Kevin Magnussen und Corona: «Das tut besonders weh»

Von Rob La Salle
Formel 1
Kevin Magnussen

Kevin Magnussen

​Haas-Fahrer Kevin Magnussen (27) spricht auf Instagram live über die Corona-Massnahmen in Dänemark, was er im Lockdown am schwierigsten findet und wieso der den Film «Driven» liebt.

Auch Kevin Magnussen hat sich in den vergangenen Wochen im Zuhausebleiben geübt: «Schön ist das alles nicht», sagt er über die Coronakrise, «aber man muss eben das Beste aus der Sache machen. Ich war auch noch nie in der Situation, dass ich quasi wochenlang Hausarrest hatte und Mittel und Wege finden musste, wie ich die Zeit totschlage.» Der Haas-Fahrer lebt eigentlich in London, ist aber nach Ausbruch der Pandemie von vermeintlichen Saisonbeginn in Melbourne nach Dänemark geflogen, «um bei meiner Familie zu sein. Das war eine gute Entscheidung. Auch bei uns hatten wir Lockdown, aber Corona hat Dänemark bei weitem nicht so hart getroffen wie andere Länder.»

Mitte März verhängte Dänemark den Lockdown, aber schon einen Monat später konnten erste Lockerungsmassnahmen verkündet werden. Kevin weiter: «Weil die Vorschriften in Dänemark nicht mehr ganz so streng sind wie anderswo, konnte ich beispielsweise segeln gehen. Wir konnten nirgendwo hin, weil noch alles zu war, aber es hat gut getan, einfach nur rauszukommen und Zeit auf den Wasser und in der Sonne zu verbringen. Und mit dem Boot bist du von allen anderen Menschen weit genug entfernt.»

«Ich weiss noch, wie es 2015 war, als ich kein Renncockpit hatte und auch nicht rennfahren konnte. Aber das hier fühlt sich anders an. Denn wir waren von den Wintertests in Spanien ermutigt, dann reisten wir nach Australien und auf einmal war alles aus. Natürlich hatte ich damals gehört, dass etwas im Busch war», so Magnussen auf dem Instagram live-Kanal der Formel 1, «aber ich glaubte noch immer, dass wir vielleicht am Freitag fahren können. Letztlich war es völlig richtig, das Wochenende abzubrechen. Auch wenn wir Fahrer natürlich enttäuscht waren, dass wir keine Show zeigen konnten.»

«Wir hatten 2019 grosse Schwierigkeiten, aber wir haben auch sehr viel gelernt. Der Eindruck aus den 2020er Wintertests war, dass wir die Probleme des vergangenen Jahres gelöst haben. Und wir waren natürlich neugierig zu sehen, wo wir stehen.»

Was vermisst der WM-Neunte von 2018 am meisten? «Abgesehen vom Fahren vermisse ich es einfach, unbehindert Familie und Freunde zu sein. Meine Mutter und meine Grosseltern gehören zur Risikogruppe, also durfte ich sie nicht sehen. Ich war also mit meiner Frau zusammen und konnte ein paar Freunde sehen – mit dem notwendigen Abstand natürlich, immerhin das. Aber es tut besonders weh nicht zu wissen, wann du gewisse Menschen wiedersehen darfst. Vielleicht kann ich sogar meine Grosseltern erst wieder treffen, wenn es gegen Corona einen Impfstoff gibt.»

Es gab in den letzten Wochen allerdings auch etwas zu lachen. Kevin postete auf Twitter ein Bild von Sylvester Stallone als Rennfahrer im grauenvollen Film «Driven». Der Filmstar trägt auf seinem Rennoverall sogar ein Haas-Logo. «Ist der Film nicht komplett lächerlich?» kugelt sich Magnussen. «Es ist wie ein Comic, er ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist, ich habe ihn schon mehrfach gesehen. Alleine schon die Unfälle, wenn die Autos in einen See fallen und Rennfahrer andere Piloten retten, oder wenn die Fahrer im Rennwagen durch Städte fahren, ohne Helm natürlich – es ist wirklich lächerlich.»

Wann sehen wir Kevin Magnussen eigentlich in einem virtuellen Grand Prix? Der 27jährige Däne gibt zur Antwort: «Mein Vater Jan macht das schon. Aber ich sitze lieber im Kart als im Rennsimultor, mir macht das mehr Spass, auch weil es körperlich anstrengender ist. Derzeit fahre ich ziemlich oft Kart.»

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