Lewis Hamilton und Ferrari: Sterne standen ungünstig

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton in Le Castellet 2019

Lewis Hamilton in Le Castellet 2019

​Vor gut einem Jahr entstand in Italien helle Aufregung. Was war wirklich am Gerücht dran, Lewis Hamilton habe sich mit dem Ferrari-Präsidenten John Elkann getroffen? Heute wissen wir mehr.

Hand aufs Herz: Hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nicht die Befürchtung, seinen Superstar Lewis Hamilton eines Tages an Ferrari zu verlieren? Der Wiener war bei diesem Thema immer ganz entspannt: «Ich hatte nie ein Problem damit, wenn Hamilton mit Ferrari redet. Wir leben in einer freien Welt, und jeder muss in seiner Karriere Entscheidungen treffen, die er für die richtigen hält. Das gilt auch für Rennfahrer. Ein echter Racer versucht immer, ins beste Auto zu kommen, und das beste Auto zieht die besten Piloten an. So geht das eben in dieser Branche.»

Am 12. Dezember 2019 bestätigte Ferrari-CEO Louis Camilleri im Rahmen einer Medienrunde in Maranello, dass sich der Mercedes-Star und Ferrari-Präsident Elkann wirklich getroffen hatten. «Das war bei einem gesellschaftlichen Anlass, und ich glaube, das Ganze wurde ein wenig wichtiger gemacht als es war. Sie haben halt gemeinsame Freunde.»

Lewis liess sich weniger in die Karten gucken: «Was hinter geschlossenen Türen passiert, das bleibt privat, egal mit wem du zusammensitzt.»

Inzwischen ist der Weg zu Ferrari längst verbaut: Charles Leclerc ist durch einen Fünfjahresvertrag bis Ende 2024 an Ferrari gebunden, der Madrilene Carlos Sainz wird Nachfolger von Sebastian Vettel und fährt mindestens zwei Jahre lang für die Roten (2021 und 2022).

Hamilton weiter: «Ich bin gefragt worden, ob ich am Ende meiner Karriere nicht bezweifeln würde, sie sei komplett, ohne dass ich je für Ferrari gefahren wäre. Aber ich sehe das so: Wenn du Teil der Mercedes-Familie bist, dann ist das fürs ganze Leben. Schaut euch Stirling Moss an oder Juan Manuel Fangio. Du bist Teil der reichen Mercedes-Historie, und sie kümmern sich um dich.»

«Ich habe in Italien viele Fans. Ich verkaufe in Deutschland, dann in Italien an meisten meiner Klamotten. Ich hatte das Privileg, in Italien oft auf dem Siegerpodest zu stehen, und auch wenn neunzig Prozent oder mehr hier einen Ferrari-Sieg wollen, erhalte ich von den Italienern sehr nette Nachrichten. Sie schreiben im Sinne von: ‘Unser Herz schlägt für Ferrari, aber wir respektieren deine Leistungen.’ Grundsätzlich etwas ändern würde sich aber erst dann, wenn ich einen Ferrari fahren würde. Und die Tifosi sagen immer wieder: ‘Komm doch endlich zu Ferrari!’»

Aber das wird wohl nicht mehr passieren, wie der siebenfache Weltmeister nun gegenüber der Gazzetta dello Sport sagt: «Es gab zeitweise Gespräche, aber wir sind nie über Grundsätzliches hinausgekommen. Die Sterne standen für eine Zusammenarbeit ungünstig. Timing ist in einer Rennfahrerkarriere ein wichtiges Thema, und die Dinge passieren aus einem bestimmten Grund.»

Türkei-GP, Istanbul

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:42:19,313 h
2. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +31,633 sec
3. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +31,960
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +33,858
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +34,363
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +44,873
7. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +46,484
8. Lando Norris (GB), McLaren, +1:01,259 min
9. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1:12,353
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1:35,460
11. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Kevin Magnussen (DK), Haas, Aufgabe
Romain Grosjean (F), Haas, Schäden nach Kollision mit Latifi
Nicholas Latifi (CDN), Williams, Schäden nach Kollision mit Grosjean
Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, Getriebedefekt

WM-Stand nach 14 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 307 Punkte
2. Bottas 197
3. Verstappen 170
4. Pérez 100
5. Leclerc 97
6. Ricciardo 96
7. Sainz 75
8. Norris 74
9. Albon 70
10. Gasly 63
11. Stroll 59
12. Ocon 40
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 504
2. Red Bull Racing 240
3. Racing Point 154
4. McLaren 149
5. Renault 136
6. Ferrari 130
7. AlphaTauri 89
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0


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