Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Imola: Zahlen und Fakten zum Traditions-GP

Von Mathias Brunner
Michael Schumacher 2006 in Imola

Michael Schumacher 2006 in Imola

​Die Formel 1 kehrt zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten ins Autodromo Enzo e Dino Ferrari von Imola zurück. Wir haben einige Zahlen und Fakten zu den Grands Prix auf der italienischen Strecke zusammengetragen.

Imola war jahrelang fester Bestandteil des Formel-1-WM-Programms, aber irgendwann waren zwei WM-Läufe in Italien nicht mehr haltbar – zu viele neue Veranstalter tauchten auf, welche dazu bereit waren, für den GP-Zirkus mehr Geld zu bezahlen.
2020 kehrte Imola zurück, als europäischer Notnagel für die ganzen Rennen, die wegen der Coronakrise in Asien und Amerika weggebrochen waren. Das Rennen von Imola trug dabei erstmals die Bezeichnung «Grosser Preis der Emilia Romagna».

Von 1981 bis 2006 fand in Imola 26 Mal der Grand Prix von San Marino statt, diesen Titel trug das Rennen, weil der Grosse Preis von Italien fast immer in Monza ausgetragen worden ist. Keine Regel ohne Ausnahme: Der erste WM-Lauf in Imola 1980 war wirklich der Grosse Preis von Italien, weil damals im Parco di Monza umgebaut wurde, um jenen Kurs sicherer zu machen.

Imola wird im Gegenuhrzeigersinn befahren werden, so wie der Istanbul Park in der Türkei, Interlagos in São Paulo, der Strassenkurs von Baku, der Circuit of the Americas in Austin, der Marina Bay Circuit von Singapur oder der Yas Marina Circuit in Abu Dhabi.

Die Rennstrecke wurde nach einem Beschluss des Stadtrats von Imola 1970 «Autodromo Dino Ferrari» getauft, 1988, nach dem Tod von Enzo Ferrari, wurde der Titel ergänzt zum heutigen «Autodromo Enzo e Dino Ferrari».

Die Streckenführung ist nicht mehr die gleiche wie 2006: Die Schikane vor Start und Ziel ist verschwunden, dadurch ist die Strecke 50 Meter kürzer geworden und misst nun 4,909 km.

Das erste Rennen auf der damals halb-permanenten Rennstrecke war 1953 ein Motorradwettbewerb, 1954 fand das erste Autorennen statt, um die «Conchiglia d’Oro Shell», also die Goldene Muschel von Shell. Sieger: Umberto Maglioli auf Ferrari Mondial.

Auf italienischem Boden wurden auf vier Rennstrecken Formel-1-WM-Läufe ausgetragen: In Monza (70 Mal Italien-GP), in Pescara (1957), in Imola (26 Mal San Marino-GP, einmal Italien-GP, einmal Emilia Romagna-GP) sowie in Mugello (Toskana-GP 2020).

Italien ist damit das einzige Land neben den USA, das in der gleichen Saison drei WM-Läufe erlebte. 1982 wurde in den Vereinigten Staaten in Long Beach gefahren, in Detroit sowie in Las Vegas.

1980 und 1981 gewann der damalige Brabham-Star Nelson Piquet in Imola von Startplatz 5. Nie fuhr jemand in Imola von weiter hinten zum Sieg. Neun Mal triumphierte der Fahrer von Pole-Position, neun Mal der Pilot, der von Startplatz 2 losgefahren war, zuletzt war das Lewis Hamilton 2020.

Ferrari und Williams halten den Siegrekord in Imola: je acht Siege.

Niemand startete in Imola öfter von Pole-Position als Ayrton Senna – acht Mal. Das ist bis heute Formel-1-Rekord für Poles auf der gleichen Strecke, der auch gehalten wird von Michael Schumacher (Suzuka) und Lewis Hamilton (Albert Park Melbourne).

Nur zwei der 20 heutigen GP-Fahrer waren im Feld 2006 zu finden, als der letzte San Marino-GP stattfand: Kimi Räikkönen und Fernando Alonso.

Die meisten anderen Fahrer sind in Nachwuchsserien in Imola gefahren: Lewis Hamilton in der GP2 (heute Formel 2), Lance Stroll, George Russell, Esteban Ocon, Max Verstappen, Nikita Mazepin, Antonio Giovinazzi und Nicholas Latifi alle in der Formel-3-EM. Lando Norris und Mick Schumacher rückten mit einem Formel-4-Renner aus, Pierre Gasly und Charles Leclerc in der Formel Renault 2.0. AlphaTauri-Fahrer Yuki Tsunoda absolvierte zahlreiche Privattests in Imola.

Imola ist eine von nur fünf Strecken im provisorischen Formel-1-Programm 2021, die nach Menschen benannt sind – neben dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal, dem Circuit Paul Ricard in Frankreich, dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko-Stadt sowie dem Autódromo José Carlos Pace in Interlagos.

Von 1999 bis 2006 war Imola fast ganz in Händen der Familie Schumacher – sechs Siege von Michael Schumacher, ein Sieg von Ralf Schumacher. Nur Fernando Alonso konnte 2005 die Schumi-Festspiele unterbrechen.

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