Sandro Cortese: Wieso der Deal mit Ten Kate floppte

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Das niederländische Team Ten Kate wird die Superbike-WM 2020 erneut nur mit einem Fahrer bestreiten, Sandro Cortese bekommt keine zweite Yamaha R1. Teammanager Kervin Bos erklärt, weshalb es so endete.

Als das traditionsreiche Team Ten Kate nach der Saison 2018 nach zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit die Kündigung von Honda erhielt und sich in den Monaten darauf mit Yamaha einigte, gab es ein klares Konzept für die Zukunft. Mittelfristig soll es wieder ein Superbike-Team mit zwei Fahrern geben, außerdem wollen die Niederländer auch in der Supersport- und Supersport-300-WM mitmischen.

Ein Teil der Pläne kann für 2020 umgesetzt werden. Ten Kate kooperiert in den beiden Nachwuchskategorien mit dem EAB-Team von Ferry Schoenmakers und schickt Steven Odendaal mit einer Yamaha R6 und Glenn van Straalen mit einer R3 in die nächste Saison.

Aus einem zweiten Superbike-Fahrer neben Loris Baz wird nichts, alle diesbezüglichen Pläne haben sich zerschlagen. Damit ist auch endgültig, dass es keine Zusammenarbeit zwischen dem Team aus Nieuwleusen und dem zweifachen Weltmeister Sandro Cortese geben wird.

«Ich lese derzeit überall, dass es meine Schuld ist, dass Sandro keinen Job hat», klagte Ten-Kate-Teammanager Kervin Bos im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Das macht mich echt wütend. Um gemeinsam so ein Projekt auf die Beine zu stellen, müssen alle Parteien aufeinander zugehen. Für mich verhält es sich wie folgt: Wenn Yamaha uns zusichert, dass sie uns unterstützen, dann müssen sie das auch tun. Dann trägt Ten Kate einen Teil zum Budget bei, und vielleicht sogar Sandro, und dann bewegt sich etwas. Aber es hat sich nichts bewegt. Und wir sind nicht in der Position, um alles nötige Geld auf den Tisch zu legen. Wir hatten die Hoffnung, dass unser neuer Sponsor auch für den zweiten Fahrer aufkommen möchte, deshalb haben wir mit Sandro gesprochen, bis heute haben wir aber kein Geld für einen zweiten Fahrer auf unserem Konto. Wir können uns einen zweiten Fahrer nicht leisten – Superbike-WM fahren kostet viel Geld.»

«Wir haben Yamaha um fast nichts gefragt», bemerkte der Niederländer. «Wir wollten ein paar Bikes und Motoren, noch nicht mal Geld. Jetzt muss ich bei Yamaha hören, dass sie uns unterstützen wollen, wir das Budget aber nicht fixiert hätten. Nein – Yamaha spricht nur über Unterstützung, es passiert aber nichts. Ich will gar nicht so viel darüber reden, weil ich böse und enttäuscht bin. Ich stehe jetzt als Buhmann da. Ronald ten Kate und ich haben seit dem letzten Rennen in Katar Tag und Nacht gearbeitet, um Sandro fahren lassen zu können. Aber das Budget für zwei Fahrer steht bis heute nicht 100-prozentig, wir können das Risiko nicht eingehen. Niemand kann uns den Vorwurf machen, wir hätten nicht alles versucht.»

Nach dem SBK-Finale in Arabien Ende Oktober waren die Verantwortlichen bei Ten Kate und Yamaha sowie Sandro Cortese gleichermaßen zuversichtlich, dass es eine Zusammenarbeit gibt. Mehrfach war zu hören, es gäbe eine mündliche Einigung sowie ein Handschlagabkommen.

Kervin Bos bestreitet das: «Es gab kein Handschlagabkommen, wir haben Sandro auch nie einen Vertrag vorgelegt und wir haben uns nie über ein Gehalt unterhalten. Das ist alles nicht wahr, wir haben uns per Handschlag auf gar nichts geeinigt. Ausgemacht war nur, dass wenn der Sponsor für das zweite Bike bezahlt, dann ist Sandro unsere bevorzugte Wahl. Bis letzte Woche waren wir alle sehr optimistisch, weil auch unser Sponsor davon sprach. Ich gab nur weiter, woran wir glaubten. Ich steckte viel Herzblut in dieses Projekt und es ist schade, dass es nicht klappt. Obwohl ich alles gab, war das nicht genug, um es wahr werden zu lassen. Das ist sehr schade für Sandro.»

Wer neuer Hauptsponsor bei Ten Kate wird, ist nach wie vor ein Geheimnis.

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