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Ralf Schumacher zu Williams: Kundenauto als Lösung

​GP-Sieger Ralf Schumacher (44) hat gewarnt: «Wenn wir so lange keine Rennen fahren, wird es für Rennställe wie Williams und Haas ganz eng.» Er schlägt für sein Ex-Team als Lösung Kundenautos vor.

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Die Formel 1 befindet sich durch die Coronakrise in finanziell sehr rauer See. GP-Teams sind in akuter Gefahr, einige mussten bereits durch Vorschüsse von "Formula One Management" gestützt werden, wie Greg Maffei zugegeben hat, Geschäftsleiter von Formel-1-Besitzer Liberty Media.

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Ralf Schumacher, 180facher GP-Teilnehmer und heute TV-Experte der deutschen Sky, hat bereits Ende März angekündigt, was da alles auf die Königsklasse zukommt: "Was mit den grossen Konzernen passiert, kann noch niemand abschätzen. An Dingen wie der Formel 1 wird in harten Zeiten als Erstes gespart. In Sachen Geldfluss sind zunächst die kleinen Teams gefährdet, Williams zum Beispiel, und bei Haas weiss auch keiner, wie das weitergeht."

Ungewöhnliche Zeiten zwingen zu ungewöhnlichen Denkansätzen. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner hat angeregt: "Wenn wir ins Extreme gehen, könnten wir sogar sagen – gut, für ein oder zwei Jahre erlauben wir den kleineren Teams den Einsatz von Kundenautos. Sie könnten auf diese Weise die ganzen Kosten für Forschung und Entwicklung auf einen Schlag loswerden, sie könnten sich darauf konzentrieren, ein reines Renn-Team zu sein und einen Wagen Stand WM-Finale des Vorjahres übernehmen. Es gibt keine effizientere Abkürzung, um zu niedrigen Kosten ein schnelles Auto zu erhalten. Wenn ich Alfa Romeo Racing-Financier Finn Rausing wäre oder Rennstallbesitzer Gene Haas, dann würde ich einen Ferrari kaufen oder einen Mercedes oder ein Auto von Red Bull Racing."

Das heutige Reglement verbietet das. Ein Wettbewerber muss den Wagen zum grössten Teil selber konstruieren, nur eine beschränkte Anzahl von Elementen darf aus fremder Produktion stammen. Die heutigen GP-Teams verfolgen komplett unterschiedliche Ansätze: Haas übernimmt sämtliche vom Reglement erlaubte Teile von Ferrari, Williams baut die meisten Teile selber.

Ralf Schumacher sagt in der Bild-Zeitung: "Kundenautos, das ist eine brillante Idee. Ein Team wie Williams wäre viel konkurrenzfähiger, wenn sie einen Wagen von Red Bull Racing kaufen könnten statt einen eigenen zu bauen. Zudem wäre das erheblich kostengünstiger."

Ralf ist von 1999 bis 2004 für Williams gefahren und hat dort seine grössten Erfolge errungen: Fünf seiner sechs Pole-Positions und alle sechs Grand-Prix-Siege.

Doch Teamchefin Claire Williams will von Kundenautos nichts hören. "Wir sind stolz auf unsere Unabhängigkeit", sagte die Engländerin im Rahmen der Wintertests im vergangenen Februar zu diesem Thema. "Wir wollen einen Wagen auf die Bahn bringen, den wir selber entworfen und gebaut haben. Es gehört zur DNA des Sports, den Wagen selber zu bauen. Natürlich erlaubt es das Reglement einem Team wie Haas, gewisse Teile zu übernehmen, das ist clever und spart Geld. Aber das ist einfach nicht unser Weg."

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