Tom Lüthi: «Ich hoffe, dass es 2020 noch Rennen gibt»
Der Schweizer Moto2-WM-Dritte Tom Lüthi macht sich in der Coronakrise keine Illusionen. Aber er bleibt positiv. «Man darf sich nicht verrückt machen», betont er.
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Der Schweizer Tom Lüthi dominierte im März den Moto2-Test in Jerez, musste aber beim Saisonstart in Katar bei veränderten Verhältnissen und weniger Grip mit dem zehnten Platz vorliebnehmen. Der Kalex-Pilot aus dem Liqui Moly-Intact-GP-Team hat bereits 287 Grand Prix absolviert und 17 gewonnen. Der 125-ccm-Weltmeister von 2005 hat 2002 in der 125er-WM debütiert und fährt seit 2007 in der Mittelgewichtsklasse um den WM-Titel.
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Aber in den 19 WM-Jahren hat der 34-jährige Berner Oberländer noch nie so eine Situation miterlebt wie jetzt zu Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Im Interview mit SPEEDWEEK.com äußert sich der WM-Dritte von 2019 zu seiner persönlichen Situation und zu seinen Hoffnungen auf eine vernünftige Rennsaison. Tom, zuerst einmal die wichtigsten Fragen: Wie geht es dir? Bist du gesund? Die Familie auch?
Ja, danke, alles okay. Es sind alle gesund. Bei mir ist alles gut. Klar, ich vermisse das Rennfahren. Logisch. Aber bisher kann ich mich gut beschäftigen und ich kann gut trainieren. So weit ist alles in Ordnung.
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Wie wirken sich die Ausgangsbeschränkungen bei dir persönlich aus? Hast du einen Balkon? Oder einen Garten, in dem du dich sportlich betätigen kannst?
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Ich muss jetzt sagen, ich habe in dieser Situation die Luxusvariante, weil ich ja in Linden wirklich am Land wohne. Ich wohne in meinem Haus mit Garten, ich kann rausgehen, ich kann Mountainbike-Fahren und so weiter, ohne einen Menschen zu sehen. Ich kann mich hier zum Glück frei bewegen.
Wie gestaltest du den Umgang mit der Familie? Haltest du ein bis zwei Meter Abstand zu den Eltern und den Schwestern? Ja, wir sehen uns noch, wir haben Kontakt zueinander, wir treffen uns, aber wir halten die Vorschriften en. Wir versuchen, nicht zu dicht nebeneinander zu sitzen. Ich sage meinen Eltern auch, sie müssen aufpassen.
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Wie informierst du dich über die Entwicklung im Motorsport? Inzwischen wurden ja die vier Grand Prix nach Katar alle verschoben, teilweise auf unbestimmte Zeit. Auch Le Mans, wo du schon viermal gewonnen hast. Als es bei uns in der Schweiz mit dem Lockdown losgegangen ist, habe ich wirklich sehr viel Fernsehen geschaut und viel gelesen, was alles wo passiert. Ich habe mich auf SPEEDWEEK.com informiert, was es im Rennsport Neues gibt, was passiert und wann es weitergeht. Irgendwann bin ich von dieser Informationsschwemme müde geworden. Es war einfach zu viel. Ich habe mich dann anderweitig beschäftigt. Ich habe das Training hochgefahren und intensiver trainiert. Außerdem habe ich rund um das Haus Arbeiten erledigt, die oft verschoben worden sind. Ich habe gebaut und gebastelt und mich nicht mehr so stark informiert.
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Ich informiere mich jetzt noch einmal am Tag; dann weiß ich, was läuft und wie es aussieht. Ich probiere jetzt, auf dieser Schiene zu fahren. Das ist besser. Man darf sich nicht verrückt machen. Man muss trotzdem versuchen, einen freien Kopf zu behalten. Das ist relativ schwierig, in dieser Situation. Aber das Training hochzufahren ist ja eigentlich nicht das richtige System. denn du kannst das Topniveau niemals von März bis Ende November durchhalten. Außerdem ist vor August nicht mit Rennen zu rechnen.
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Ja, richtig. Du sagst es. Ich kann es nicht planen. Ich bin mit meinem Trainer immer in Kontakt, wir beratschlagen uns. Wahrscheinlich – oder sicher – haben wir bis zum Neustart noch lange Zeit. Aber man muss schon aufpassen. Denn plötzlich geht es los mit dem Rennfahren – und dann ist man müde, weil man zu viel und zu intensiv trainiert hat. Das ist schon ein wichtiges Thema. Aber es ist unmöglich, dass wir in Mugello am 31. Mai fahren. Es wird jetzt noch eine Zeit dauern, bis wir wieder an die Rennstrecke können. Bis dahin werde ich intensive Trainingsblöcke setzen und zwischendurch wieder runterfahren und regenerieren. Die Erholung darf man in dieser Phase nicht vernachlässigen. Nur trainieren, das macht keinen Sinn. Es muss ein guter Mix sein.
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Der österreichische Bundeskanzler Kurz sagte gestern: Solange es keinen Impfstoff gibt, bleiben die Reiseverbote bestehen. Denn die Finnen werden zum Beispiel im Juli keine Italiener, Franzosen oder Spanier einreisen lassen. Bah… (Er seufzt). Ja, das ist mir schon bewusst. Aber ich muss positiv denken. Deshalb hoffe ich sehr, dass wir in diesem Jahr noch eine Weltmeisterschaft durchführen können. Damit wir den Kontakt zu den Sponsoren behalten und mit ihnen weiter zusammenarbeiten können. Das müssen wir versuchen. Es ist aber schwierig, die echten Fallzahlen in den einzelnen Ländern abzuschätzen. Die Dunkelziffern sind vermutlich sehr hoch. Trotzdem bemühe ich mich, mental stark zu bleiben. Ich darf mich nicht in ein Loch fallen lassen. Deshalb bereite ich mich so vor, als würde im Sommer die Saison neu gestartet. Wie und wann das dann ablaufen wird, da müssen wir auf die Dorna vertrauen.
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