Stefan Bradl (Aprilia): «Wir haben daraus gelernt»

Von Günther Wiesinger
Stefan Bradl beim GP von Malaysia

Stefan Bradl beim GP von Malaysia

Aprilia-Werkspilot Stefan Bradl hat mit Platz 10 in Malaysia Selbstvertrauen getankt. Er will auch in Valencia punkten. Aus dem Australien-Flop werden die Lehren gezogen.

Stefan Bradl hat in der ersten Saisonhälfte bei Forward neun Punkte (Platz 8 in Barcelona, Platz 15 in Las Termas) eingesammelt. Bei Aprilia hat er in acht Rennen bisher acht Punke ergattert, zwei für den 14.Platz in Brünn, sechs für Rang 10 in Sepang.

Der 25-jährige Aprilia-Werkspilot hat also in den letzten acht MotoGP-Rennen nur halb so viele WM-Punkte erobert wie sein Teamkollege Alvaró Bautista. Dafür hat er ihn in sieben von acht Qualifyings besiegt.

Stefan, Aprilia-Rennchef Romano Albesiano wünscht sich, dass du in Valencia zumindest zwei Punkte sammelst. Dann hättest du in neun Rennen mit Aprilia einen Punkt mehr kassiert als mit Forward in der ersten Saisonhälfte.

Ja, wie gesagt, es ist auch mein Ziel, dass ich in Valencia wieder in die Punkte fahre. Wir werden sehen, wie es uns dort geht und wie wir dort zurechtkommen. Aber dass wir wieder unter die Top-Ten fahren, das halte ich für unrealistisch.
Wir müssen zuerst schauen, dass wir das neue Wochenende akribisch angehen, damit von Anfang an ein gutes Settting finden und schon am Freitag gut mithalten. Was dann passiert, werden wir sehen. Ich bin optimistisch und freue mich auf das Rennen.

In Australien bist du mit den harten Reifen bei den kühlen Temperaturen gar nicht zurechtgekommen. Du hast auch einmal überlegt: Vielleicht bin ich zu empfindlich, wenn das Set-up nicht richtig passt.

Sicher könnte ich mir in solchen Fällen sagen: Ich muss ein bisschen übers Limit drüber gehen, auch wenn das nötige Gefühl dafür fehlt. Aber das ist immer so eine Gratwanderung. Denn dann liegst du auch ruck-zuck wieder mal da...
Rückblickend hätten wir beim Australien-GP grössere Schritte beim Set-up machen sollen, weil wir mit den kleinen Schritten nicht vorwärts gekommen sind. Wir hätten wirklich gravierende und unübliche Änderungen machen sollen. Das haben wir nicht gemacht. Egal. Wir haben daraus gelernt.
Wir müssen in Zukunft schauen, dass wir extrem viel Gewicht am Hinterrad haben, wenn wir mit mangelndem Grip kämpfen. Das bedeutet mehr Rotation und mehr Force aufs Hinterrad, damit es mehr Grip aufbauen kann.
Auf der anderen Seite hast du dadurch natürlich Einbussen, beim Vorderradgefühl zum Beispiel. Es ist nicht immer einfach, hier die richtige Balance und den richtigen Mix zu finden. Noch dazu hat es am Freitag in Australien einmal ein bisschen geregnet. Dann bist du ruck-zuck hinten dran.
Bautista hat in Malaysia das ganze Wochenende mit umgekehrten Probleme gekämpft. In Australien habe ich drei Tage lang null Chance gegen ihn gehabt, in Malaysia hat hingegen er null Chance gegen mich gehabt. Die Probleme waren ähnlich. Das müssen wir mit den Aprilia-Ingenieuren noch genau analysieren, damit wir in Zukunft bei solchen Problemen einen Ausweg haben.

Du warst 2014 auf der LCR-Honda in Malaysia auf Platz 4. War für den zehnten Platz mit der Aprilia eine vergleichbare fahrerische Leistung nötig?

Ja, das kann man auf eine gewisse Art vergleichen. Aber das eine war ein vierter Platz, jetzt war es ein zehnter... Die Umstände waren anders. Ich denke, dass an diesem Sonntag in Malaysia mit der Aprilia nicht mehr möglich gewesen wäre. Ich habe das Optimum rausgeholt, denke ich.

Erfreulich war, dass wir auf die beiden Werks-Suzuki wenig Rückstand gehabt haben und auf die Satelliten-Yamaha von Pol Espargaró.
Es war von unserer Seite her ein sehr gutes Rennen. Wir haben auch schon schlechte Rennen gehabt...
Das ist jetzt das letzte Rennen mit diesem Motorrad. 2016 kommt ein neues, dazu gibt es neue Reifen. Ich hoffe natürlich, dass wir dann konkurrenzfähiger sind, allein schon wegen des besseren Materials.

Du hast jetzt bei Aprilia acht Rennen absolviert. Du bist sieben Mal ins Ziel gekommen, hast aber nur zweimal gepunktet. Die Bilanz könnte besser aussehen?

Nein, ganz erfreulich ist die Bilanz nicht, weil wir oft gegen Ende des rennen Probleme gehabt haben. Die Qualifyings können sich alle sehen lassen, mit Ausnahme von Australien. Auch einzelne Trainingsergebnisse waren in Ordnung. Aber in einigen Rennen habe ich hinten hinaus ein bisschen abgekackt.
Die körperliche Verfassung war kein Faktor, das hat man in Malaysia gesehen. Das kann ich ausschliessen. Aber ich habe zu viel Zeit eingebüsst, wenn die Reifen abgebaut haben. Dann habe ich das Gefühl für das Motorradl verloren.

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