Jerez-Grid: Warum sieben Politiker zugelassen waren

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der MotoGP-Startplatz in Jerez: Viel weniger Rummel als üblich und keine Adabeis

Der MotoGP-Startplatz in Jerez: Viel weniger Rummel als üblich und keine Adabeis

Nur in der Moto3-Klasse wurden in Jerez sieben Politikern mit ihren Frauen der Zutritt zum Startplatz ermöglicht, und dafür gab es triftige Gründe.

Manche GP-Berichterstatter können bis heute nicht verstehen, warum Serien-Promoter Dorna Sports S.L bei den zwei Events in Jerez keine schreibenden Journalisten zuließ, nur eine geringe Zahl von TV-On-Air-Personal und zehn Fotografen, die alle Teams und die wichtigsten Medien versorgten. Für SPEEDWEEK.com waren die renommierte englische Agentur Gold & Goose und Fritz Glänzel vor Ort.

Wegen der Geisterrennen ohne Zuschauer und ohne Teamgäste und des 60 Seiten umfassenden «closed doors protocols» wurden nur 1600 Personen für den GP von Spanien zugelassen. Beim Andalusien-GP am kommenden Wochenende wird es ähnlich sein.

In manchen Medien entstand Aufruhr, weil die TV-Bilder vor dem Moto3-WM-Lauf am Sonntag eine kleine Gruppe von Menschen zeigten, die von der Boxengasse auf den Startplatz geschleust wurde, deren Wichtigkeit nicht auf den ersten Blick erkennbar war.

Doch der Deutsche Stefan Barwig, seit Jahren umsichtiges Mitglied der Paddock-Kontrolleure der Dorna, klärte auf: «Es waren insgesamt sieben Politiker mit ihren Frauen, denen der Zutritt zum Grid ermöglicht wurde.»

Denn Fakt ist: Ohne das Wohlwollen dieser sportbegeisterten Politiker, die erstens das Gesundheitskonzept der Dorna absegneten und zweitens mit Geld aus der Tourismuswerbung den Grand Prix finanzierten, hätte in Jerez im Juli kein Event stattgefunden. Denn der übliche Jerez-GP-Promoter musste seinen Dorna-Vertrag für 2020 auflösen, weil er keine Zuschauertickets verkaufen und deshalb die Dorna-Gebühr von mindestens 4 Millionen Euro nicht entrichten konnte. Die Politik sprang ein und deckte mit einer Art Sponsorship für die Dorna die operativen Kosten ab, auch die Kosten für die sportliche Ausrichtung (Streckenposten, Sanitäter, Feuerwehr etc.)

«Ohne diese Politiker hätten diese beiden Grand Prix nicht stattfinden können», ist Stefan Barwig überzeugt.

Die Aufregung über diese Situation war entstanden, weil manche Frauen ihren Auftritt am Grid für Selfies nutzten.

Die Dorna hatte die Politiker aus guten Grund ausgerechnet auf den Moto3-Startplatz geschleust, weil die Rennställe in dieser Kategorie das wenigste Personal haben. In der Moto2 und MotoGP waren nur Funktionäre und Teammitglieder mit dem begehrten Grid Pass zu erblicken,

«Es war alles streng, aber wirklich gut organisiert. Es gab zwei Kameras auf der Haupttribüne zur Startaufstellung der MotoGP, sonst nichts. Die sonst so vollen Zuschauerhänge an der Strecke waren so was von leer… Selbst durch aufmerksames Suchen habe ich keinen einzigen versteckten Fan gesehen. Nur Guardia-Civil-Autos in großer Stückzahl.»

«Im Media Center und unter den Fotografen herrschte viel Kameradschaft. Jeder hat jedem geholfen. Es war vereinbart worden, dass man sich gegenseitig hilft und unterstützt. Man hat sich am Sonntag auch untereinander erkundigt, ob jemand ein Sturzfoto von Marc Márquez hatte. Aber es stand im Rennen niemand in dieser Kurve 3.»

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