Schumacher-Team Haas: Anti-Doping-Agentur prüft

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Das Haas-Auto von Mick Schumacher zeigt eine Lackierung, welche wie die russische Landesflagge aussieht. Teamchef Günther Steiner hält das für okay. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA will genau hinsehen.

Der 2021er Rennwagen des US-Amerikaners Gene Haas für den Deutschen Mick Schumacher und den Moskauer Nikita Mazepin kommt in einem Design daher, das nicht zufällig an die russischen Nationalfarben erinnert – denn Hauptsponsor ist Uralkali, ein Bergbau-Unternehmen mit Sitz in Beresniki (Zentral-Russland), der grösste Mineraldüngerhersteller des Landes. Aber seltsam: Die Farben des russischen Hauptsponsors Uralkali sind eigentlich rot und grün. Wie also kam es zum Haas-Design mit den Farben weiss, blau und rot?

Haas-Teamchef Günther Steiner: «Wir wollten einfach mal etwas Anderes machen, und bei den Verhandlungen mit allen Parteien ist diese Lackierung herausgekommen. Unser Grafiker machte ein paar Vorschläge, und der hier hat den meisten Leuten am besten gefallen.»

Aber vielleicht werden Schumacher und Mazepin nie zu einem WM-Lauf antreten in diesen Farben.

Der Hintergrund: Im Dezember 2019 hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA eine vierjährige Olympia-Sperre gegen Russland verhängt, die im Dezember 2020 vom internationalen Sportgerichtshof (CAS) auf zwei Jahre halbiert wurde. Die Strafe kassierte Russland, weil sowohl WADA als auch CAS zum Schluss kamen, dass während der olympischen Winterspiele in Sotschi durch den Staat systematisch Doping betrieben wurde. Russland darf deshalb als Nation nicht an den Olympischen Spielen in Tokio sowie an den Winterspielen ein Jahr später in Peking teilnehmen. Auch bei der Fussball-WM 2022 in Katar wird das Land fehlen, weil die Sperre erst einen Tag vor dem Finale aufgehoben wird. Ferner darf sich Russland zwei Jahre lang nicht für künftige Sportgrossereignisse wie Weltmeisterschaften bewerben.

Einzelne Sportler und Teams, die nicht als Nationalteam antreten, dürfen an allen Wettbewerben teilnehmen, allerdings unter neutraler Flagge und ohne Hymne. Das betrifft auch Haas-Neuling Nikita Mazepin. Günther Steiner sagt: «Das ist wahr, so wird Nikita beispielsweise auf seinem Overall nicht die russische Flagge tragen, und die wird auch nicht auf unserem Wagen zu sehen sein.»

Aber was ist mit der Lackierung des Autos, welche doch sehr an Russland erinnert. Steiner: «Das Verbot der Flagge ist klar, und daran halten wir uns auch. Auch es gibt im Reglement keine Vorschriften in Sachen Rennwagendesign oder Farbkombinationen.»

Möglicherweise sehen das die Fachleute der WADA anders. «Wir sind uns dieser Sachlage bewusst, und werden uns das zusammen mit den betreffenden Behörden genauer ansehen», heisst es in einer Stellungnahme der Anti-Doping-Agentur.

Knackpunkt ist die Formulierung, wonach obige Sperre beinhaltet, dass «betroffene Athleten kein nationales Symbol oder Emblem der russischen Föderation zeigen dürfen, nicht auf Kleidung, Ausrüstung oder allen anderen persönlichen Gegenständen».

Der Autosport-Weltverband bestätigte auf Anfrage, dass Haas dieses Design bei der FIA zur Prüfung vorgelegt habe und dass es seitens des Verbands keine Bedenken gibt. Die Entscheidung von WADA und CAS würden nicht explizit verbieten, Farben aus der russischen Flagge zu verwenden.

Allerdings: Die Farbkomposition auf dem Frontflügel entspricht exakt der russischen Flagge, wie unsere Bilder zeigen. Haas bewegt sich hier mindestens in einem Grenzbereich, Fortsetzung offen.

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29. August: Spa, Belgien
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12. September: Monza, Italien
26. September: Sotschi, Russland
03. Oktober: Singapur, Singapur
10. Oktober: Suzuka, Japan
24. Oktober: Austin, USA
31. Oktober: Mexiko-Stadt, Mexiko
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