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Sebastian Vettel und Ferrari 2021: Zweites Angebot

​Die Verhandlungen zwischen Ferrari und Sebstian Vettel ziehen sich in die Länge. Wie eine Kompromiss-Offerte der Italiener aussehen könnte und wieso sich Vettel in keiner guten Verhandlungsposition befindet.

Formel 1

Im Artikel erwähnt


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Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat nie ein Geheimnis daraus gemacht: Er will Sebastian Vettel über 2020 hinaus behalten. Der Steuermann des berühmtesten Rennstalls der Welt bestätigte schwärmte im März: "Ich sehe einen Sebastian Vettel in guter Form, voll konzentriert, überaus motiviert. Seb hat sich im Winter perfekt vorbereitet, er hat minutiös analysiert, warum er weniger gut als erwartet abgeschnitten hat. Die Erkenntnisse von den Wintertests in Spanien deuten darauf hin, dass er sich im 2020er Ferrari wohler fühlt als im 2019er Wagen."

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Aber Binotto will Vettel nicht um jeden Preis behalten, denn er gab auch zu bedenken: "Sebastian weiss, dass er gut abschneiden muss. Das ist ein Schlüsselmoment in seiner Karriere. Vielleicht ist er von den guten Leistungen von Charles 2019 ein wenig überrascht worden. Nun aber ist ihm klar, wozu Leclerc fähig ist."

Sebastian Vettel selber hat bei Ferrari eine Mission, und die gedenkt er zu erfüllen. Seine 32 Jahre sind dabei kein Hindernis: "Früher habe ich Verträge auch über jeweils drei Jahre abgeschlossen. Mein Alter sollte hier kein eingrenzender Faktor sein."

Die eingrenzenden Faktoren heissen vielmehr Charles Leclerc und jenes 2017er Abkommen mit üppigem Salär, das noch vom früheren Ferrari-Chef Sergio Marchionne abgesegnet wurde.

Vettel hat 2019 nur ein Rennen gewinnen können, sein Stallgefährte Leclerc zwei. Der junge Monegasse ging sieben Mal von der Pole-Position ins Rennen, Seb zwei Mal. Leclerc hat mehr schnellste Runden als Vettel (4:2), er hat im Quali-Duell die Nase vorn (12:9), mehr Punkte als Vettel gesammelt (264:240), mehr Podestränge erobert (10:9), Leclerc wurde WM-Vierter, Vettel Fünfter.

In Italien wurde offen darüber spekuliert, Sebastian Vettel sei für 2021 als erste Offerte nur ein Einjahresvertrag angeboten worden, zu einem Drittel seines bisherigen Gehalts von 30 Millionen Dollar. Weder Vettel noch Ferrari kommentieren das.

Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer über das Problem des vierfachen Champions: "Wo will Vettel denn hin? Das weiss Ferrari ganz genau, und somit sitzen sie bei den Verhandlungen am längeren Hebel. Vettel hat damals einen sehr lukrativen Vertrag erhalten. Es ist klar, dass er eine Einbusse hinnehmen muss. Das ist kein Fall mangelnder Wertschätzung, sondern Poker auf hohem Niveau."

Nun soll Ferrari ein zweites Angebot unterbreitet haben: Ein Vertrag mit zwei Jahren Laufzeit, aber beim verringerten Gehalt wollen die Italiener nicht nachgeben. Die Positionen wirken verhärtet.

Sentimentalität sollten wir von Ferrari keine erwarten: Kimi Räikkönen wurde aufs Abstellgleis gestossen, als im Spätsommer der junge Charles Leclerc für 2019 verpflichtet wurde. Und Ferrari mangelt es nicht an einer Alternative, Marc Surer sieht da vor allem Daniel Ricciardo oder Carlos Sainz.

Letzlich läuft wohl alles auf die Fragen hinaus, wie sehr das Feuer noch in Sebastian Vettel brennt und ob die Liebe für den Sport gross genug ist, um die Ferrari-Kröte zu schlucken, für ein geringeres Gehalt in den roten Overall zu schlüpfen.

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