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Ralf Schumacher: «Verstappen hat das Glück verdient»

Der sechsfache GP-Sieger Ralf Schumacher blickt auf den packenden Grossen Preis von Russland in Sotschi zurück. Er stuft die Leistungen von Lando Norris, Max Verstappen und Lewis Hamilton ein.

Formel 1

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Ralf Schumacher weiss genau, wie es sich anfühlt, wenn aus einer Rennstreckenoberfläche gefühlt Schmierseife wird: Im Laufe seiner 180 Formel-1-WM-Einsätze hat der heute 46-jährige GP-Experte der deutschen Sky so manchen Grand Prix auf nasser Bahn erlebt.

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Der WM-Vierte von 2001 und 2002 blickt so auf das spannende Rennen von Sotschi zurück: "Es zeigt, dass sich die Top-Teams immer schwerer tun, an McLaren vorbeizukommen. Der Traditionsrennstall ist definitiv vorne angekommen, auch wenn Teamchef Andi Seidl gerne kleine Brötchen backt."

Ralf Schumacher ist überzeugt: "Lando Norris hätte gewinnen können. Dass er den Sieg nicht nach Hause fahren konnte, ist natürlich schade für ihn. Der Fehler lag da wohl beim Wetterfrosch von McLaren. Teamchef Seidl hat bei uns am Sky-Mikro gesagt, dass sie von leichtem Regen ausgegangen seien und man Norris deshalb draussen gelassen habe. Da kann der Fahrer nichts für. Hätte er gegen sein Team entschieden, wäre es wahrscheinlich anders ausgegangen, aber ihm fehlten halt die Informationen, die das Team hat."

Wie hätte Ralf Schumacher als Teamchef in dieser Situation reagiert? Ralf weiter: "Ich hätte ihn eine Runde nach Hamilton reingeholt, um zumindest den zweiten Platz nach Hause zu fahren. Schon eine leicht feuchte Strecke macht das Fahren für die Piloten deutlich schwieriger. Ein paar Spritzer machen nichts aus. Ist es jedoch flächendeckend feucht, verlieren die Slicks jede Haftung, das ist dann wie auf Seife."

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Verblüffende Erkenntnis von Ralf Schumacher: "Das beste Rennen fuhr meiner Meinung nach Sergio Pérez. Der arme Kerl hatte aber einen miesen Boxenstopp, sonst wäre er aufs Podest gefahren."

Schumacher über Lewis Hamilton: "Hamilton ist der kompletteste Fahrer im Feld. Er hat enorme Erfahrung und arbeitet mit dem Team eng zusammen. Immer, wenn es im Qualifying oder im Rennen drauf ankommt, kann er seine Performance fehlerfrei abrufen."

Aber die Weltmeister patzen auch, wie Ralf Schumacher betont: "Die Überlegenheit von früher ist nicht mehr da. Entsprechend fällt auf, dass der Rennstall Fehler macht. Sei es strategisch oder von Hamilton selbst, der in Ungarn nicht in die Box kommt oder jetzt im Qualifying von Sotschi nicht erkennt, dass er die Reifen wechseln muss."

"Diese Fehler tragen dazu bei, dass der WM-Kampf spannend bleibt. Und jetzt kommen Strecken, die eher zum Rennwagen von Red Bull Racing passen sollten. Wenn man Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Sonntag zugehört hat, dann waren die dort schon sehr zerknirscht, dass Max noch auf Platz 2 fahren konnte, weshalb es für Mercedes besser gewesen wäre, wenn es nicht geregnet hätte – dann wäre Hamilton wohl nur Zweiter geworden, der Abstand zu Verstappen wäre aber grösser."

"Das war Glück für Red Bull Racing und Verstappen. Doch die hatten schon so viel Pech in dieser Saison. Hätten sie das nicht gehabt, wären sie weit vorne. Deshalb haben sie dieses Glück verdient. Zudem muss Hamilton demnächst wohl nochmal den Motor wechseln. Das würde bedeuten, dass er – wie Max an diesem Wochenende – auch einmal von hinten starten müsste."

Russland-GP, Sotschi

01. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:29,48,467 h

02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +52,445 sec

03. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +1:00,062 min

04. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:04,457

05. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +1:08,706

06. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1:20,718

07. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:24,371

08. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1:24,821

09. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:28,279

10. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:32,263

11. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde

12. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde

13. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde

14. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1 Runde

15. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +1 Runde

16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde

17. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde

18. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde

Out

Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes (Dreher)

Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari (Hydraulik)

WM-Stand nach 15 von 21 Rennen

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Fahrer

1. Hamilton 246,5 Punkte

2. Verstappen 244,5

3. Bottas 151

4. Norris 139

5. Pérez 120

6. Sainz 112,5

7. Leclerc 104

8. Ricciardo 95

9. Gasly 66

10. Alonso 58

11. Ocon 45

12. Vettel 35

13. Stroll 24

14. Tsunoda 18

15. Russell 16

16. Latifi 7

17. Räikkönen 6

18. Giovinazzi 1

19. Schumacher 0

20. Kubica 0

21. Mazepin 0

Teams

1. Mercedes 397,5

2. Red Bull Racing 364,5

3. McLaren 234

4. Ferrari 216.5

5. Alpine 103

6. AlphaTauri 84

7. Aston Martin 59

8. Williams 23

9. Alfa Romeo 7

10. Haas 0

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Fahrer

Team

Punkte

1

Kimi Antonelli

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

100

2

George Russell

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

80

3

Charles Leclerc

Scuderia Ferrari HP

59

4

Lando Norris

McLaren Formula 1 Team

51

5

Lewis Hamilton

Scuderia Ferrari HP

51

6

Oscar Piastri

McLaren Formula 1 Team

43

7

Max Verstappen

Oracle Red Bull Racing

26

8

Oliver Bearman

MoneyGram Haas F1 Team

17

9

Pierre Gasly

BWT Alpine Formula One Team

16

10

Liam Lawson

Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team

10

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