Rennstrategie in Sotschi: Chance für Hamilton-Gegner

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max Verstappen

Max Verstappen

​Der turbulente Verlauf des Abschlusstrainings zum Russland-GP in Sotschi hat Lewis Hamilton auf andere Reifen gezwungen als Valtteri Bottas und Max Verstappen – eine Chance für die Gegner des Briten.

Die Ausgangslage zum siebten Grand Prix von Russland im Rahmen der Formel-1-WM ist überaus prickelnd: Es kommt selten vor, dass die Favoriten von Mercedes-Benz ihre Fahrzeuge mit unterschiedlichen Reifenmischungen ins Rennen schicken. Dies wurde durch den ungewöhnlichen Verlauf des Abschlusstrainings notwendig, oder, wie es Lewis Hamilton beschrieb, «es wurde hektisch».

Lewis Hamilton kann zwar von der Pole-Position ins Rennen gehen, aber diesen Platz ist der Leader in Sotschi oft schon in der ersten Kurve wieder losgeworden – wegen der langen Anfahrt dorthin, welche Windschattenfahren begünstigt und damit den Verfolgern eine gute Chance schenkt, den Pole-Mann gleich mal zu überholen.

Der sechsfache Weltmeister Hamilton hat nach der Qualifikation gemutmasst: «Ich bin nicht sicher, ob ich mit nur einem Stopp durchkomme.» Denn Hamilton wird mit den weichen Pirelli-Reifen ins Rennen gehen (rot markiert), seine grössten Gegner jedoch, Max Verstappen und Valtteri Bottas, starten auf der mittelharten Mischung (gelb markiert).

Pirelli-Rennleiter: «Die beste Rennstrategie in Sotschi ist eine Einstopptaktik mit Start auf dem mittelharten Reifen. Verstappen und Bottas können dadurch im ersten Rennteil länger auf der Bahn bleiben und haben grossen strategischen Spielraum. Die Fahrer, welche auf der weichen Mischung losfahren, müssen hervorragendes Reifen-Management zeigen, wenn sie mit nur einem Stopp durchkommen wollen. Das wird aus verschiedenen Gründen schwierig.»

Ein Mehrstopp-Rennen in Sotschi ist unattraktiv: Das Tempolimit in der Boxengasse des russischen Autodroms liegt aus Sicherheitsgründen bei 60 km/h (sonst 80 km/h), daher ist der Zeitverlust bei einem Reifenwechsel grösser als auf anderen Strecken. Dazu kommt: Es ist nicht einfach, sich nach einem Stopp wieder an den Gegner vorbeizuarbeiten.

Gleichzeitig wird Sonntag der heisseste Tag der Woche sein im Badeort am Schwarzen Meer, mit Temperaturen von 30 Grad oder mehr. Das begünstigt den Reifenverschleiss und erschwert das Schonen der empfindlichen Walzen.

Auf dem Papier die schnellste Taktik: Start auf den weichen Reifen, nach zwölf Runden Wechsel auf den harten Pirelli (weiss markiert) und damit ab ins Ziel (53 Runden Renndistanz). Das schafft aber nur, wer mit seinen Walzen haushalten kann. Das Gleiche gilt für die zweitschnellste Taktik: Start auf weich, Wechsel nach 14 Runden auf mittelhart. Klar lässt sich das auch umdrehen, also Start auf mittelhart, später Wechsel auf weiche Pirelli, wenn der Wagen weniger Sprit an Bord hat und mehr Gummi auf der Bahn liegt. Weniger schnell: Start auf mittelharten Reifen, nach 22 Runden Wechsel auf hart.

Ein weiterer Aspekt in Sotschi, der die Karten neu mischen kann: In vier der vergangenen fünf Russland-GP gab es eine Safety-Car-Phase.

Qualifying, Sotschi

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:31,304 min
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +0,563 sec
3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +0,652
5. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +1,013
4. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1,060
6. Carlos Sainz (E), McLaren, +1,246
7. Esteban Ocon (F), Renault, +1,320
8. Lando Norris (GB), McLaren, +1,543
9. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1,696
10. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1,704
11. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1,935
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1,945
13. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +2,060
14. George Russell (GB), Williams, +2,279
15. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +2,305
16. Romain Grosjean (F), Haas, +3,288
17. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +3,290
18. Kevin Magnussen (DK), Haas, +3,377
19. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +3,762
20. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +3,963

WM-Stand Fahrer nach 9 von 17 Rennen

1. Hamilton 190 Punkte
2. Bottas 135
3. Verstappen 110
4. Norris 65
5. Albon 63
6. Stroll 57
7. Ricciardo 53
8. Leclerc 49
9. Pérez 44
10. Gasly 43
11. Sainz 41
12. Ocon 30
13. Vettel 17
14. Kvyat 10
15. Nico Hülkenberg (D) 6
16. Räikkönen 2
17. Giovinazzi 2
18. Magnussen 1
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken
1. Mercedes 325
2. Red Bull Racing 173
3. McLaren 106
4. Racing Point 92
5. Renault 83
6. Ferrari 66
7. AlphaTauri 53
8. Alfa Romeo 4
9. Haas 1
10. Williams 0


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