Schlechter Witz: Bernie Ecclestone gegen Sprint-Quali

Von Mathias Brunner
Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone

Der langjährige Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone (90) hält das neue Sprint-Qualifying für keine gute Idee. Das macht stutzig: Denn es war Ecclestone, der jahrelang mit den wildesten Ideen daherkam.

Die Formel 1 probiert etwas Neues: Im Rahmen des britischen Grand Prix in Silverstone wird ein ganz anderer Ablauf versucht, samt eines kurzen Rennens am Samstag, dem so genannten Sprint-Qualifying. Ferrari-Pilot Charles Leclerc bringt die Meinung Vieler auf den Punkt: «Wenn wir das nicht ausprobieren, dann werden wir auch nicht herausfinden, ob es eine gute Idee ist.»

Bernie Ecclestone findet es offenbar keine gute Idee. Der langjährige Formel-1-Promoter sagt gegenüber der Nachrichtenagentur Press Association: «Ich bin da nicht einverstanden. In jenem Moment, wenn du mit diesen Dingen herumzumurksen beginnst, geht die Historie über Bord, und das ist nicht gut. Die Leute konnten sagen – ein Fahrer hat 70 Pole-Positions. Aber das ist vorbei. Es gibt nichts mehr wie eine Pole-Position.»

Der 90-jährige Engländer weiter: «Ich glaube nicht, dass dieses Format funktioniert, und ich glaube auch nicht, dass es Bestand haben wird. Das ist nur unnötige Verwirrung, ohne Not. Das Qualifying war immer ein interessanter Teil des Wochenendes, und nun haben wir einfach ein Rennen mehr.»

Der eine oder andere Leser wird sich bei den Worten von Ecclestone etwas wundern. Denn es war der gleiche Bernie Ecclestone, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit Ideen aufgekreuzt ist, die im besten Falle als abenteuerlich bezeichnet werden können.

2015 beispielsweise sagte er über das Trainingsformat: «Ich wollte das bisherige Training so lassen. Dann aber sollte der GP-Sieger fürs Abschlusstrainings des folgenden WM-Laufs eine Art Zeitstrafe erhalten. Um die Startaufstellung ein wenig zu durchmischen. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass sich die Besten durchsetzen würden, aber sie hätten es nicht gar so einfach. Und wir kämen in den Genuss besserer Rennen, wenn sie sich durchs Feld kämpfen müssen.»

Unvergessen auch, wie Ecclestone für das WM-Finale von Abu Dhabi 2014 die doppelte Punktzahl durchpaukte. Zum Glück blieb es bei diesem einen Mal. Jahre zuvor wollte Bernie den Freitag aufwerten, indem er dem Trainingsschnellsten einen WM-Punkt schenkt.

Vor sechs Jahren schwebte dem Erfolgs-Manager sogar eine Frauen-WM vor: «Aus irgend einem Grund schaffen es die Frauen nicht bis ganz oben, und es liegt bestimmt nicht daran, dass wir sie nicht wollen. Klar möchten wir eine Frau in der Formel 1, das würde viel Publicity erzeugen und neue Sponsoren anziehen. Also habe ich den Teams gesagt – lasst uns doch eine separate Weltmeisterschaft haben, vielleicht bringen wir so Frauen in den GP-Sport. Sie könnten ja vor dem eigentlichen WM-Lauf fahren oder am Samstag. Das wäre doch super für ein GP-Wochenende.»

Das ist ebenso wenig passiert wie die Umsetzung des Plans, gewissen Rennställen den Einsatz eines dritten Fahrzeugs zu erlauben.

Auch beim Thema Pistengrenzen hatte Ecclestone einen Vorschlag zu bieten: «Das einfachste ist es, wenn man in manchen Kurven – und ich meine wirklich nur in jenen, in denen es nicht gefährlich ist und man einen Vorteil durch einen Ausritt erlangen kann – kleine Wände hochzieht, um die Fahrer daran zu erinnern, dass hier die weisse Linie beginnt. Das würde bedeuten, dass wir die weisse Linie um 40 Zentimeter anheben.»

Ecclestone schwebte einst auch ein Medaillensystem vor, bei dem die ersten Drei Gold- Silber- und Bronzemedaillen bekommen sollten. Und er sprach von künstlich bewässerten Strecken, «damit es mehr Regenrennen gibt».

Gegen einige dieser Vorschläge mutet ein Sprint-Qualifying schon beinahe konservativ an.

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