Zandvoort: Neues Gerichtsurteil, GP darf stattfinden!

Von Mathias Brunner,

Umweltschützer wollen seit Jahren verhindern, dass in Zandvoort der erste Formel-1-WM-Lauf seit 1985 stattfinden kann. Aber auch am Dienstag vor dem GP-Comeback hat ein Gericht grünes Licht fürs Rennen gegeben.

Seit Jahren wird gegen die Austragung des ersten Formel-1-WM-Laufs in Zandvoort seit 1985 mit allen rechtlichen Mitteln vorgegangen. Eine Klage zum Beispiel drehte sich um die Kreuzkröte und die Zauneidechse, die in den Sanddünen von Zandvoort zuhause sind. Die Umweltschützer argumentierten vor Gericht, Umbauarbeiten an der Rennstrecke und die Austragung einer solchen Grossveranstaltung würden diese Tiere stören.

Tatsächlich sind weite Teile der malerischen Region zum Umweltschutzgebiet erklärt worden, aber das Landgericht Nord-Holland ist trotzdem zum Schluss gekommen: Die Ausnahmebewilligung, welche die Rennstrecke schon seit 2019 besitzt, hat Bestand, und der Formel-1-WM-Lauf sei von öffentlichem Interesse. Das dreiköpfige Gericht konnte sich auch nicht der Ansicht der Umweltschützer anschliessen, bei der Modernisierung der Anlage sei zu wenig Rücksicht genommen worden auf Flora und Fauna.

Sogar am Dienstag, 31. August, also drei Tage vor dem ersten Training auf der niederländischen Traditionsstrecke, musste sich ein Gericht in Haarlem mit der Austragungs des Formel-1-Laufs beschäftigen. Moniert wird die angeblich zu hohe Stickstoffbelastung durch den Grand Prix, die sei bei der Bewilligung des Rennens zu wenig beachtet worden.

Der Vorstoss wurde abgeschmettert. In der Urteilsbegründung ist zu lesen: «Der Circuit Zandvoort hat grosse Investitionen getätigt, um die Formel 1 zurückzubringen. Würde das Rennen jetzt nicht durchgeführt, wo käme es zu erheblichen Verlusten, möglicherweise zum Bankrott der Rennstrecke. Das Gericht sieht keinen ausreichenden Spielraum für eine vollständige oder teilweise Aussetzung der erteilten Genehmigung.»

Umweltschutz-Organisationen haben angekündigt, am kommenden GP-Wochenende zahlreiche Protestaktionen in Zandvoort durchzuführen zu wollen.

Das Städtchen Zandvoort aan Zee (17.000 Einwohner) brummt: Zahlreiche Privathäuser sind mit karierten Flaggen geschmückt, fast jedes Geschäft nimmt Bezug aufs Rennen, stolz werden Fotos früherer Grands Prix gezeigt. Eindruck von der Nordsee: Die meisten Menschen freuen sich auf die Rückkehr der Formel 1. Angefangen mit Bürgermeister David Moolenburgh, der es sich nicht nehmen liess, einen ausgestellten Red Bull Racing-Renner von Max Verstappen unter die Lupe zu nehmen.

Belgien-GP

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1 Runde
02. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1,995 sec
03. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +2,601
04. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +4,496
05. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +7,479
06. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +10,177
07. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +11,579
08. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +12,608
09. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +15,484
10. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +16,166
11. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +20,590
12. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +22,414
13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +24,163
14. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +27,109
15. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +28,329
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +29,507
17. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +31,993
18. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +36,054
19. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +38,205
20. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +44,108

WM-Stand nach 12 von 23 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 202.5 Punkte
2. Verstappen 199.5
3. Norris 113
4. Bottas 108
5. Pérez 104
6. Sainz 83.5
7. Leclerc 82
8. Ricciardo 56
9. Gasly 54
10. Ocon 42
11. Alonso 38
12. Vettel 35
13. Tsunoda 18
14. Stroll 18
15. Russell 13
16. Latifi 7
17. Räikkönen 2
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 311
2. Red Bull Racing 304
3. McLaren 169
4. Ferrari 166
5. Alpine 80
6. AlphaTauri 72
7. Aston Martin 53
8. Williams 20
9. Alfa Romeo 3
10. Haas 0