Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Dr. Helmut Marko: «Hamilton ruinierte unser Rennen»

Von Mathias Brunner
​Red Bull-Rennberater Dr. Helmut Marko ärgert sich zum zweiten Mal grün und blau über die Pistenetikette von Weltmeister Lewis Hamilton. Wie in Brasilien 2019 verlor Alex Albon einen Podestplatz.

Es war eine Fotokopie von Brasilien 2019: Kurz vor Schluss des Grand Prix kam es zu einer Berührung zwischen Lewis Hamilton (Mercedes-Benz) und dem jungen Thai-Briten Alex Albon (Red Bull Racing-Honda), wieder mit Hamilton als Bösewicht, wieder mit Albon, der einen Podestplatz verliert. Red Bull-Rennberater Dr. Helmut Marko ärgert sich grün und blau.

Der 77jährige Grazer im ORF: «Wenn jemand so offensichtlich schuldig ist und dann nur eine Zeitstrafe von fünf Sekunden kriegt und dadurch auch noch in den Punkten bleibt, dann ist das einfach nicht gerecht – in der Relation, was er anrichtet, zu dem, was er einbüßt, und das waren letztlich nur ein paar Plätze. Wir hatten eine ähnliche Situation in Brasilien 2019. Auch da ging es um einen zweiten Platz. Und Hamilton hat auch damals dem Alex einen Rammstoss versetzt. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass man dieses ganze System etwas überdenkt!»

Natürlich wäre der Le-Mans-Sieger von 1971 dafür gewesen, dass Hamilton eine härtere Strafe erhält: «Ob er jetzt Zweiter oder Vierter wird, was ist da der grosse Unterschied? Aber unser Rennen, das hat er komplett ruiniert.»

Marko ist auch deshalb so verärgert, weil der stark fahrende Albon für Red Bull Racing-Honda die letzte Chance auf einen Podestplatz war – nachdem Max Verstappen den Wagen wegen Leistungsverlusts zur Seite stellen musste.

Marko über den Ausfall von Max: «Ich weiss nicht, was los war. Wir gehen davon aus, dass es etwas mit der Elektronik zu tun hat, aber die Details kennen wir noch nicht. Der Speed von Max Verstappen hat bis dahin super gepasst, er ist mit den mittelharten Reifen besser zurechtgekommen als gedacht. Dann war – taktisch gesehen – die Entscheidung super, bei Albon in der Safety-Car-Phase auf den weichen Reifen zu wechseln. Wir hatten zwei Mal die Chance auf Top-Plätze, und jetzt stehen wir begossen da.»

Der Niederländer ist überzeugt: «Wir wären hier mit Leichtigkeit aufs Podest gefahren.»

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