Ferrari-Nachwuchs: Nur Mick Schumacher genügend

Von Mathias Brunner
Von den Piloten der Fahrer-Akademie von Ferrari wurde 2021 mehr erwartet. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sieht Mick Schumacher auf einem guten Weg, rügt aber seine anderen Nachwuchspiloten.

Formel-2-Champion Mick Schumacher bezahlt bei Haas Formel-1-Lehrgeld. Er kann gegen seinen Stallgefährten Nikita Mazepin eine gute Zwischenbilanz vorweisen, aber die Fehlerquote des Ferrari-Nachwuchspiloten ist zu hoch.

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sagte am Hungaroring zur Entwicklung des 22-Jährigen: «Wir haben zu Beginn der Saison festgehalten – das Ziel soll für ihn darin bestehen, sich keinen übermässigen Druck zu machen, sondern sich ganz aufs Lernen konzentrieren. Die Saison 2021 muss für ihn als Lehrjahr betrachtet werden. Und ich sehe Mick auf einem guten Weg, er macht Fortschritte. Natürlich hat er Fehler gemacht, aber das ist Teil des Lernprozesses. Wir dürfen mit der Zwischenbilanz zufrieden sein. Für Schumacher ist es wichtig, dass er sich in der zweiten Halbzeit weiter entwickelt und stetige Fortschritte erzielt.»

Weniger zufrieden ist Binotto mit dem Zwischenzeugnis seiner anderen Fahrer. Binotto weiter: «Wenn wir uns die Ergebnisse ansehen, dann kann keiner schönreden, dass die Ergebnisse nicht so gut sind wie vor einem Jahr.»

Der bestplatzierte Ferrari-Junior in der Formel 2 ist Robert Shwartzman, der St. Petersburger liegt auf dem dritten Rang und ist 2021 auf den Titel angesetzt. Der Neuseeländer Marcus Armstrong ist enttäuschender 14.

Zum Vergleich: Mick wurde 2020 Formel-2-Champion vor Callum Ilott, auch er aus der Ferrari-Talentschmiede, Shwartzman wurde Gesamtvierter – also drei Ferrari-Talente unter den ersten Vier!

In der Formel 2 liegen der Monegasse Arthur Leclerc und der Brasilianer Enzo Fittipaldi auf den Zwischenrängen 8 und 14, auch nicht berauschend. Dino Beganovich aus Schweden fährt in der Formel-3-Serie Regional Europa hinterher (da war Arthur Leclerc 2020 Gesamtzweiter), Beganovich liegt nur auf dem 15. Platz.

Flotter unterwegs ist Sebastian Montoya, der 16-jährige Sohn des GP-Siegers Juan Pablo Montoya: Er liegt in der italienischen Formel 4 derzeit auf dem dritten Zwischenrang, in der deutschen F4-Meisterschaft ist er gegenwärtig sogar Zweiter. Maya Weug, die erste Frau im Ferrari-Nachwuchsprogramm, hat bislang weder in Deutschland noch in Italien einen Punkt holen können.

Der 15-jährige Australier James Wharton fährt 2021 noch Kart, er soll 2022 in den Automobilsport aufsteigen.

Alle Piloten der Fahrer-Akademie von Ferrari

Jules Bianchi (F): 2009 bis 2014
Sergio Pérez (MEX): 2010 bis 2012
Mirko Bortolotti (I): 2010
Daniel Zampieri (I): 2010 bis 2012
Brandon Maisano (I): 2010 bis 2012
Raffaele Marciello (I): 2010 bis 2015
Lance Stroll (CDN): 2010 bis 2015
Antonio Fuoco (I): 2013 bis 2018
Guanyu Zhou (RCH): 2014 bis 2018
Antonio Giovinazzi (I): seit 2016
Charles Leclerc (MC): 2016/2017
Giuliano Alesi (F): seit 2016
Marcus Armstrong (NZ): seit 2017
Enzo Fittipaldi (BR): seit 2017
Sebastian Montoya (COL): 2018
Callum Ilott (GB): seit 2018
Robert Shwartzman (RUS): seit 2018
Gianluca Petecof (BR): 2018 bis 2021
Mick Schumacher (D): seit 2019
Dino Beganovic (S): seit 2020
Arthur Leclerc (MC): seit 2020
Maya Weug (NL/B): seit 2021
James Wharton (AUS): seit 2021

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