Giuliano Alesi im Ferrari: 30 Jahre nach seinem Vater

Von Mathias Brunner
Formel 1
​1990 sass der Franzose Jean Alesi erstmals in einem Ferrari. Mehr als 30 Jahre später erhielt sein Sohn Giuliano die Gelegenheit, erstmals einen Grand-Prix-Renner zu bewegen, auf der Ferrari-Haussstrecke Fiorano.

Jean Alesi (56) hat bis heute einen festen Platz in den Herzen der Tifosi. Ferrari-Fans schätzten das Temperament des Südfranzosen mit sizilianischen Wurzeln. Von 1991 bis 1995 fuhr Alesi in Rot, leider erwischte er eine Flaute in Maranello. Angesichts seines Talents ist es ein Hohn, dass Alesi nur einen Grand Prix gewinnen konnte – in Kanada 1995, ausgerechnet an seinem Geburtstag.

Der zweimalige WM-Vierte (1996 und 1997) und 201fache GP-Teilnehmer träumte davon, dass sein Sohn Giuliano eines Tages in seine Fussstapen tritt. Der heute 21-Jährige wurde 2016 ins Nachwuchsprogramm von Ferrari aufgenommen, in die «Ferrari Driver Academy».

Alesi junior zeigte gute Ansätze: In der GP3 (heute Formel 3) war er ein Spitzenpilot und belegte 2017 mit dem Trident den fünften Platz in der Meisterschaft. Insgesamt gewann Alesi vier GP3-Rennen.

Aber der Schritt in die Formel 2 missglückte: 2019 wurde Alesi mit Trident nur Meisterschafts-15., in den ersten 16 Rennen konnte er nur einmal punkten. Gegen Ende der Saison kam er besser in Fahrt: Fünf Punktefahrten in den letzten sechs Läufen, einschliesslich des Highlights, eines fünften Platzes in Abu Dhabi.

2020 jedoch folgte ein herber Rückschlag: Alesi fuhr lediglich zwei Mal in die punkteberechtigten Ränge, als Sechster beim WM-Auftakt auf dem Red Bull Ring und als Sechster im Finale von Bahrain. Dazwischen lagen sehr viele Enttäuschungen und ein Team-Wechsel (von HWA Racelab zu MP Motorsport). Alesi wurde von seinen Akadamiekollegen Mick Schumacher (Meister), Callum Ilott (2.), Robert Shwartzman (4.) und Marcus Armstrong (13.) überflügelt, er wurde nur 17.

Vater Jean Alesi hat früh anklingen lassen, dass die Finanzierung einer dritten Formel-2-Saison wohl nicht klappen wird. Er musste sogar den edlen Ferrari F40 veräussern, damit Giuliano weiter Rennen fahren kann.

Nun hat der junge Alesi mehr als dreissig Jahre nach seinem Vater erstmals einen Formel-1-Ferrari bewegt. Jean Alesi rückte in Fiorano am 28. Oktober 1990 aus, sein Sohn Giuliano nun am 25. Januar 2021. Klar stand der stolze Papa in der Box. Natürlich wählte Giuliano für den Test mit einem 2018er Ferrari SF71H jene Startnummer 28, die früher sein Vater auf dem Ferrari trug.

So testen Ferrari und Alpha Tauri

Montag, 25. Januar
Ferrari in Fiorano mit Giuliano Alesi (F), Marcus Armstrong (NZ) und Robert Shwartzman (RUS)

Dienstag, 26. Januar
Ferrari in Fiorano mit Charles Leclerc (MC)
AlphaTauri in Imola mit Yuki Tsunoda (J) und Pierre Gasly (F)

Mittwoch, 27. Januar
Ferrari in Fiorano mit Carlos Sainz (D)
AlphaTauri in Imola mit Yuki Tsunoda (J) und Pierre Gasly (F)

Donnerstag, 28. Januar
Ferrari in Fiorano mit Carlos Sainz (E) und Mick Schumacher (D)

Freitag, 29. Januar
Ferrari in Fiorano mit Mick Schumacher (D) und Callum Ilott (GB)

Piloten der Fahrer-Akademie von Ferrari

Jules Bianchi (F): 2009 bis 2014
Sergio Pérez (MEX): 2010 bis 2012
Mirko Bortolotti (I): 2010
Daniel Zampieri (I): 2010 bis 2012
Brandon Maisano (I): 2010 bis 2012
Raffaele Marciello (I): 2010 bis 2015
Lance Stroll (CDN): 2010 bis 2015
Antonio Fuoco (I): 2013 bis 2018
Guanyu Zhou (RCH): 2014 bis 2018
Antonio Giovinazzi (I): seit 2016
Charles Leclerc (MC): 2016/2017
Giuliano Alesi (F): seit 2016
Marcus Armstrong (NZ): seit 2017
Enzo Fittipaldi (BR): seit 2017
Sebastian Montoya (COL): 2018
Callum Ilott (GB): seit 2018
Robert Shwartzman (RUS): seit 2018
Gianluca Petecof (BR): seit 2018
Mick Schumacher (D): seit 2019
Dino Beganovic (S): seit 2020
Arthur Leclerc (MC): seit 2020
Maya Weug (NL/B): seit 2021

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