Jack Miller (Rang 19): «Bin gespannt, was passiert»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Moto3-Vizeweltmeister Jack Miller hat in der MotoGP-Klasse bei LCR-Honda ein hartes Stück Arbeit vor sich. «Sepang ist eine mühsame Piste für MotoGP», gab der Australier zu.

Mit Platz 19 und 2,5 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit landete Moto3-Vizeweltmeister Jack Miller (19) am ersten Sepang-Testtag mit seiner Open-Honda aus dem WCM-LCR-Team ungefähr dort, wo man ihn nach sechs MotoGP-Tagen (zwei in Valencia, drei in Sepang im November, dann der erste Tag beim Februar-Test) erwarten durfte.

Immerhin hielt er sich im Bereich von Nicky Hayden (Rang 17), der seine zehnte MotoGP-Saison absolviert und Héctor Barbera (Rang 18), der auch schon seine sechste Saison in der Königsklasse bestreitet.

Miller, der 2014 auf der Red Bull-KTM sechs WM-Läufe gewann, empfing SPEEDWEEK.com am Donnerstag 30 Minuten vor Trainingsstart in seinem kleinen tief gekühlten Office hinter der Box zu einem Vier-Augen-Gespräch. Wir unterhielten uns über seinen «Day 1» nach der Winterpause.

Übrigens: Miller schmiss dann sein Gefährt in der achten Runde ins Gras, blieb aber unverletzt.

Jack, es gibt eine neue Version der Software für die Open-Class-Fahrer. Hast du sie bereits am ersten Tag bereits verwendet?

Ja, wir sind gleich damit gestartet. Wir haben also etwas langsam begonnen und haben alles durchgearbeitet. Es gab ein paar kleine Schwierigkeiten damit, aber wir haben sie recht schnell gelöst. Danach konnten wir ein paar anständige Runden hinlegen und ein paar Details testen.
Aber du weisst, ich benütze immer noch wenig Wheelie-Control und fast keine Traction-Control, nur aus Sicherheitsgründen. Im Moment hoffe ich, dass wir bald etwas mehr Wheelie-Control nützen können, denn langsam beginnt mich das zu nerven.
Der Rest ist gut. Natürlich war es ein bisschen schwierig, nach rund zweieinhalb Monaten wieder aufs Rennmotorrad zurückzukehren und wieder zu fahren.
Kein körperliches Training kann dich ideal auf das MotoGP-Fahren vorbereiten, du beanspruchst einfach dauernd andere Muskeln.
Im Nacken, in den Beinen, überall spürst du die Beanspruchung, du versuchst mit allen Kräften, dich auf dem Motorrad zu halten. Beim Bremsen ist es völlig verrückt.
Wir machen Fortschritte. Ich freue mich auf den zweiten und dritten Tag. Wir haben noch ein paar Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen. Ich bin gespannt, was noch passiert.

Du hast hier in Malaysia Ende November drei Testtage absolvieren können. Wie nützlich war das? Du hattest damals bereits dasselbe Motorrad wie jetzt.

Ja, sicher, die drei Tage haben geholfen. Denn Sepang ist keine Piste, die sich mit dem MotoGP-Bike leicht lernen lässt. Aber als ich im November hier gefahren bin, konnte ich eigentlich keinen Gegner verfolgen. Es ist nett, jetzt bei diesem Test alle Gegner auf der Piste zu sehen, so kann ich besser abschätzen, wo ich falsche Linien gefahren bin und so weiter.

Vor einem Jahr hat MotoGP-Neuling Pol Espargaró hier gesagt, Valencia und Sepang sind mit einer MotoGP-Maschine zwei unterschiedliche Welten. Sepang ist viel, viel schneller und breiter.

Ja, exakt. Das ist eine mühsame Piste. Du siehst, dass einige Fahrer, die in Valencia sehr schnell waren, hier ein bisschen Mühe haben.
Aber weißt du, wir arbeiten in unsere eigene Richtung, wir machen Schritt für Schritt, wir überstürzen nichts.

Die User von SPEEDWEEK.com haben dich zum «Fahrer des Jahres» der Moto3-WM 2014 gewählt. Überrascht dich das?

(Er strahlt). Ich bedanke mich bei allen Fans, die für mich gevotet haben. Es ist nett für mich, etwas zu gewinnen, auch wenn es nicht die Weltmeisterschaft ist... Das ist gut. Danke schön.

Die Testzeiten in Sepang (4. Februar) um 18 Uhr Ortszeit

1. Marc Márquez (E), Honda, 2:00,262 min
2. Valentino Rossi (I), Yamaha 2:00,380
3. Jorge Lorenzo (E), Yamaha, 2:00,521
4. Andrea Dovizioso (I), Ducati, 2:00,617
5. Dani Pedrosa (E), Honda, 2:00,745
6. Pol Espargaró (E), Yamaha), 2:00,930
7. Andrea Iannone (I), Ducati, 2:01,424
8. Stefan Bradl (D), Yamaha, 2:01,556
9. Bradley Smith (GB), Yamaha, 2:01,707
10. Cal Crutchlow (GB), Honda, 2:01,713
11. Scott Redding (GB), Honda, 2:01,917
12. Michele Pirro (I), Ducati, 2:01,951
13. Danilo Petrucci (I), Ducati, 2:02,136
14. Aleix Espargaró (Suzuki), 2:02,225
15. Alvaró Bautista (E), Aprilia, 2:02,285
16. Hiroshi Aoyama (J), Honda, 2:02,560
17. Nicky Hayden (USA), Honda, 2:02,699
18. Héctor Barberá (E), Ducati, 2:02,700
19. Jack Miller (AUS), Honda, 2:02,807
20. Katsuyuki Nakasuga (J), Yamaha, 2:03,092
21. Maverick Viñales (E), Suzuki, 2:03,164
22. Eugene Laverty (IRL), Honda, 2:03,295
23. Mike di Meglio (F), Ducati, 2:03,878
24. Karel Abraham (CZ), Honda, 2:03,879
25. Loris Baz (F), Yamaha, 2:04,163
26. Marco Melandri (I), Aprilia, 2:04,502
27. Alex De Angelis (RSM), ART, 2:04,673
28. Takumi Takahashi (J), Honda, 2:04,719
29. Takuya Tsuda (J), Suzuki, 2:05,478
30. Michael Laverty (GB), Aprilia, 2:06,190

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Sa. 28.11., 13:25, Sky Sport 2
    Formel 2
  • Sa. 28.11., 13:25, Motorvision TV
    Bike World
  • Sa. 28.11., 13:30, Motorvision TV
    Bike World
  • Sa. 28.11., 13:50, Motorvision TV
    FIM World Motocross Champiomship
  • Sa. 28.11., 14:00, RTL
    Formel 1: Freies Training
  • Sa. 28.11., 14:25, Motorvision TV
    FIM Trial World Championship
  • Sa. 28.11., 14:45, RTL
    Formel 1: Qualifying
  • Sa. 28.11., 14:45, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Bahrain
  • Sa. 28.11., 14:50, ORF 1
    Formel 1 Großer Preis von Bahrain 2020
  • Sa. 28.11., 14:55, ORF 1
    Formel 1 Großer Preis von Bahrain 2020
» zum TV-Programm
7DE