Formel-1-Motoren: Lauter oder wieder Rohrkrepierer?

Von Andreas Reiners
Formel 1
Sind die Motoren endlich lauter?

Sind die Motoren endlich lauter?

Die Formel 1 soll endlich wieder lauter werden: Das ist der Wunsch vieler Fahrer und Fans. Sebastian Vettel sieht Licht am Ende des Tunnels.

Der Schritt in die Turbo-Ära war für viele Fans und auch Fahrer ernüchternd. Die 1,6-Liter-Motoren in ihrer V6-Turbokonfiguration waren zwar technische Juwele, leider aber auch akustische Enttäuschungen. Es hagelte Proteste, in den sozialen Netzwerken war der Teufel los. Sebastian Vettel sprach vielen aus der Seele als er die Motoren als «Staubsauger» bezeichnete.

In Zusammenarbeit mit der FIA bemühte sich Mercedes-Benz um eine Lösung: Nico Rosberg rückte schon im Mai 2014 mit einem Trichter am Ende des Auspuffrohrs auf die Bahn aus, doch nach wenigen Runden stand fest – am Geräusch änderte das nicht viel. Beim ersten Wintertest 2015 in Jerez, merkte der GP-Tross dann – die Antriebseinheiten haben nicht nur in Sachen Leistung und Fahrbarkeit zugelegt, sondern auch beim Sound.

Aber den meisten Fans war das noch immer zu wenig, also haben die Regelhüter der FIA zur Saison 2016 hin reagiert: Es gibt nicht mehr nur ein Endrohr wie bisher, sondern die Motoren dürfen mit bis zu zwei zusätzlichen Ausgängen versehen werden – wobei diese Rohre direkt im Bereich des Wastegate-Ventils beginnen und von dort nach hinten führen müssen.

Das Wastegate (zwischen Lader und Auspuffkrümmern) tritt dann in Funktion, wenn der Lader weniger stark vom Abgasstrom beschleunigt werden soll. Die Abgase werden abgeleitet und fließen – ohne Umweg durch den Lader – in die neuen Ausgangsrohre. Das erhöht die Lautstärke.

So weit die Theorie. Und in der Praxis? Nach den ersten Runden auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas zog Vettel ein positives Fazit. Nicht nur, was die Leistung seines Ferrari angeht, sondern auch was den neuen Sound betrifft.

«Ich denke, die Autos sind lauter. Es klingt ein bisschen schöner und ein bisschen kraftvoller. Sie sind immer noch nicht so laut, wie ich sie gerne hätte, aber besser als im letzten Jahr», sagte Vettel. Gefühlt sind die Motoren tatsächlich lauter, wobei noch Luft nach oben ist. Sobald mehr Drehzahl, sprich Leistung, freigegeben wird, wird es auch lauter.

Barcelona-Test, 2. Tag – Morgenzeiten

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:22,810 (46)
2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:23,525 (58)
3. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:24,867 (81)
4. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:25,692 (48)
5. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:25,734 (49)
6. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:25,872 (54)
7. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:25,925 (36)
8. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:26,189 (41)
9. Esteban Gutiérrez (MEX), Haas VF-16-Ferrari, 1:26,931 (32)
10. Fernando Alonso (E), McLaren MP4-31-Honda, 1:27,198 (71)
11. Max Verstappen (NL), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,346 (59)

Barcelona-Testzeiten, 1. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:24,939 (69 Runden)
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:25,409 (155)
3. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:26,044 (86)
4. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:26,091 (80)
5. Alfonso Celis (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:26,298 (57)
6. Jenson Button (GB), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,860 (83)
7. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,180 (55)
8. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:27,555 (88)
9. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:28,292 (54)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-16-Ferrari, 1:28,399 (31)
11. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:29,356 (36)

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
29. Februar: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Präsentation Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

1. Barcelona-Test: So wird gefahren

Mercedes
Dienstag 23. Nico Rosberg
Mittwoch 24. Lewis Hamilton
Donnerstag 25. Nico Rosberg

Ferrari
Dienstag Sebastian Vettel
Mittwoch und Donnerstag Kimi Räikkönen

Williams

Dienstag Valtteri Bottas
Mittwoch und Donnerstag Felipe Massa

Red Bull Racing
Dienstag Daniel Ricciardo
Mittwoch und Donnerstag Daniil Kvyat

Force India
Dienstag Sergio Pérez
Mittwoch Nico Hülkenberg
Donnerstag Alfonso Celis

Toro Rosso
Dienstag und Donnerstag: Max Verstappen
Mittwoch: Carlos Sainz

Sauber (mit 2015er Auto in neuer Lackierung)
Dienstag Marcus Ericsson
Mittwoch und Donnerstag Felipe Nasr

McLaren-Honda
Dienstag und Donnerstag Fernando Alonso
Mittwoch Jenson Button

Manor Racing
Dienstag Pascal Wehrlein
Mittwoch und Donnerstag Rio Haryanto

Renault
Dienstag Jolyon Palmer
Mittwoch und Donnerstag Kevin Magnussen

Haas F1
Dienstag und Donnerstag Esteban Gutiérrez
Mittwoch Romain Grosjean

Formel-1-WM

20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

Siehe auch

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