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Max Verstappen ist 24: Harte Schule zahlt sich aus

Von Mathias Brunner
Jos und Max Verstappen

Jos und Max Verstappen

An diesem 30. September ist Red Bull Racing-Star Max Verstappen 24 Jahre alt geworden. Sein Duell mit Lewis Hamilton um den WM-Titel 2021 ist das Ergebnis der harten Schule seines Vaters Jos Verstappen.

Proficiat met je verjaardag – alles Gutes zum Geburtstag, Max Verstappen. Der niederländische Red Bull Racing-Pilot ist an diesem 30. September 24 Jahre jung geworden. Das grösste Geschenk 2021 soll aber nicht an diesem Tag überreicht werden, wenn es nach dem 17-fachen GP-Sieger geht: Max hat ausgezeichnete Chancen, 2021 das packende Duell mit Lewis Hamilton für sich zu entscheiden und Formel-1-Weltmeister zu werden.

Um so jung so weit zu kommen, ist Max Verstappen durch die knallharte Schule seines Vater Jos gegangen. Jos Verstappen, heute 49, hat von Brasilien 1994 bis Japan 2003 insgesamt 107 Grands Prix bestritten, vor Max war Verstappen senior der erfolgreichste Formel-1-Fahrer seines Landes.

Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com blickte Jos Verstappen auf die Wurzeln von Max’ Karriere zurück. «Es war Max selber, der die Initiative ergriff. Er war viereinhalb Jahre alt, als er uns eröffnete, er wolle Kart fahren. Damals war ich noch in der Formel 1, bei Arrows. Klar hatte ich selber auch schon daran gedacht, ihn in ein Kart zu setzen, aber eigentlich wollte ich damit noch ein wenig warten. Ich dachte mir: Wenn er sechs Jahre alt ist, dann versteht er alles etwas besser. Aber nein, Max machte ziemlich unmissverständlich klar, dass er ein Go-Kart haben wollte und zwar jetzt.»

«Als Sechsjähriger war er Gleichaltrigen weit voraus. Aber in diesem Alter musste er gegen Fahrer antreten, die acht, neun oder zehn Jahre alt waren. Da war er ein wenig langsamer. Der grosse Schritt kam eines Tages, als unsere belgische Kartstrecke Genk, wo wir zumeist an der Arbeit waren, geschlossen war. Also fuhren wir weiter zu einer Bahn, die Max kaum vertraut war. Max war dort sofort konkurrenzfähig. Ich musste ihm gar nicht mehr viel über die Linien in den verschiedenen Kurven sagen. Da dachte ich: Okay, jetzt hat er es verstanden. Als wir dann zurück waren auf der Hausbahn Genk, war dieser markante Schritt nach vorne ebenfalls zu sehen.»

Einen grossen Plan mit dem Ziel Königsklasse gab es in den ersten Jahren gemäss Jos nicht: «Die Formel 1 war ganz weit weg. Du musst bedenken, dass wir uns zu Beginn ja nur im Benelux-Raum aufgehalten haben. Wir hatten keine Ahnung, wie Max gegen Gegner aus Italien, England oder Frankreich abschneiden würde. Du musst also international fahren, und das war damals auf dieser Stufe erst mit zwölf möglich.»

Wie viel Jos steckt in Max? Verstappen senior weiter: «Ich versuchte schon auf Kart-Stufe, ihm so viel zu vermitteln wie es nur geht. Denn es gibt so viele Aspekte zu beachten – das Fahren an sich, wie du überholst, dann das Abstimmen deines Fahrzeugs. Überholen war für mich ein riesiges Thema, denn man kann meiner Meinung nach auch falsch überholen.»

«Wenn Max bei einem Überholmanöver Zeit verloren hat, dann versuchte ich, ihn zu erklären, wie er das besser machen kann. Das ging so weit, dass ich ihm verboten habe, auf den Geraden anzugreifen oder an Stellen, die mir zu einfach vorkamen. Ich habe ihm gesagt: ‘Du darfst nur hier, hier und auch da attackieren, sonst nicht.’ Und das waren eben Kurven, wo die anderen vielleicht nicht angreifen. Das ist einer der Gründe, wieso wir heute in der Formel 1 den Eindruck haben, Max könne überall überholen. Ein Überholmanöver ist kein Produkt des Zufalls. Ein Pilot muss den Gegner scharf beobachten, seine Schwächen ausspionieren und sich den Rivalen richtiggehend zurechtlegen. Max hat das im Kartsport jahrelang trainiert und verinnerlicht.»

Ein gewisse Grundgelassenheit von Max, die war angeboren, wie Jos betont: «Das war schon immer so. Klar kannst du ihn auf viele Zusammenhänge hinweisen, aber diese innere Ruhe entspricht seinem Charakter, so etwas kannst du nicht trainieren. Ich weiss, dass ich nicht der Einfachste bin, und ich habe von Max sehr viel gefordert. Aber er konnte das alles aushalten. Er war mental schon immer sehr stark. Mit vielen Siegen baute er natürlich auch Schritt um Schritt ein gewaltiges Selbstvertrauen auf. Und wenn du so fest an dich glaubst, dann geht das auch nicht mehr weg.»

Russland-GP, Sotschi

01. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:29,48,467 h
02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +52,445 sec
03. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +1:00,062 min
04. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:04,457
05. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +1:08,706
06. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1:20,718
07. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:24,371
08. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1:24,821
09. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:28,279
10. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:32,263
11. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
12. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
13. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
14. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1 Runde
15. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
17. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
18. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
Out
Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes (Dreher)
Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari (Hydraulik)

WM-Stand nach 15 von 22 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 246,5 Punkte
2. Verstappen 244,5
3. Bottas 151
4. Norris 139
5. Pérez 120
6. Sainz 112,5
7. Leclerc 104
8. Ricciardo 95
9. Gasly 66
10. Alonso 58
11. Ocon 45
12. Vettel 35
13. Stroll 24
14. Tsunoda 18
15. Russell 16
16. Latifi 7
17. Räikkönen 6
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Kubica 0
21. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 397,5
2. Red Bull Racing 364,5
3. McLaren 234
4. Ferrari 216.5
5. Alpine 103
6. AlphaTauri 84
7. Aston Martin 59
8. Williams 23
9. Alfa Romeo 7
10. Haas 0

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