Marc VDS: 11 Millionen Euro für zwei MotoGP-Fahrer

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Das Marc VDS-Team hat das MotoGP-Team auf zwei Fahrer aufgestockt. 2016 fahren Tito Rabat und Jack Miller auf Factory-Honda.

Das belgische Marc VDS Racing Team des Bier-Milliardärs Marc van der Straten hat für die Saison 2016 aufgerüstet. Im Moto2-Team treten weiter zwei Fahrer an, da wurde Tito Rabat durch Franco Morbidelli ersetzt, Alex Márquez bestreitet seine zweite Moto2-Saison und soll um den WM-Titel fighten.

Marc VDS hat in der Moto2-Klasse 2014 mit Tito Rabat und Mika Kallio noch die Ränge 1 und 2 belegt und zehn von 18 Rennen gewonnen. In der vergangenen Saison wurde Rabat WM-Dritter, Márquez als Rookie WM-14. Dazu siegte Rabat immerhin dreimal – in Mugello, in Aragón und in Valencia.

Jetzt steigt Rabat in die MotoGP-WM, er erhält wie sein neuer Teamkollege Jack Miller eine Factory-Honda.

Die MotoGP-Mannschaft hat sich beim Valencia-Test eingespielt, Miller landete an 16. Stelle, Rabat auf Platz 18.Der Spanier wird von der alkoholfreien Biersorte Estrella Galicia 0,0 finanziert, Miller hingegen wird von HRC und Marc VDS unterstützt, deshalb gibt es auch zwei unterschiedliche Teamnamen. Ausserdem: Red Bull und Estrella Galicia 0,0, zwei unterschiedliche Getränkefirmen, das passt nicht ideal zusammen. Deshalb hat schon Rossi Ende 2002 ein Red Bull-Angebot ablehnen müssen – er war bei der Brauerei Nastro Azzurro unter Vertrag.

SPEEDWEEK.com hat mit Marc-VDS-Teamprinzipal Michael Bartholemy über diesen ersten Test und über die neue Situation gesprochen.

Michael, beide Fahrer sind neu in deinem MotoGP-Team. Was waren die Aufgaben beim Valencia-Test?

Mit den Fahrern, die wir haben, ging es in erster Linie um Reifentests und daran sich an das Motorrad zu gewöhnen. Denn für Tito sind das Motorrad und diese Kategorie ganz neu. Und für Jack Miller ist es trotzdem ein ganz anderes Motorrad, denn bisher fuhr er eine Open-Class-Honda, jetzt hat er das Seamless-Getriebe und dazu kommen die neuen Michelin-Reifen.
Wir haben uns also auf die Reifen konzentriert und sind mit der Factory-Elektronik gefahren, die wir bei Scott Redding in der 2015er-Saison gefahren haben.

Wann werdet ihr die Einheits-Elektronik zum ersten Mal testen?

Von 1. bis 3. Februar in Sepang.

Ducati und Aprilia testet von 25. bis 27. November noch in Jerez. Ihr seid da nicht dabei?

Nein, dort fährt das Repsol-Team. Wir wollen uns die Tage ein bisschen aufteilen.

Es gab einige Diskussionen, bis Jack Miller verpflichtet werden konnte, denn das Budget musste gehörig aufgestockt werden. Habt ihr inzwischen genügend Sponsoren für zwei MotoGP-Fahrer gefunden?

Wir sind beim Budget eigentlich abgesichert, weil Teambesitzer Marc van der Straten gesagt hat, wir behalten die Stabilität bei bis Ende 2017, bis dahin läuft unser Drei-Jahres-Vertrag mit Honda.
Aber wenn jemand dazu kommen möchte, haben wir sicher noch Platz auf der Verkleidung.

Wie viel Geld braucht man für zwei MotoGP-Fahrer pro Saison mit Honda-Werksmaschinen.

Elf Millionen Euro.

Die Ziele für nächstes Jahr in der MotoGP?

Das ist schwer zu sagen. Das wird das schwierigste Jahr. Neue Reifen, neue Eletronik, wir werden zwei Liter mehr Benzin haben als in diesem Jahr.
Ich denke, wir müssen zuerst einmal die Tests bis zum Saisonauftakt in Katar hinter uns bringen. Dann können wir ein Urteil über unsere Chancen abgeben.

Du bist auch persönlicher Manager von Scott Redding und warst enttäuscht, als ihn Honda für 2016 nicht mehr wollte. Beim Valencia-Test ist er an 13. Stelle gelandet. Er fühlt sich wohl auf der Ducati?

Ja, Scott ist happy. Er fühlt sich gut auf diesem Motorrad. Er denkt, dass er eine gute Saison machen wird. Er sagte auch, wenn die Ducati als Biest dargestellt wird, kann er das nicht bestätigen. Er meinte, dieses Motorrad habe absolut nichts mit einem Biest zu tun, das Motorrad fahre sich wie eine Moto2.

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