Lewis Hamilton: «Sie fragen sich – wie ist er drauf?»

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Der Nordire Mark Gallagher, früherer Rennchef der Motorenfirma Cosworth, über das Verhalten von Menschen in Führungspositionen in schwierigen Zeiten und über eine Begegnung mit Lewis Hamilton.

Mark Gallagher hat im Motorsport schon fast alles gesehen: Der 58-Jährige brach aus Belfast in die grosse weite Rennwelt auf, lernte als Journalist sein Handwerk, wurde Marketing-Chef im Formel-1-Team von Eddie Jordan, arbeitete bei Jaguar, leitete die Motorenfirma Cosworth. Heute arbeitet er als freier Berater und hat mit «The Business of Winning» ein ausgezeichnetes Buch über die wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Formel 1 verfasst.

Gallagher schreibt in einer Kolumne für Linkedin über das Verhalten von Menschen in leitenden Positionen in schwierigen Zeiten. «Das Gebaren von Leadern in Krisenzeiten hat eine elementare Auswirkung auf Kollegen und Untergebene, ich finde, wir sollten uns daran häufiger erinnern, während wir gegen die Auswirkungen von Covid-19 kämpfen. Mir ist das in den Sinn gekommen, als ich am ‘Galvaise Virtual Summit’ teilgenommen habe, einer Sitzung von Wirtschaftsbossen in Nordirland.»

«Da zitierte der Rundfunksprecher und Autor René Carayol die US-amerikanische Poetin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou: ‘Die Leute werden vergessen, was du gesagt hast. Die Leute werden vergessen, was du getan hast. Aber die Leute werden nie vergessen, welches Gefühl du ihnen gegeben hast.’»

«In Krisenzeiten die Stimmung zu heben, das ist nicht einfach», sagt Gallagher weiter. «Vor allem dann nicht, wenn sich vor einem scheinbar unüberwindliche Herausforderungen auftürmen und sich die Aufgabe nie schwieriger angefühlt hat, am Ruder zu stehen. Die Stimmung beeinflusst die Wahrnehmung, das Gedächtnis, die Arbeitsleistung, das ist erwiesen, also sollte es uns nicht überraschen, wenn in Hochleistungs-Teams Menschen das Sagen haben, die positiv und konstruktiv sind.»

«Über ähnliche Zusammenhänge habe ich mich im vergangenen Februar in Singapur mit Formel-1-Champion Lewis Hamilton unterhalten, als wir an der ‘Experian’s Vision 2020’-Konferenz in Singapur teilgenommen haben.»

«Lewis hat damals erzählt: ‚Mir ist klargeworden, das ich in einer positiven Haltung in die Box kommen muss. Alle fragen sich – wie ist er wohl drauf? Wenn ich da scheinbar ohne Energie auftrete, dann überträgt sich das auf alle und zieht die Menschen runter. Es kommt durchaus vor, dass einer meiner Ingenieure ein Problem wälzt und das zu sehen ist. Dann sage ich – komm schon, jetzt aber mit frischer Energie! Ich versuche, diese Kultur zu verkörpern. Wenn wir strahlen, dann ist das fürs ganze Team erhebend.’»

Mark Gallagher weiter: «Ich bin überzeugt, Lewis Hamilton kann sich mit den Ansichten von Angelou gut identifizieren. Schliesslich hat er den Titel eines Gedichts von ihr zu seinem Motto gemacht – Still I Rise. Er trägt das auf dem Rennhelm und auch als Tattoo.»

Still I Rise – an Widerständen wachsen, sich ständig verbessern, sich am Ende durchsetzen.

Mark Gallagher sagt: «Gerade in den gegenwärtig schwierigen Zeiten ist es nicht einfach, ein wenig lockerer zu werden, ein Lächeln zu zeigen, jemanden zu fragen, wie es ihm geht und sich an die kleinen Dinge zu erinnern, wie etwa Guten Morgen zu sagen. Aber das alles ist wichtig für Mitmenschen und Mitarbeiter, auf die wir besonders in turbulenten Zeiten angewiesen sind, jeden Tag.»

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