Mercedes-Ingenieur warnt: «Da stimmt etwas nicht»

Von Mathias Brunner
Andrew Shovlin, der leitende Ingenieur des Formel-1-Rennstalls von Mercedes, sagt nach dem fünften Rennen ohne Sieg für die Dauer-Weltmeister: «Da stimmt etwas nicht mit dem, was wir machen.»

Seit die Formel 1 Anfang 2014 die Turbohybrid-Ära begonnen hat, gab es nur einen Weltmeister: Mercedes-Benz. Lewis Hamilton holte in den vergangenen Jahren sechs seiner sieben Titel, Nico Rosberg verhinderte mit seinem Titel 2016 einen glatten Durchmarsch des erfolgreichen Engländers.

Und nun das: Der Hattrick von Max Verstappen (Siege bei den Grossen Preisen von Frankreich, der Steiermark und von Österreich) innerhalb von nur 15 Tagen (neuer Formel-1-Rekord) bedeutet auch – Mercedes-Benz ist nun seit fünf WM-Läufen ohne Sieg. Denn vor dem Rennen in Le Castellet hatten Sergio Pérez in Baku und Verstappen in Monaco triumphiert. In der Konstrukteurs-Meisterschaft liegt Mercedes inzwischen 44 Punkte hinter Red Bull Racing, auch so etwas gab es seit 2014 noch nie.

Bei Mercedes läuten alle Alarmglocken. Andrew Shovlin, der leitende Ingenieur des GP-Rennstalls, sagte am Abend nach dem Österreich-GP: «Grundsätzlich waren wir hier noch nie sehr stark. Und das zeigt sich weniger am Abstand zu Red Bull Racing als vielmehr durch die Tatsache, dass uns Lando Norris im McLaren zusetzen konnte.»

«Das Pistenlayout passt nicht zu unserem Wagen, und wir haben daran an den vergangenen zwei Wochenenden nichts verändern können. Zudem haben wir es am Samstag nicht geschafft, aus der weichsten Pirelli-Mischung C5 so viel zu holen wie am Freitag. Es ist nicht so, dass wir offensichtliche, krasse Fehler begangen hätten, aber aus den Ergebnissen wir klar – da stimmt etwas nicht mit dem, was wir machen.»

«Das schlechte Qualifying hat ein wenig vorgegeben, was im Rennen passiert ist. Aus dieser Perspektive war es sehr schwierig, Max angreifen zu wollen. Selbst wenn Lewis unmittelbar hinter Verstappen ins Rennen gegangen wäre, so glaube ich nicht, dass er ihn hätte herausfordern können.»

«Der Wagen hat nicht gut funktioniert, und dann hatten wir auch noch einen Schaden am Wagen von Lewis, was den Abtrieb verringert hat. Das hat ihn eine Menge Leistungsfähigkeit gekostet.» Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach dabei von einer halben Sekunde Zeitverlust pro Runde.

Österreich-GP, Spielberg

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:23:55,147h
02. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +17,973 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +20,019
04. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 46,452
05. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 57,144
06. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 57,915
07. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:00,395 min
08. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:01,195
09. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:01,844
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1 Runde
11. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
12. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
13. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
14. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde*
16. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
17. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde*
18. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
19. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
Out
Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1 Runde
* Kollision und out, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet

WM-Stand nach 9 von 23 Rennen

Fahrer
1. Verstappen 182 Punkte
2. Hamilton 150
3. Pérez 104
4. Norris 101
5. Bottas 92
6. Leclerc 62
7. Sainz 60
9. Ricciardo 40
8. Gasly 39
10. Vettel 30
11. Alonso 20
12. Stroll 14
13. Ocon 12
14. Tsunoda 9
15. Räikkönen 1
16. Giovinazzi 1
17. Russell 0
18. Schumacher 0
19. Mazepin 0
20. Latifi 0

Teams
1. Red Bull Racing 286
2. Mercedes 242
3. McLaren 141
4. Ferrari 122
5. AlphaTauri 48
6. Aston Martin 44
7. Alpine 32
8. Alfa Romeo 2
9. Williams 0
10. Haas 0

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