Lewis Hamilton: Diese Reifen bleiben ein Ärgernis

Von Mathias Brunner
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

​Formel-1-Champion Lewis Hamilton sagt seit Jahren: «Wir brauchen andere Reifen.» Vor dem ersten Training zum Grossen Preis von Belgien präzisiert der 88fache GP-Sieger, wie er sich das vorstellt.

Es ist wie eine alte Schallplatte mit einem Sprung: Die Nadel springt immer wieder zu jener Stelle zurück, an welcher sich Formel-1-Champion Lewis Hamilton über die Pirelli-Reifen beklagt. Auf die Frage von SPEEDWEEK.com vor dem ersten Training in Belgien, welchen Druck die Fahrer hier ausüben können und was genau ein Racer wie er von einem Reifen haben möchte, sagt der sechsfache Weltmeister: «Wir Fahrer beklagen uns ständig darüber, dass diese Reifen überhitzen. Wir können nicht konstant attackieren, und aus meiner Sicht wäre das Grundlage für besseren Sport.»

«An einem grundlegenden Problem ist Pirelli schuldlos. Diese Autos werden immer schwerer. Als wir damals in der Formel 1 mehrere Reifenhersteller hatten, waren die Rennwagen erheblich leichter. Aber die Firmen haben sich gegenseitig angestachelt. Heute fehlt dieser Anreiz, weil wir einen Alleinausrüster haben. Druck machen doch heute nur wir Fahrer.»

«Wir versuchen konstruktiv zu bleiben, denn wir wollen Pirelli nicht verärgern. Wir setzen uns laufend mit den Mailändern zusammen. Doch wenn ich mir ansehe, was wir für die Reifen als Ziele definiert hatten, dann war da Produkt nicht mal annähernd so, wie wir es wollten.»

Das war der Grund, wieso Ende 2019 entschieden wurde, auf die 2020er Generation der Pirelli-Reifen zu verzichten und mit den 2019er Walzen weiterzufahren. Lewis: «Diese Reifen waren einfach nicht besser, basta.» Dann kam Corona und damit die Entscheidung, die 2020er Rennwagen auch 2021 zu verwenden, die neue Modellgeration aus finanziellen Gründen auf 2022 zu verschieben, samt Niederquerschnittreifen auf grösseren Felgen.

Lewis Hamilton weiter: «Die Fahrervereinigung GPDA versucht, ihren Beitrag zu leisten. Das ist auch der Grund, wieso ich nach Paris gereist bin. Ich wollte klarmachen: ‚Bitte schliesst die Fahrer in diese Prozesse mit ein. Wir wollen nicht gegen euch arbeiten, aber wir sind Teil dieses Sports, und wir wollen helfen.’»

«Nun haben wir die Situation, dass wir die bestehenden Reifen weiterverwenden, und das führt einfach zu wenig berauschenden Rennen. In der Regel machen wir nur einen Reifenwechsel, und ich finde – Grands Prix mit mehr Stopps sind wesentlich interessanter. Wir haben früher den hyperweichen Reifen gehabt. Das ist genau das Haftungsniveau, das wir Fahrer spüren wollen. Aber nicht nur für ein paar Runden, sondern anhaltend.»

«Wir wollen Reifen, die nicht sofort überhitzen, sondern mit welchen wir nach Herzenslust attackieren können. Heute müssen wir mit den Walzen so sorgfältig umgehen, dass wir gewisse Angriffe rundenlang vorbereiten.»

Der Genfer Romain Grosjean ist seit Oktober einer der drei Direktoren der Fahrervereinigung GPDA (Präsident ist Alex Wurz, der dritte Mann ist Sebastian Vettel). Grosjean sagt: «Ich bin froh, bringt Lewis das Thema auf den Tisch. Wir hatten mit Pirelli eine Videokonferenz, in welcher wir betont haben, dass wir andere Reifen wollen; Walzen, mit welchen wir angreifen können und die dennoch halten.»

Spanien-GP 2020, Barcelona

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:19:44,062 h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +24,177 sec
3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +44,752
4. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1 Runde
5. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +1 Runde
6. Carlos Sainz (E), McLaren, +1 Runde
7. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
8. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1 Runde
9. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
10. Lando Norris (GB), McLaren, +1 Runde
11. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
13. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
15. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
17. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +2 Runden
19. Romain Grosjean (F), Haas, +2 Runden      
Out
Charles Leclerc (MC), Ferrari (Elektrik)

WM-Stand Fahrer nach 6 von 13 Rennen

1. Hamilton 132 Punkte
2. Verstappen 95
3. Bottas 89
4. Leclerc 45
5. Stroll 40
6. Albon 40
7. Norris 39
8. Pérez 32
9. Sainz 23
10. Ricciardo 20
11. Vettel 16
12. Ocon 16
13. Gasly 14
14. Nico Hülkenberg (D) 6
15. Giovinazzi 2
16. Kvyat 2
17. Magnussen 1
18. Räikkönen 0
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken
1. Mercedes 221
2. Red Bull Racing 135
3. Racing Point 63 (78)*
4. McLaren 62
5. Ferrari 61
6. Renault 36
7. AlphaTauri 16
8. Alfa Romeo 2
9. Haas 1
10. Williams 0

* 15 Punkte Abzug wegen Einsatzes illegal kopierter Bremsbelüfung

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