Quarantäne-Video: Toni Bou düst durch seine Wohnung

Von Andreas Gemeinhardt
Trial-WM
Corona-Lagerkoller: Toni Bou düst durch die Wohnung

Corona-Lagerkoller: Toni Bou düst durch die Wohnung

Der 27-fache Trial-Weltmeister Toni Bou (Montesa-Honda) verrät im folgenden Interview, wie er seinen Tag in dieser schwierigen Zeit der Coronakrise verbringt und was er von der näheren Zukunft erwartet.

Toni Bou vom Team Repsol Honda ist der bisher erfolgreichste Trial-Pilot aller Zeiten. Er räumte seit 2007 alle WM-Titel ab und brachte es damit auf sagenhafte 27 Titelgewinne, davon 14 Gesamtsiege in der X-Trial-Weltmeisterschaft und 13 WM-Titel in der Outdoor-Trial-Weltmeisterschaft.

Da das für den 3. April 2020 geplante «X-Trial of Nations» in der Arena Stade Liévin (Frankreich) und das X-Trial-WM-Finale am 25. April 2020 in Poliesportiu D'Andorra (AND) abgesagt wurden, steht Montesa-Pilot Toni Bou, der die ersten fünf Saisonläufe in Saint-Denis (F), Rennes (F), Budapest (H), Barcelona (E) und Bilbao (E) ungeschlagen beendete, erneut vorzeitig als neuer X-Trial-Weltmeister der Saison 2019/2020 fest.

Inzwischen hat die Coronakrise auch den Rekordweltmeister eingeholt, Bou trainiert allein auf seinem Anwesen. Im folgenden Interview verrät der 33-Katalane, wie er seinen Tag in dieser schwierigen Zeit der Abgeschiedenheit verbringt und was er von seiner Zukunft erwartet.

Hallo Toni! Du hast kürzlich ein Video gepostet, wie du mit deinem Bike durch dein Haus fährst. Wie verbringst du nun deine Zeit, nachdem die Regierung weitere Restriktionen erlassen hat?

Im Prinzip wie alle anderen auch. Ich bin zu Hause und versuche das Beste daraus zu machen, aber es ist eine unerträgliche Situation für alle. Eigentlich haben wir Glück, zu Hause leben zu können und deshalb möchte ich hiermit auch allen Menschen danken, die diesen Virus bekämpfen. Ich versuche meine Fitness nicht zu verlieren, das ist zwar etwas schwierig, aber derzeit meine einzige Motivation.

Welche Regeln gelten für deinen Heimatort und wie beschäftigst du dich?

Ja, es gibt ein Ausgangsverbot, die Menschen sitzen in ihren Häusern fest und dürfen nur die lebensnotwendigsten Artikel einkaufen. Mit dem Hund spazieren gehen ist ebenfalls erlaubt, aber es darf nur eine Person dabei sein. Ich arbeite viel mit dem Heimtrainer und meine Ernährung muss ich auch nicht umstellen, da diese sowieso strengen Regeln unterliegt.

Trainierst du zurzeit auch mit deinem Trial-Bike?

Nein, ich habe zwar dieses Video gedreht, aber alles andere wäre nur ein überflüssiges Risiko. Im Video habe ich absolut gar nichts riskiert, das hat einfach nur Spaß gemacht. Bis diese Sperrzeit zu Ende ist, werde ich kaum noch auf meinem Bike sitzen. Die Pause wird mit guttun, denn ich hatte mir im Februar beim Training Rücken- und Rippenverletzungen zugezogen, das kann ich jetzt in Ruhe ausheilen lassen, besonders die Lendenwirbel.

Was erwartest du vom Jahr 2021?

Ich hoffe auf einen X-Trial-WM-Kalender mit vielen Events, die wir ohne Probleme bestreiten können. Der Beginn der kommenden Saison ist noch weit entfernt und auch der Saisonstart der Outdoor FIM Trial-WM wurde abgesagt. Im Moment weiß keiner, wie es weitergeht. Es ist eine schwierige Situation, im Privatleben genau wie im Sport. Es wird kompliziert, die Normalität wieder herzustellen, aber wir müssen es versuchen. Allzu viele Möglichkeiten bleiben uns nicht.

Wie sieht dein Tagesablauf zurzeit aus?

Nach dem Aufstehen gehe ich mit dem Hund spazieren und frühstücke anschließend. Anschließend steht mein übliches 90-Minuten-Sportprogramm mit Heimtrainer, Fitnessstudio und Stretching auf dem Programm. Danach bereite das Essen vor, vielleicht etwas später als gewöhnlich, sehe ein wenig TV und durchstöbere die sozialen Netzwerke, um auf dem Laufenden zu bleiben und um herauszufinden, was ich tun soll. Am Nachmittag gehe ich noch einmal für eine Stunde in das Fitnesscenter und beende den Tag mit Duschen, Abendessen, Fernsehen und Schlaf.

Welche Vorsichtsmaßnahmen triffst du gegen den Corona-Virus?

Ich benutze keine Atemschutz-Maske. Wenn ich etwas Wichtiges besorgen muss, versuche ich es morgens als erstes an der Tankstelle, wenn kaum jemand in der Nähe ist. Ich wasche meine Hände sehr gründlich und das ist auch wirklich wichtig. Ich kaufe Lebensmittel online und sie liefern sie zu mir nach Hause. Ich gehe nicht in einen Supermarkt, um den Kontakt mit Menschen zu vermeiden.

Welche Nachricht möchtest du abschließend an deine Fans richten?

Ich möchte mich besonders bei unserem Gesundheitspersonal, Pflegekräften und Fachleuten bedanken, die so aufopferungsvoll für unser Leben kämpfen. Wir dagegen haben einen einfachen Job und müssen einfach nur zu Hause bleiben, um diese schwierige Zeit zu überstehen. Viel Glück und meine besten Wünsche an alle, deren Familie und Freunde betroffen sind. Ich glaube, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können.

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