Russland-GP in Sotschi: Rekorde, Unfälle, Skurriles

Von Rob La Salle
Formel 1
Romain Grosjean musste merken: Diese Strecke kann beissen

Romain Grosjean musste merken: Diese Strecke kann beissen

​Zahlen und Fakten vor dem Grossen Preis von Russland: Mercedes tritt in der Olympia-Stadt mit einer makellosen Erfolgsbilanz an, auf Fahrer und Ingenieure lauern einige tückische Fallen.

Auf den ersten Blick sieht die Formel-1-Rennstrecke auf dem Olympia-Gelände von Sotschi recht einfach aus, aber in Wahrheit stellten sich den Piloten und Technikern zahlreiche Schwierigkeiten – hier sind einige Daten und Fakten zum zehnten WM-Lauf der Saison.

Mit 890 Metern ist der Weg von der Pole-Position bis zur ersten Bremszone auf dem Sotschi-Autodrom der längste aller Formel 1-Strecken. Aufgrund des langen Weges bis zur zweiten Kurve ist der Windschatten in Sotschi der kraftvollste in der gesamten Saison. Das gilt besonders auf der ersten Runde des Rennens, was es sehr schwierig gestaltet, seine Position zu verteidigen.

Der Grosse Preis von Russland ist mit 309,944 km Renndistanz das längste Saisonrennen, knapp vor Mugello (309,497 km).

Sotschi ist die einzige Strecke im Formel-1-Rennkalender 2020, auf der aus Sicherheitsgründen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h anstelle der üblichen 80 km/h in der Boxengasse gilt.

Die Strecke besitzt einen der grössten Zeitverluste bei einem Boxenstopp in der gesamten Saison. Alles in allem vergehen von der Boxenein- bis zur -ausfahrt nach dem Stopp 30 Sekunden. Verglichen mit dem normalen Rennspeed auf der Strecke verliert ein Fahrer beim Abbremsen am Boxeneingang, dem Durchfahren der Boxengasse, dem Reifenwechsel und dem Herausbeschleunigen aus der Boxengasse rund 25 Sekunden.

Die Strecke verläuft rund um die Anlagen der Olympischen Winterspiele von 2014, inklusive dem Olympia-Stadion, dem Bolshoy Ice Dome, dem Medal Plaza und der Adler Arena.

Das Autodrom vom Sotschi ist einer von sechs Olympia-Austragungsorten, die auch Schauplatz eines Formel-1-Rennens waren. Die anderen sind Melbourne (1956), Mexiko-City (1968) Montreal (1976), Barcelona (1992) und Rio (2016).

Mercedes besitzt ein hundertprozentige Siegerquote beim Grossen Preis von Russland und hat alle Rennen in Sotschi seit dessen Debüt in der Saison 2014 gewonnen. Darüber hinaus hat die Marke auch zwei Russland Grand Prix in den Jahren 1913 und 1914 in St. Petersburg gewonnen, bei denen Benz-Fahrzeuge siegten.

Der glatte Asphalt des Autodroms geht sehr sanft mit den Reifen um. Deshalb kamen in der Vergangenheit einige Fahrer schon nach der ersten Runde an die Box und fuhren das Rennen danach auf dem gleichen Satz zu Ende. Grosse Veränderung zu 2019: Pirelli hat durchs Band weichere Reifenmischungen dabei. Und es wird markant wärmer als vor einem Jahr. Russland und Abu Dhabi sind die einzigen beiden Saisonrennen, bei denen in diesem Jahr die drei weichsten Reifenmischungen (C3, C4 und C5) zum Einsatz kommen werden.

In Sotschi werden 62 Gangwechsel pro Runde erwartet - gemeinsam mit dem Nürburgring ist dies der Höchstwert in der Saison 2020.

Das Autodrom besteht aus vielen 90-Grad-Kurven, die eine ähnliche Linie aufweisen. Dadurch fällt die Abstimmung des Autos weniger komplex als auf anderen Strecken aus.

Kurve 3 ist eine der längsten Kurven im Rennkalender. Sie wird mit Vollgas durchfahren, ausser wenn der Fahrer auf die Reifen achten muss. Denn wenn man in dieser Kurve Runde für Runde attackiert, werden die Reifen in Mitleidenschaft gezogen, was besonders zu beachten ist, da in Sotschi die drei weichsten Mischungen verwendet werden.

Die so genannten Marbles (Gummiabrieb von den Reifen) sind ein bekanntes Problem in Kurve 3, da sie sich während der Trainings und Rennen sehr schnell bilden. Davon wurden in der Vergangenheit schon einige Fahrer überrascht, wenn sie nur leicht von der Ideallinie abkamen.

Der Spritverbrauch ist besonders hoch. Der Grund dafür sind mehrere lange Geraden sowie die Abfolge der kurzen 90-Grad-Kurven, was dazu führt, dass die Fahrer viel früher Vollgas geben können als auf Strecken mit vielen Haarnadeln und Schikanen. Bei einem normalen Rennen ohne Unterbrechungen müssen die Fahrer mehr auf den Benzinverbrauch achten. Allerdings gab es bei vier der letzten fünf Rennen in Russland eine Safety-Car-Phase. Diese Pause führte dazu, dass die Fahrer weniger auf den Spritverbrauch achten mussten.

Die hohe Safety-Car-Quote in Russland gründet in der Streckencharakteristik des Autodroms, die an einen Strassenkurs erinnert. Die Streckenbegrenzungen stehen nah an der Strecke und erschweren die Bergung eines ausgefallenen oder beschädigten Autos. Das gilt umso mehr, wenn sich ein Zwischenfall in Kurve 13 am Ende der Gegengeraden ereignet, da diese Kurve einen blinden Eingang besitzt.

WM-Stand Fahrer nach 9 von 17 Rennen

1. Hamilton 190 Punkte
2. Bottas 135
3. Verstappen 110
4. Norris 65
5. Albon 63
6. Stroll 57
7. Ricciardo 53
8. Leclerc 49
9. Pérez 44
10. Gasly 43
11. Sainz 41
12. Ocon 30
13. Vettel 17
14. Kvyat 10
15. Nico Hülkenberg (D) 6
16. Räikkönen 2
17. Giovinazzi 2
18. Magnussen 1
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken

1. Mercedes 325
2. Red Bull Racing 173
3. McLaren 106
4. Racing Point 92
5. Renault 83
6. Ferrari 66
7. AlphaTauri 53
8. Alfa Romeo 4
9. Haas 1
10. Williams 0

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