F1-Arzt Saillant: Positive Coronafälle kein Problem

Von Mathias Brunner
Professor Gérard Saillant bei einer Veranstaltung in Magny-Cours

Professor Gérard Saillant bei einer Veranstaltung in Magny-Cours

​Prof. Gérard Saillant, leitender Arzt des Autosport-Weltverbands FIA: «Positive Coronafälle beim Saisonstart wären aus medizinischer Sicht kein Problem. Wir sind auf einem anderen Stand als in Melbourne.»

Gemäss Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn ist der Red Bull Ring die ideale Rennstrecke, um die GP-Saison trotz Corona zu beginnen: «Spielberg ist dazu perfekt geeignet. Wir haben in unmittelbarer Nähe einen lokalen Flughafen, wo unsere Charter-Maschinen landen können. Wir sind nicht zu nahe an einer grossen Stadt, aber wir haben eine fabelhafte Infrastruktur. Es liegt auf der Hand, dass wir unter diesen idealen Umständen gleich ein zweites Rennen anhängen werden.»

Professor Gérard Saillant ist der ranghöchste Mediziner beim Autosport-Weltverband FIA. Der 75jährige hat sich auf Orthopädie (Fehlbildungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats) und Traumatologie (Verletzungen) spezialisiert, seit Jahren ist er erster Ansprechpartner von FIA-Chef Jean Todt in Gesundheitsfragen, 2011 folgte er als Chef der FIA-Medizinabteilung auf Sid Watkins.

Dem Franzosen bei den Kollegen der L’Équipe: «Österreich ist ein Land, das aus der Krise schrittweise zur Normalität zurückfindet. Corona hat dort, gemessen an anderen Ländern, verhältnismässig bescheidene Opferzahlen erzeugt. Jetzt müssen wir es schaffen, in einem vergleichsweise sicheren Land das bestmögliche Umfeld im Fahrerlager zu erzeugen.»

«Wir werden alles tun, um die Risiken zu minimieren. Wir arbeiten eng mit dem Roten Kreuz zusammen, um besonderes Personal vor Ort zu haben, welches die Menschen im Fahrerlager testet. Wir werden Tests für Speichelproben erhalten, die in Minutenschnelle Ergebnisse zeigen und können somit viel häufiger testen.»

Bei Sky Sports F1 betont der Franzose, dass nicht einmal ein positiver Test auf Covid-19 unbedingt zur Absage einer Veranstaltung führen müsse – wie das im vergangenen März in Australien passierte. «Wir sind auf einem anderen Stand als damals in Melbourne. Wir wissen erheblich mehr über den Virus. Wir können heute viel besser vorbeugen. Aus medizinischer Sicht ist es kein Problem, positive Fälle zu haben.»

Aber natürlich ist sich auch der Professor bewusst, welche Wirkung das in der Öffentlichkeit hätte, welches Signal das gegen aussen senden würde. «Aus medialer Sicht wäre ein positiver Fall natürlich etwas ganz Anderes. Wir müssen uns darüber klarwerden, was vertretbar ist und an welchem Punkt wir eine Veranstaltung nicht fortsetzen könnten. Wir glauben jeodch, dass wir damit umgehen können.»

FIA-Präsident Jean Todt ergänzt: «Wir müssen uns so gründlich auf den WM-Beginn vorbereiten, dass wir nicht noch einmal in eine unberechenbare Lage kommen. Unsere Experten arbeiten unablässig daran.»

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