George Russell: Mercedes-Angebot im Badezimmer

Von Mathias Brunner
Formel 1
George Russell bei der Sitzprobe im Mercedes

George Russell bei der Sitzprobe im Mercedes

​Nach der Corona-Erkrankung von Lewis Hamilton erhält der Engländer George Russell eine Chance: Holt der Mercedes-Nachwuchmann erste Punkte gleich als Siegerpodestbesucher?

Es ist ein Hohn: George Russell, GP3-Champion 2017 und Formel-2-Meister 2018, hat in 36 Formel-1-WM-Läufen mit Williams noch keinen einzigen Punkt erobern können. Die erfolglose Serie dürfte am kommenden Wochenende wohl zu Ende gehen. Denn als Ersatzfahrer des an Corona erkrankten Lewis Hamilton sitzt Russell nun im Weltmeister-Mercedes.

Durchaus denkbar, dass Russell seine ersten Punkte in der Königsklasse gleich als Podestbesucher erobert. Und dass er dabei ein paar Menschen um ein schönes Sümmchen bereichert. Denn als noch alle glaubten, dass Russell mit Williams ins zweite Bahrain-GP-Wochenende gehen würde, boten einzelne Wettanbieter für George eine Quote von 1000:1 für eine Podestplatzierung an!

George Russell ist der vierte englische Mercedes-Werksfahrer im Grand-Prix-Sport, nach Dick Seaman in den 30er Jahren (also vor der Formel 1, die 1950 eingeführt wurde), Stirling Moss 1955 und Lewis Hamilton ab 2013.

Klar weiss der Mercedes-Junior, welch enorme Chance sich ihm bietet. Er sagt im Rahmen der Medienkonferenz am 3. Dezember: «Noch ist nicht ganz eingesickert, was hier passiert, die letzten 48 Stunden waren überaus intensiv. Ein grosses Dankeschön an Williams, dass ich für dieses Rennen freigestellt werde.»

«Ich war zwei Jahre lang Testfahrer bei Mercedes, ich kenne viele Mitarbeiter. Im Moment werde ich bombardiert mit Informationen über den neuen Wagen.»

Wann erfuhr Russell vom Angebot? «Es war ein wenig peinlich, der Anruf von Toto Wolff kam um zwei Uhr morgens Dienstag, ich war gerade im Badezimmer. Toto fragte: ‚George, bist du etwa im Bad?’ Und ich so: ‚Ääh, ja, tut mir leid.’ Am Dienstag dann hatte ich ungefähr fünf Dutzend Anrufe, die hin und her gingen zwischen Europa und Arabien, um alles klar zu machen.»

«Mein Ziel? Ich will einfach einen so guten Job als möglich machen. Bei Williams war ich voll ins Team integriert, bei Mercedes bin ich der Neue. Ich habe keine Erwartungen. Ich will lernen, ich will auch Spass am Fahren haben.»

Wie gut passt Russell ins Auto? «Es war knapp, ideal ist es nicht, denn Lewis ist ein schönes Stück kleiner. Und ich habe auch die erheblich grösseren Füsse als Lewis. Renningenieur Pete Bonnigton lachte: ‚Da können wir an den Füssen schon noch ein paar Modifikationen vornehmen!’ Ich antwortete: Lieber nicht.»

Sieht sich Russell als potenziellen GP-Sieger? «Da mach ich mir keinen Druck. Ich war nicht im Simulator, ich kenne das Auto nicht, mein Sitz ist drei Jahre alt, ich muss eine Tonne lernen, und mein Stallgefährte ist Valtteri Bottas. Ich lass mich da nicht irre machen, also rede ich hier auch nicht vom Gewinnen. Ich glaube, die Leute sind klug genug, mich auch nicht nach diesem einen Einsatz zu bewerten. Daher sehe ich das auch nicht als Duell mit Valtteri in Bezug auf ein Renncockpit 2022. Sollte ich in Abu Dhabi nochmals zum Einsatz kommen, wäre alles einfacher.»

Bahrain-GP, Sakhir

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:34:01,829 h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +1,254 sec
3. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +8,005
4. Lando Norris (GB), McLaren, +11,337
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +11,787
6. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +11,942
7. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +19,368
8. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +19,680
9. Esteban Ocon (F), Renault, +22,803
10. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1 Runde
11. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
12. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
13. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
14. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
17. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
Out
Sergio Pérez (MEX), Racing Point, Motorschaden
Romain Grosjean (F), Haas, Crash
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Crash

WM-Stand Fahrer nach 15 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 332 Punkte
2. Bottas 201
3. Verstappen 189
4. Ricciardo 102
5. Pérez 100
6. Leclerc 98
7. Norris 86
8. Sainz 85
9. Albon 85
10. Gasly 71
11. Stroll 59
12. Ocon 42
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 533
2. Red Bull Racing 274
3. McLaren 171
4. Racing Point 154
5. Renault 144
6. Ferrari 131
7. AlphaTauri 97
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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