wie viel das wert ist, hängt letztlich auch von den anderen Herstellern ab. Da müssen wir die ersten zwei, drei Rennen abwarten, um ein klareres Bild zu haben.»

Was sagen die Fahrer vor dem ersten GP-Wochenende in Australien?

Der Franzose Pierre Gasly, WM-Siebter 2019: «Wir hatten zwei Wintertesttage weniger als in den Jahren zuvor, aber ich sehe uns gut vorbereitet. Die Tests in Spanien sind vielversprechend verlaufen. Wir haben das neue Modell AT01 gründlich kennengelernt. Standfestigkeit und Speed stimmen. Aber Tests sind eben nur Tests – und der Albert Park Circuit ist mit dem Circuit de Barcelona-Catalunya nicht zu vergleichen. Ein so welliger Strassenkurs, der wenig Haftung bietet, könnte die Reihenfolge ein wenig durcheinander wirbeln.»

Der Russe Daniil Kvyat meint: «Wir haben aus den Wintertests fast alles herausgeholt. Ich schätze, der Kampf im Mittelfeld wird mindestens so intensiv wie 2019. Wir sind gut vorbereitet. Wir wissen, dass wir mit dem Chassis und dem Motor weiter Fortschritte gemacht hat, doch auf für uns stellt sich die Frage, wo uns das gemessen an der Konkurrenz hinbringt.»

«Dass die Saison in Australien beginnt, ist ganz nach meinem Geschmack, denn der Kurs im Albert-Park ist alte Schule, wellig, rutschig, unbequem. Zunächst bietet die Oberfläche wenig Haftung, aber das wird besser und besser, je mehr Gummi auf dem Asphalt liegt. Du musst bei der Abstimmung des Autos mit der Entwicklung der Piste Schritt halten, das ist nicht immer ganz einfach.»

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