Daniil Kvyat (AlphaTauri): «Werde nicht Rocky Balboa»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​AlphaTauri-Fahrer Danii Kvyat erzählt, wie es ihm in Zeiten der Corona-Katastrophe geht. Der Russe sagt zu seinem Trainingsprogramm: «Ich werde gewiss nicht zu Rocky Balboa.»

Daniil Kvyat ist einer der wenigen Fahrer, die sich glücklich schätzen, gleiche mehrere Heimrennen fahren zu können. Da ist natürlich der russische WM-Lauf in Sotschi am Schwarzen Meer, dann Monza, weil Kvyat viele Jahre in Italien verbracht hat, und natürlich sein Wohnort Monte Carlo. Und genau dort befindet sich der Sensations-Dritte von Hockenheim 2019 gegenwärtig.

Der 25jährige AlphaTauri-Pilot wartet darauf, dass die Coronakrise überstanden ist. Bei der italienischen Sky hat er einige Fragen der GP-Fans beantwortet. So sagt der WM-Siebte von 2015 zu seinem Alltag: «Klar halte ich mich fit, aber es ist jetzt auch nicht so, dass ich den ganzen Tag trainiere. Ich werde gewiss nicht zu Rocky Balboa! Gleichzeitig ist das Training eine gute Ablenkung in dieser Situation.»

Die Fahrer haben viel Zeit zum Nachdenken, da darf man auch ein wenig träumen. Auf die entsprechende Frage eines Fans meint Kvyat: «Ich hatte das Privileg, schon auf dem Siegerpodest stehen zu dürfen. Mein nächstes Ziel muss logischerweise darin bestehen, ein Rennen zu gewinnen. Und natürlich träumt jeder Formel-1-Fahrer vom WM-Titel.»

Könnte sich Kvyat vorstellen, eines Tages im zweiten Ferrari neben Charles Leclerc zu sitzen? Der Russe arbeitete immerhin 2018 ein Jahr lang als Simulatorspezialist in Maranello. «An so etwas denke ich nicht. Wir haben ja 2020 noch nicht mal ein Rennen fahren können, ich will mich voll und ganz darauf konzentrieren, mit AlphaTauri gute Ergebnisse einzufahren. Die Wintertests waren gut verlaufen, ich fieberte darauf, dass es endlich losgeht, weil ich weiss, dass wir im Winter hervorragende Arbeit gezeigt haben. Dann in Australien nicht fahren zu können, das war schon ein herber Schlag. Was die Zukunft bringt, das weiss keiner.»

Ein anderer Sky-Zuschauer möchte wissen, wer der ideale Stallgefährte von Kvyat war. Wir blenden rasch zurück: 2014 bei Toro Rosso war es Jean-Éric Vergne, 2015 bei Red Bull Racing Daniel Ricciardo, 2016 zurück bei Toro Rosso Carlos Sainz, ebenso 2017, 2018 folgte die Auszeit, 2019 fuhr Kvyat an der Seite des Franzosen Pierre Gasly. Kvyat antwortet: «All meine Stallgefährten waren konkurrenzfähig, einer der Schnellsten war Ricciardo.»

Was zur Frage führt, wer gegenwärtig überhaupt der Stärkste sei. Daniil Kvyat: «Wenn die Fakten für sich sprechen, dann ist das Hamilton. Er hat bei Mercedes unheimlich viel Selbstvertrauen gewonnen und die perfekte Balance gefunden.»

Zum fabelhaften dritten Rang in Hockenheim 2019 meint Kvyat: «Der Moment war deshalb so schön, weil es Momente gegeben hatte, in welchen ich daran zweifelte, ob ich je wieder Grands Prix fahren kann. Für mich war es ein Triumph, wieder einen Stammplatz zu erhalten, und Hockenheim fühlte sich wie ein Sieg an.»

Logische Frage in Italien: Was isst Kvyat gerne? Daniil enthüllt: «Ich mach mir selber gerne Pasta Carbonara, aber oft auch Hühnchen oder Steaks, Lachs und Gemüse. Bei aller Bescheidenheit kann ich nicht übel kochen, und das hilft mit derzeit viel. Ich mag marktfrisches, gesundes Essen, und ich habe Spass daran, mir etwas zuzubereiten.»

Die Liebe zum italienischen Essen entstand in der Phase, als Daniil seine Rennkarriere mit Wohnsitz in Rom vorantrieb. «Wenn ich über die Grenze fahre oder mit dem Flieger in Italien lande, dann habe ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Ich kenne so viele Menschen, ich spreche die Sprache fliessend, ich weiss, wie dieses Land tickt und wo die tollen Restaurants sind und davon gibt es jede Menge, ich meine, es ist Italien!»

«Ich habe zehn Jahre in Italien gelebt, dieses Land bedeutet mir sehr viel. Die Lebensweise ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Freundschaften, die zur Kartzeiten geschmiedet worden sind, bestehen bis heute.»

«Dazu kommt, dass ich 2018 für Ferrari gearbeitet habe. Und dass ich mit AlphaTauri für ein Team arbeite, das ich Italien zuhause ist. Natürlich bleibe ich Russe, aber wenn ich in Italien bin, rede ich wie die Einheimischen, so als wäre ich in Italien aufgewachsen. Ich denke gar nicht mehr darüber nach, es passiert einfach.»

Als Knicks vor Italien trug Daniil im September 2019 beim Rennen von Monza einen leuchten roten Chromhelm, mit weiss-grünem Streifen, diagonal verlaufend.

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