Bradley Smith: «Von KTM nicht wirklich überrascht»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Bradley Smith

Bradley Smith

Tech3-Yamaha-Werksfahrer Bradley Smith hat die Darbietungen der KTM-MotoGP-Testfahrer in Spielberg sehr aufmerksam verfolgt. «Die Performance kann sich sehen lassen», freut er sich.

Bradley Smith (25) konnte am 19./20. Juli den MotoGP-Test in Spielberg nicht bestreiten, weil Tech3-Yamaha als einziges Team neben Repsol-Honda fernblieb. Aber Marc Márquez und Dani Pedrosa fehlten, weil sie schon drei der fünf erlaubten Testtage absolviert haben. Tech3-Yamaha hingegen nimmt prinzipiell an keinen privaten Tests teil. «Dafür haben wir kein Budget», erklärte Bradley Smith.

Doch der Brite griff zur Selbsthilfe und tummelte sich letzten Dienstag mit einer R1-Yamaha des YART-Endurance-Teams von Mandy Kainz unter den Fahrern aus der Moto3- und Moto2-WM. Bis ihn ein Schaltproblem nach 40 Runden stoppte.

Tech3-Yamaha-Kollege Pol Espargaró (2017 uns 2018 auch bei KTM) konnte an diesem Test nicht teilnehmen – weil er bereits in Japan war, wo er das 8-h-WM-Renenn in Suzuka bestreitet.

Bradley Smith (er fährt 2017 und 2018 für KTM) hat sich natürlich auch über die KTM-Tests in Spielberg eingehend informiert. Dass die RC16 mit 301 km/h auf der Geraden so schnell war wie die Werksmaschinen von Honda und Yamaha, freut den Briten, auch wenn Ducati auf der Bergauf-Geraden zwischen den Kurven 1 und 3 stolze 311 km/h schaffte. Aprilia hingegen kam nur auf 289 km/h.

Bradley, die Performance der KTM-Testfahrer Mika Kallio und Tom Lüthi dürfte dir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Kallio verlor nur zwei Sekunden auf die beste Ducati von Andrea Iannone.

Ja, das habe ich auch gehört. Das sind jetzt schon gute Neuigkeiten. Was die Rundenzeiten betrifft, das sind anständige Leistungen, wenn man bedenkt, dass seit dem ersten Roll-out erst neun Monate vergangen sind.
Ich freue mich über diese News. Aber am Ende des Tages ist das genau das, was ich von KTM erwartet habe.
Ich bin nicht wirklich überrascht. Ich weiß, wozu KTM fähig ist. Ich kenne die Ambitionen von Pit Beirer, Mike Leitner und aller anderen, die an diesem Projekt beteiligt sind. Es ist nicht die Absicht von KTM, langsam zu sein.
Bei KTM wurde zwei Jahre lang unermüdlich geschuftet. Sie sind zufrieden mit dem Ergebnis dieses ersten Kräftemessens. Gleichzeitig sind sie sich bewusst, dass sie in den restlichen Monaten dieser Saison emsig weiterschuften müssen, damit sie beim Saisonstart 2017 in Katar bereit sind.

Hast du beim Moto2-Test in dieser Woche ein bisschen mit den KTM-Testfahrern Tom Lüthi und Randy de Puniet sprechen können? Randy war ja als Berater für Fabio Quartararo dort?

Ja, wir haben uns ein bisschen unterhalten. Aber es ist nicht so einfach, denn Tom hat zum Beispiel keine wirklichen Anhaltspunkte oder Referenzen von anderen MotoGP-Bikes. Randy hat ein bisschen Referenzen von Suzuki; er sagt, bei KTM laufe alles recht positiv. Auch Mika hat keine echten Referenzen, weil er seit langer Zeit mit keiner aktuellen MotoGP-Maschine gefahren ist. Er hat von 2011 bis 2015 die Moto2-WM bestritten... Wenn die Testfahrer testen und sagen, das fühlt sich gut an, dann ist das nicht sehr aussagekräftig. Denn ein drei oder fünf Jahre altes MotoGP-Motorrad ist nicht der Referenzpunkt für KTM. Es zählen für die wahren Vergleiche nur die Bikes von 2016.
Aber in Spielberg waren die KTM-Testfahrer erstmals mit den anderen Piloten auf der Piste. Ich denke, da haben sie verstanden, wo die Schwachstellen und starken Seiten der KTM sind.
Die Rundenzeiten schauen jedenfalls vielversprechend aus.

Aprilia fuhr beim Test auf dem Red Bull Ring aus Respekt vor KTM ohne Zeitnahme-Transponder. Alvaró Bautista war nach teaminternen Stoppungen 0,1 sec langsamer als Kallio auf der KTM.

Ich meine, das kann sich sehen lassen. Und das ist genau der Grund, warum ich für KTM unterschrieben habe und nicht für Aprilia.

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