Kimi Räikkönen, Ferrari-Fan Thomas: Moment des Jahres

Von Mathias Brunner
Formel 1
Thomas Danel mi Kimi Räikkönen

Thomas Danel mi Kimi Räikkönen

​​Diese Bilder gingen im Mai um die Welt: Der weinende Thomas nach dem Ausfall von Kimi Räikkönen. Ferrari lud den französischen Knirps zu seinem Idol ein – ist das der Sportmoment des Jahres 2017?

So etwas hatten wir in der Formel 1 selten erlebt: Die Bilder eines in Tränen aufgelösten Ferrari-Fans gingen um die Welt, die Verbreitung in den ganzen sozialen Netzwerken explodierte dann förmlich, als der französische Knirps Thomas Danel auf einmal im Gästebereich von Ferrari zu sehen war. Dieser Imagegewinn ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Selbst hartgesottene GP-Berichterstatter schmolzen im Pressesaal dahin, als sie das Glück von Thomas spürten. Einhelliges Urteil – grossartig, wie Ferrari und Formula One Management reagiert haben.

Formel-1-CEO Chase Carey: «Das war auch für uns ein ganz besonderer Moment. Wir haben unfassbar viel Aufmerksamkeit durch diese Szenen erhalten. Aber es gab keine Anweisung von mir, die Leute haben selbständig gehandelt. Sie haben dabei Freiheiten genützt, die sie an gleicher Stelle vor einem Jahr nicht gehabt hätten.»

Nach den Bildern von Formula One Management des weinenden Thomas meldete sich Ferrari bei der FOM, mit der Bitte, den genauen Sitzplatz der französischen Familie auszumachen.

Vertreter der FOM und von Ferrari begaben sich dann auf die Tribüne, um Thomas und seine Eltern ins Fahrerlager zu bitten. Der Rest ist ein klitzekleines Stück TV-Geschichte: Zuerst der weinende Thomas, dann der lachende Thomas, seinem Idol Kimi Räikkönen ganz nahe. Nie war die Formel 1 menschlicher. Oft gehörter Satz im Fahrerlager: «Unter Bernie Ecclestone wäre das nicht möglich gewesen.»

Vielleicht wird Thomas Danel noch eine ganz andere Bühne erhalten: Bei der Verleihung der Laureus Awards.

Zur Erinnerung: Der Laureus Award, der Oscar der Sportwelt, wird seit dem Jahre 2000 verliehen. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören auch die Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und Lewis Hamilton. 2000 Sportjournalisten aus aller Welt (darunter auch von SPEEDWEEK.com) reichen jeweils ihre Vorschläge zur Nominierung der sechs Kandidaten für jede Kategorie abgegeben.

Es gibt einen Laureus für den Sportler und die Sportlerin des Jahres, den/die Behindertensportler/-in des Jahres, die Mannschaft des Jahres, den/die Actionsportler/-in des Jahres, den Durchbruch des Jahres und das Comeback des Jahres. Ausserdem werden auch Laureus-Trophäen fürs Lebenswerk verliehen.

Neu bei den Laureus Awards: Der Sportmoment des Jahres, wobei jeden Monat aus sechs Videos ausgewählt wird, alle Monatssieger werden später zur Hauptwahl gestellt. Hier stimmen nicht die Journalisten, sondern die Fans ab, die Abstimmung läuft

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